Laufsport
Über die Jura-Berge auf die Zielgerade nach Zürich

Mit dem Tüfelsschlucht-Berglauf beginnt heute die diesjährige Jura-Top-Tour. Am Start steht auch die Schweizer EM-Teilnehmerin und Streckenrekordhalterin Martina Strähl. Die Tour dient ihr als Vorbereitung auf das Saisonhighlight in Zürich.

Daniel Weissenbrunner
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Bereitet sich in den Jura-Höhen auf die Heim-EM vor: Martina Strähl.

Bereitet sich in den Jura-Höhen auf die Heim-EM vor: Martina Strähl.

Foto Wagner

Am Mittwochvormittag hatte Martina Strähl eine Schrecksekunde. Auf ihrer Trainingsrunde zwickte es plötzlich im Oberschenkel. Strähl brach den Lauf sofort ab. «Eine reine Vorsichtsmassnahme», gab die Oekingerin hinterher Entwarnung. Eine Verletzung wäre das Letzte, was die 26-Jährige momentan gebrauchen könnte. Dreieinhalb Monate vor der Leichtathletik-EM im eigenen Land biegt Strähl vorbereitungsmässig auf die Zielgerade ein.

Wettkampf zur Vorbereitung

Nach ihrem Sieg an Ostern am GP Fricktal nimmt die Psychologiestudentin heute – schon traditionell – am Tüfelsschlucht-Berglauf, dem Auftakt zur Jura-Top-Tour, teil. Im Unterschied zu früheren Jahren geniessen die Rennen auf die Jura-Höhen in dieser Saison bei Strähl nur einen untergeordneten Stellenwert. Die Läufe dienen ihr primär als wettkampfmässiges Training im Hinblick auf den EM-Marathon, der am 16. August stattfindet.

Gelegenheit zum Austoben

Die Jura-Top-Tour ist für Martina Strähl vor allem eine willkommene Gelegenheit, um sich in ihrem bevorzugten Gelände auszutoben. Die Berglauf-Spezialistin hat das Rennen in Hägendorf in der Elite-Kategorie schon fünfmal für sich entschieden. Dreimal gewann sie die Gesamtwertung der Jura-Top-Tour, auf sämtlichen Strecken der acht Läufe umfassenden Berglauf-Serie hält sie den Streckenrekord. «Es sind Rennen, in denen ich mich wohlfühle», schwärmt Strähl.

500 Höhenmeter sind auf der 8,3 Kilometer langen Strecke durch die «schönste Schlucht der Schweiz» zurückzulegen. Die Jura-Top-Tour ist für Martina Strähl fester Bestandteil ihres Formaufbaus in Richtung Saisonhöhepunkt. Im Unterschied zur Konkurrenz, die sich auf längeren, flachen Strecken vorbereitet, verzichtet die Oekingerin in diesem Frühling auf ein weiteres Rennen über die Marathon-Distanz. «Gefühlsmässig stimmt es so für mich.» Sie verweist auf ihr überzeugendes Marathon-Debüt von Ende letztem Oktober in Luzern, als sie in 2:39:14 Stunden die EM-Limite erfüllte und als Vorbereitung damals ebenfalls einen Berglauf absolvierte.

Männer in die Schranken gewiesen

Der Tempohärte gilt ihre Aufmerksamkeit. Und in diesem Punkt macht sie nachweislich Fortschritte. Mit Blick auf die Europameisterschaften sicher kein Nachteil: Das Steckprofil in Zürich präsentiert sich topografisch ebenfalls abwechslungsreich.