Handball
TVS erfüllt Plicht, mehr nicht

Der TV Solothurn gewinnt gegen Birsfelden mit 27:21 und darf sich über den Ausbau der Tabellenführung freuen – die direkten Konkurrenten lassen allesamt Punkte liegen.

Cedric Heer
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TV Solothurn - Birsfeld
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Solothurns Marco Melcher (links) im Zweikampf gegen Birsfeldens Benjamin van Gogh (rechts).
Solothurns Marco Melcher (links) versucht sein Glück gegen Birsfeldens Goalie Cristin Cartoso.
Tom Althaus schiesst über die Köpfe hinweg.
Solothurns Martin Beer (Mitte) kämpft sich zwischen Daniel Lenzin (links) und Joshua Seewer (rechts) durch.

TV Solothurn - Birsfeld

Marcel Bieri

Rückblende: Am 29.11. fügte Wacker Thun II Solothurn die bisher einzige 1.-Liga-Saisonniederlage zu. Mit einem Zwischenspurt zu Beginn der Partie und unmittelbar nach dem Wiederanpfiff legte Wacker mit jeweils drei Toren in Folge den Grundstein zum Erfolg. Was folgte, ist bekannt: Die mühsame Aufholjagd wurde nicht belohnt und der TVS ärgerte sich in erster Linie über sich selbst: «Wir haben das Spiel im Kopf verloren», sagte TVS-Trainer Matthias Heger damals.

Verloren hat der TV Solothurn die gestrige Partie gegen Birsfelden zwar nicht, doch der Leader hatte gegen den Drittletzten länger zu kämpfen als erwartet – erneut mit sich selber. «Der komplette Stamm war heute quasi inexistent», bestätigt Heger.

Die letzten Resultate haben gezeigt, dass die Solothurner keinen Gegner unterschätzen. Nach dem unglücklichen Unentschieden im vorletzten Heimspiel gegen Herzogenbuchsee (37:37), gewann der TVS sowohl die Revanche gegen Thun (29:19), als auch das schwierige Auswärtsspiel gegen das Tabellenschlusslicht aus Visp (21:29). «Den Gegner unterschätzt haben wir definitiv nicht, viel mehr haben wir uns von seinem Spiel anstecken lassen», sagt Tom Althaus. «Das Spiel war sehr emotionslos. Die Verteidigungsduelle wurden eher lasch geführt. Wir brauchen aber eine etwas härtere Gangart, damit wir auf Touren kommen», führt Tim Weber weiter aus.

Das «Wie» ist letztendlich sekundär

Ein Spiel, welches von der Hektik und den vielen daraus resultierenden Fehlschüssen geprägt war. «Wir suchten immer sofort, aber halbherzig den Abschluss, auch wenn die Lücke noch so klein war», gibt Althaus zu bedenken. «Ich kann mir die vielen Fehlschüsse nicht erklären. So kenne ich meine Spieler gar nicht», ergänzt Heger. Einzig Topskorer Weber fand zur Normalform. Mit seinen zwölf Toren hatte er massgeblichen Anteil am letztendlich klaren Erfolg des Leaders. «Klar bin ich mit meiner Leistung zufrieden, wichtig aber ist, dass wir das Spiel gewinnen konnten», erklärt er mannschaftsdienlich.

Froh über die gewonnen Punkte waren alle Beteiligten, vor allem weil die direkten Konkurrenten West (31:33-Niederlage gegen Bern Muri II) und Biel (24:24 in Lyss) Federn lassen mussten. «Wir haben heute die Pflicht erfüllt, mehr nicht. Solche Spiele darf man aber auch nicht überbewerten, denn die Spieler können mehr und das wissen sie auch», sagt Heger.

Der Ursprung, dass die Spieler die Leistung auf dem Platz nicht immer abrufen können, liegt gemäss Heger im Kopf. «Wir waren lediglich im 1 gegen 1 überlegen. Der Rest ist Kopfsache, daran müssen wir arbeiten.» Ein Problem, welches als Hauptpunkt im Training behandelt wird. Ein Problem aber auch, für dessen Behebung ob der souveränen Tabellenführung bis zu Beginn der anvisierten Aufstiegsspiele genügend Zeit bleibt.