Während dichter Nebel den Abend fest im Griff hatte, brodelte es drinnen in der Halle des CIS-Sportcenters in Solothurn im Spiel zwischen den NLB-Handballer aus Solothurn und dem TV Endingen: Für das Team von TVS-Coach Zsolt Toth galt es, beim ersten Spiel der Rückrunde ein Zeichen zu setzen. Denn nach der ersten Saisonhälfte liegen die Kantonshauptstädter mit nur zwei Siegen, zwei Unentschieden und neun Niederlagen am Tabellenende – dies, obwohl sie sich im Laufe der Meisterschaft steigern und ihr Punktekonto auffüllen konnten.

Endingen zieht rasch weg

Jedoch stand der Heim-Mannschaft mit Endingen kein einfacher Gegner bevor, teilen sich die Surbtaler doch mit ihrem Kantonsrivalen HSC Suhr Aarau doch den Platz an der NLB-Spitze. Dass die Gäste gewillt waren, die Leaderposition auch in der Weihnachtspause inne zu halten, war gestern Abend deutlich zu spüren. So machte Endingen nach dem Anpfiff auch gleich Druck – nach sechs Spielminuten lagen die Gastgeber bereits 1:5 im Rückstand. Dann begannen die Motoren auch bei den Solothurnern warmzulaufen und dank den Toren von Mathias Blaser, Michael Wassmer, Oliver Zimmermann sowie Sandro Sieber rückte das Team von Toth bis zur 15. Minute zum 5:7 auf.

Die Endinger erhöhten das Tempo und nutzten die Lücken in der Verteidigung des TVS schamlos aus. Obwohl der U19-Juniorenspieler Blaser in den letzten Spielminuten vor der Pause vier Treffer landete, hiess es zur Hälfte 16:13 für die Gäste. «Endingen macht unheimlich Druck und ist ein eingespieltes Team. Unser Rückraum hingegen trainiert erst seit einigen Wochen richtig zusammen», sagte TVS-Geschäftsleiter Stefan Blaser, der das letzte Spiel vor der Weihnachtspause von der Tribüne aus mitverfolgte.

Obwohl in der zweiten Halbzeit die Tormaschinerie des Leaders endgültig zu laufen anfing, brillierten die Solothurner doch immer wieder mit geschickt gespielten Passkombinationen. «Wenn sie einmal zusammengefunden haben, dann können sie es schon», kommentierte Blaser, als Sandro Sieber zum zweiten Mal innert wenigen Minuten die gegnerische Abwehr von der linken Seite her austrickste.

Trainer Toth stört sich an den Gegentoren

Trotzdem wurde den Solothurner ihre schwache Abwehr zum Verhängnis: Die Endinger zogen in der Schlussphase mit schnellen Kontern sowie präzisen Schüssen davon, nutzten die Fehlpässe der Gastgeber aus und verbuchten mit 36:28 ihren 12. Sieg in der laufenden NLB-Meisterschaft.

«Mich stört nicht die Tatsache, dass wir «nur» 28 Tore geschossen, sondern, dass wir 36 Treffer kassiert haben. Bei unserer Abwehr geht seit vier, fünf Spielen gar nichts mehr», erklärte TVS-Trainer Zsolt Toth nach Spielschluss und fügte an: «Jetzt machen wir erst einmal zwei Wochen Pause, anfangs Januar beginnen wir wieder mit dem Grundlagentraining.» Zurück zu den Basics, damit am 1. Februar, wenn der HSC Suhr Aarau als nächster Gegner zu Gast sein wird, die Solothurner Verteidigung für die Gegner nicht mehr so einfach zu durchbrechen sein wird.