Fussball 2. Liga
U17-Weltmeister kehrt zum FC Mümliswil zurück

Janick Kamber beendet seine knapp zehnjährige Profikarriere und hält seine Knochen wieder in der 2. Liga für den FC Mümliswil hin.

Raphael Wermelinger
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Zuletzt spielte Janick Kamber (links) für Neuchâtel Xamax.

Zuletzt spielte Janick Kamber (links) für Neuchâtel Xamax.

Freshfocus

Der aktuelle Tabellenzehnte der Solothurner 2. Liga vermeldet einen spektakulären Transfer. «Janick Kamber ist zurück beim FCM.» Diese Nachricht prangt seit Montag zuoberst auf der Website der Guldentaler. Vor knapp 16 Jahren hatte der bald 29-Jährige den FC Mümliswil verlassen. Nun streift sich der Aussenverteidiger wieder das Trikot seines Stammklubs über.

«Schon früh fielen Janicks Dynamik, sein fussballerisches Können uns sein Kämpferherz auf», heisst es in der Meldung des FC Mümliswil. Mit 13 Jahren verliess Kamber den Klub Richtung Nachwuchsabteilung des FC Basel. Von der U13 bis zur U21 durchlief er alle Juniorenstufen. In dieser Phase schaffte er ausserdem den Sprung in die Schweizer Nachwuchsauswahl.

2009 gehörte er zur legendären U17-Mannschaft, die sich in Nigeria dank sieben Siegen in sieben Spielen den U17-Weltmeistertitel sicherte. Nach seiner Rückkehr wurde Kamber in der Mümliswiler Aula frenetisch gefeiert. In der Schaufel eines Baggers drehte er eine Ehrenrunde durch das ganze Dorf. Und er gab damals ein Versprechen ab: «Ich werde meine Karriere beim FC Mümliswil beenden.» Zwölf Jahre später hat er Wort gehalten.

Über 200 Spiele in den beiden höchsten Ligen

Im Gegensatz zu seinen damaligen Mitspielern Granit Xhaka, Ricardo Rodriguez oder auch Haris Seferovic schaffte Kamber während der folgenden Profikarriere den Sprung ins Ausland nicht. Beim FC Basel setzte man damals nicht auf ihn. Deshalb wechselte er zu Lausanne-Sport. Für die Westschweizer absolvierte er im Juli 2011 sein erstes von insgesamt 82 Spielen in der Super League.

Nach zwei Saisons bei Lausanne wechselte Kamber 2013 in die Challenge League zum FC Biel-Bienne. Im Verlauf seiner dritten Spielzeit bei den Seeländern musste der Klub allerdings Konkurs anmelden. Für Kamber ging es weiter Richtung Wohlen. Mit den Aargauern beendete er die Saison 2016/17 in der Challenge League auf Platz sieben. Im Anschluss an diese Saison zog es ihn wieder in die Westschweiz – zu Neuchâtel Xamax.

In seiner ersten Saison in der Maladière feierte Kamber mit Xamax den Wiederaufstieg in die Super League. 2018/19 gelang in der spektakulären Barrage gegen den FC Aarau der Ligaerhalt. Xamax verlor zu Hause das Hinspiel mit 0:4, egalisierte dieses Skore aber im Brügglifeld und setzte sich schliesslich im Penaltyschiessen durch. Im Jahr darauf reichte es nicht mehr – Xamax stieg im August als Tabellenletzter aus der höchsten Spielklasse ab.

Für Janick Kamber war dies gleichbedeutend mit dem Ende seiner Profikarriere. Er wird in die Privatwirtschaft wechseln und in den Familienbetrieb einsteigen. Wann er effektiv zum Comeback im Mümliswil-Dress kommt, steht indes in den Sternen. Dass die Rückrunde in der Solothurner 2. Liga wie geplant Ende März startet, muss wegen der aktuellen Coronasituation stark angezweifelt werden.