Das U18-Fünfnationen-Turnier zwischen Weihnacht und Neujahr im Sportzentrum Zuchwil ist mittlerweile Tradition. Eine Art Mini-Spenglercup. Jetzt findet von Dienstag bis Samstag erstmals auch ein U19-Turnier im Sportzentrum statt. Das ist ein stattlicher, sechsstelliger «Extra»-Betrag, den das Zentrum damit generieren kann.

Abgesehen davon profitiert die Region insofern, als dass die Teams im «Ramada» und «Ambassador» einquartiert sind und sich natürlich auch im Stadtgebiet verpflegen. Freilich haben sich nicht nur die Teams aus der besten Liga der Welt, der National Hockey League (NHL), angekündigt, sondern auch rund 40 Scouts, Talentspäher also. «Es werden noch mehr sein als während des U18-Turniers», sagt Marcel Siegenthaler vom Sportzentrum.

Blick auf die WM im Dezember

Coach des Schweizer Teams ist Christian Wohlwend. Der schweizerisch-kanadische Doppelbürger, der als Spieler in Kloten, Rapperswil und lang im Thurgau tätig war, ist seit 2012 Headcoach der U19 und seit 2015 auch der U20. «Eigentlich mag ich die Bezeichnung U19 nicht. Was hier unter U19 läuft, ist der erste Zusammenzug der U20 im Hinblick auf die WM im Dezember.» 

Selbst wenn in Zuchwil nur Spieler des ältesten, an der U20-WM im Dezember in Buffalo USA zugelassenen Jahrgangs – in dem Fall also solche mit Jahrgang 1998 – im Aufgebot figurieren. Das ist das Besondere an diesem Zusammenzug. Im Vordergrund steht darum für den Coach, zu sehen, «auf welchem Niveau sich die Spieler vis-à-vis dieser äusserst starken Konkurrenz bewegen und wer von ihnen uns an der WM helfen kann, den Unterschied auszumachen.»

Zuletzt feierte der 40-jährige Bündner mit den ältesten Junioren an der WM in seinem Geburtsort Montreal und in Toronto einen viel beachteten Erfolg. Nur knapp schieden die Schweizer vor einem Monat gegen den nachmaligen Weltmeister USA im Viertelfinal mit 2:3 aus.

Wohlwend ist nicht der Typ, der ein typisch schweizerisches, defensiv geprägtes Eishockey spielen lässt. «Wir müssen davon wegkommen, primär hinten dichtzumachen und vorne weichzuspülen», sagt er. Man müsse auch gegen Topnationen mutig vorwärts spielen. «Nur so machen wir den nächsten Schritt.» Insofern ist das Turnier in Zuchwil kraft seiner prima Besetzung eine tolle Gelegenheit für die Jungs, zu spüren, der da herrscht, wenn es um WM-Titel und -Medaillen geht.

Des U19-Turniers wegen müssen die Stamm-Mieter, vorneweg also der EHC Zuchwil Regio und der EHC Bucheggberg, vorübergehend Platz machen und die Garderoben im Sportzentrum räumen. Zuchwil weicht punkto Training diese Woche nach Biel aus und erhält vom Sportzentrum die daraus resultierenden Kosten zurückerstattet. Ausserdem kriegt der Solothurner Erstligist ein Playoff-Heimspiel «spendiert». Sollte es Zuchwil gelingen, sich unter den Top 4 der Zentralschweizer 1.-Liga-Gruppe zu halten, können sie am Samstag quasi ihre Garderobe fliegend von der U19, die dann ihr letztes Spiel um 14.30 gegen Finnland austrägt, wieder übernehmen.