Handball
TV Solothurn gewinnt gegen Biel und steht in der Aufstiegsrunde

Solothurn gewinnt gegen Biel mit 34:24 und ist auch rechnerisch Gruppensieger. Damit ist das erste Zwischenziel der Mannschaft von Trainer Matthias Heger erreicht. Für den Erfolg verantwortlich sind indes nicht nur die jungen Spieler auf dem Platz.

Cedric Heer
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Roman Scheidegger und der TV Solothurn dürfen sich über den Gruppensieg und die Aufstiegsrunde freuen.

Roman Scheidegger und der TV Solothurn dürfen sich über den Gruppensieg und die Aufstiegsrunde freuen.

Marcel Bieri

Die Solothurner 1.-Liga-Handballer feierten gestern gegen Biel den 18. Sieg im 21. Spiel. Damit ist ihnen der Gruppensieg in der Gruppe 3 nun auch rechnerisch nicht mehr zu nehmen, der Vorsprung auf Verfolger West HBC beträgt zwei Runden vor Schluss sechs Punkte. Gegen Biel, vor dem Direktduell zweiter der Tabelle, erreichten die Solothurner im letzten Heimspiel der regulären Saison einen ungefährdeten 34:24-Sieg. Dies, obschon TVS-Trainer Matthias Heger die zweite Halbzeit als «katastrophal» bezeichnete. Doch woher kommt diese Solothurner Souveränität und Selbstverständlichkeit?

Solothurns Martin Beer im Kampf um den Ball gegen Biels Goale Simon Heyder.
5 Bilder
Kaspar Arn erkämpft sich den Ball.
Martin Beer mit einer Flugeinlage.
Alain Blaser zielt genau.
Martin Beer und der TV Solothurn stehen in der Aufstiegsrunde.

Solothurns Martin Beer im Kampf um den Ball gegen Biels Goale Simon Heyder.

Marcel Bieri

Den letztjährigen Abstieg aus der NLB hat das Team nicht einfach hingenommen, sondern es wurde von Beginn weg konsequent der direkte Wiederaufstieg angestrebt. «Wir waren nicht spielerisch unterlegen, sondern körperlich nicht bereit», sagte Heger damals, weshalb das Augenmerk zunächst hauptsächlich auf der physischen Entwicklung lag. Nun, sechs Monate später, hat der TVS zumindest ein erstes Teilziel erreicht.

Die richtige Mischung

Doch nicht nur physisch, sondern auch mental hat die Mannschaft einen riesigen Schritt nach vorne gemacht. Im Vordergrund stehen die jungen Talente um Topskorer Tim Weber, oder die in der NLA beim BSV Muri Bern zum Einsatz kommenden Kaspar Arn und Alain Blaser.

Dahinter, aber keineswegs weniger wichtig, verfügt die Mannschaft über eine zweite, ältere Garde. «Ich sehe nicht mich, sondern das Team an erster Stelle und ich gebe meine Erfahrungen im Leben und im Sport gerne weiter», sagt Christian Adam. Der Solothurner ist mit 28 Jahren der älteste Spieler im Solothurner Kader. «Ich bin der Routinier im Team, nicht nur auf dem Platz. Ich sehe mich als ruhigen Denker und Lenker im Hintergrund», beschreibt Adam.

Diese Denkweise und vor allem die Selbstverständlichkeit, mit der Adam für das Team lebt, ist einzigartig – und doch keineswegs ein Einzelfall in Solothurn. Adam steht stellvertretend für Spieler wie Wassmer, Tatarinoff oder Beer, die auf dem Platz zwar meist eine Nebenrolle einnehmen, im Hintergrund aber dafür umso Grösseres bewirken. «Natürlich ist diese Rolle nicht ganz einfach, aber sie wurde vor der Saison klar kommuniziert», sagt Adam.

Jeder hat seinen eigenen, wichtigen Platz im Team

Gegen Biel spielte Adam fünf Minuten, erzielte einen Treffer und lieferte zwei Assists. «Es ist für jeden Spieler ärgerlich, wenn man bereits nach wenigen Minuten wieder auf die Bank muss. Auf dem Platz gibt man aber immer alles», versichert Adam. Handball sei schliesslich ein Mannschaftssport, wo jeder hilft, so gut er kann. «Jeder hat seinen eigenen, wichtigen Platz im Team», sagt er weiter.

Ihre Berechtigung neben den jungen Talenten hat die alte Garde allemal. «Auch wenn ich den Jüngeren auf dem Platz nicht mehr vieles beibringen kann, helfe ich ihnen gerne bei persönlichen Anliegen», erklärt Adam. Auf die Frage, welchen Stellenwert der Handballsport in seinem Leben einnimmt, antwortet er: «Ich kann ohne schlechtes Gewissen sagen: alles.»

Es ist die Einstellung und die Freude am Sport, die auch die älteren Spieler im so jungen Solothurner Kader wichtig machen. Zwar überragen auf dem Platz vor allem die jüngeren Spieler, auf den zweiten Blick brillieren die Älteren aber mindestens genauso.

Heger: «Können jeden Gegner schlagen»

Der TV Solothurn ist dank dem Sieg über Biel nun auch rechnerisch Gruppensieger. Damit sichern sich die Solothurner in der Aufstiegsrunde (11.–25. April) ein zusätzliches Heimspiel. Zwischen den sechs Besten der drei Gruppen wird eine Einfachrunde gespielt, wobei keine Punkte aus der regulären Saison mitgenommen werden. In der Gruppe 1 liefern sich Wädenswil und Fides St. Gallen ein Kopf-an-Kopf-Rennen und werden den Gruppensieg unter sich ausmachen. In der Gruppe 2 deutet alles auf einen Gruppensieg der SG Pilatus hin. Olten und Einsiedeln werden den zweiten Rang im kommenden Direktduell unter sich ausmachen, die Chancen von Muotathal auf eine Teilnahme in der Aufstiegsrunde sind nur noch theoretischer Natur. Neben Solothurn wird aus der Gruppe 3 wohl West HBC den zweiten Schlussrang belegen. Der TV Solothurn startet mit einem Heimspiel (11. April) in die finale Phase der Meisterschaft. Der Gegner wird Wädenswil oder Fides St. Gallen sein. «Natürlich hoffen wir, den Aufstieg im dritten und letzten Heimspiel (22. April) realisieren zu können», sagt TVS-Trainer Matthias Heger. Dafür muss Solothurn die Aufstiegsrunde mindestens auf Platz zwei abschliessen. «Ein Spaziergang wird es sicherlich nicht – doch wir wissen, dass wir jeden Gegner schlagen können», ist Heger gewohnt zuversichtlich. (CHE)

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