Handball
TV Solothurn: Wie gewonnen, so zerronnen

Der TV Solothurn verliert einmal mehr und klebt weiterhin am Tabellenende der NLB. Trotz einer 13:11-Pausenführung unterlagen die Ambassadoren dem STV Baden am Ende mit 27:33.

Pius Rüegger
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Der Solothurner Martin Beer beim Abschluss. Marcel Bieri

Der Solothurner Martin Beer beim Abschluss. Marcel Bieri

Marcel Bieri

Nach der unnötigen 27:33-Niederlage gegen Baden packt TVS-Trainer Matthias Heger das Problem seiner Equipe in diese Frage: «Glauben sie wirklich an sich selbst?» Seine Antwort: «Sie kön-nen es, sie bemühten sich in der ersten Halbzeit, das Neue umzusetzen; doch nach der Pause kam wieder das alte Muster hervor».

Der Baselbieter ist überzeugt, dass es gut komme: «Wir müssen schauen, dass es Schritt für Schritt vorwärts geht». Auch Captain Sandro Sieber gibt sich entschlossen und überzeugt: «Wir glauben absolut daran, dass wir den Ligaerhalt schaffen. Die Mannschaft glaubt 100 Prozent daran, obwohl es nach jedem Spiel ohne Punkte enger wird».

Für den sechsfachen Torschützen ist das nächste Spiel in Kreuzlingen ein Schlüsselspiel. «Dies ist ein Vier-Punktespiel, jeder muss über sich hinaus wachsen, dann schlagen wir sie», so Sieber. Dank dem 34:30-Sieg in Möhlin liegen die Thurgauer sechs Punkte vor Schlusslicht Solothurn.

Kurz auf Augenhöhe

Wie mental belastet die Solothurner agieren, zeigte die Startphase. Die Einheimischen hatten Mühe mit der aggressiven Deckung der Badener. Zudem liessen sie sich von deren Tempo überraschen. Nachdem sich der TVS indes besser auf die Aargauer eingestellt hatte, gelang der 2:2-Ausgleich (7. Minute). Künftig wickelte sich das Geschehen auf Augenhöhe ab.

In der 12. Minute verlor Badens Spielertrainer Navarin den Ball und die Nerven. Weil er keinen Freiwurf erhielt, riss er Gegenstösser Alain Blaser vor dem Torkreis brutal von den Beinen. Dieses Frustfoul trug dem 39-jährigen Deutschen die Rote Karte (Restauschluss) und dem TVS einen Penalty ein. Matosevic brachte mit dem 7-Meter sein Team erstmals zum 5:4 in Führung. Die Phase der Gästedesorientierung konnten die Solothurner jedoch zu wenig effektiv ausnützen. So verblieb bis zum Seitenwechsel nur ein Zweitore-Vorsprung (13:11).

Schwachstellen nach der Pause

Die Pausenanalyse der Badener war erfolgreich. Mit ihrer nun offensiver eingestellten Verteidigung deckten die Aargauer die Schwachstellen im Solothurner Spiel schonungslos auf. In der 36. Minute gingen die Gäste demzufolge ihrerseits mit 16:15 in Führung. Vorne agierten die Platzherren jetzt planlos, so dass die Gäste ihren Vorsprung kontinuierlich ausbauen konnten.

Kein TVS-Akteur war in der Lage, die «Chef»-Funktion zu übernehmen. Hinten offenbarten sie Loch um Loch, weil die Seitwärtsbewegung fehlte. Diese Offerten nützte speziell Sieber, der als 15-facher Torschütze in der zweiten Hälfte gleich 12-mal skorte. Das 14:22-Teilresultat sagt alles.

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