Handball
TV Solothurn besteht Charaktertest mit Bravour

Der TVS gewinnt gegen West letztendlich souverän 35:29. Damit können die Solothurner auch die dritte 1.-Liga-Finalrundenpartie siegreich gestalten. Weil Mitfavorit Pilatus gegen Einsiedeln verloren hat, ist der Aufstieg in die NLB zum Greifen nah.

Cedric Heer
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Martin Beer war fünf Mal für Solothurn erfolgreich.

Martin Beer war fünf Mal für Solothurn erfolgreich.

Marcel Bieri/Archiv

Alle Vorzeichen standen im Vorfeld auf einen erneut souveränen Sieg des Solothurner Ligendominators gegen die Gäste aus Crissier. West, welches sich nach dem Startsieg gegen Einsiedeln (30:25) Wädenswil 24:30 geschlagen geben musste, hatte in der Startphase dem schnellen und kräftigen Spiel des Heimteams indes auch nur wenig entgegenzusetzen.

Nach zehn Minuten lag der Favorit mit 9:3 in Front, was den ehemaligen Solothurn/Grauholz und heutigen West-Trainer Zlatko Portner zu einem frühen Timeout zwang. "Das Timeout kam für West genau zum richtigen Zeitpunkt. Sie bekamen Auftrieb, uns hingegen fingen an, die Hände zu zittern", kommentiert Solothurn-Trainer Matthias Heger.

Ausgeglichen bis zur Pause

War es Solothurn in den ersten Minuten der Partie noch möglich, mit einer konsequenten Verteidigung und schnellen Angriffen die Gäste zu überrennen, häuften sich die Fehler danach markant. Die Folge: West verkürzte innert Kürze und kam bis zur Pause auf ein Tor heran.

Weil die Romands nach dem Timeout die Verteidigung umgestellt hatten und TVS-Spielmacher Weber vermehrt mit einer Manndeckung aus dem Spiel nahmen, kamen die Solothurner Angriffe ins Stocken, auch in der Verteidigung harzte es vermehrt. "Gegen Einsiedeln haben wir bereits relativ viele Tore kassiert, doch da liefen die Angriffe auch wie durch Butter. Dasselbe ging gegen West natürlich nicht, weil sie genial gespielt und gut eingestellt waren", sagt Heger.

Tolle Entwicklung

Das Spiel gegen den bekannten Qualifikationsgegner war der erste grosse Charaktertest der Finalrunde. "Schon während der Qualifikation haben wir immer wieder auf solche Momente hingearbeitet", erklärt Heger. Dem Verein war in Anbetracht der schwierigen letzten Saison und dem jungen Kader wichtig, grossen Wert auf ein regelmässiges Mentaltraining zu legen. "Die Spieler haben sich extrem entwickelt", sagt Heger stolz.

Doch nicht nur mental, sondern auch physisch hat der TV Solothurn einen grossen Schritt in Richtung NLB gemacht. Während West in der zweiten Halbzeit kontinuierlich abbauen musste, kam Solothurn immer besser ins Spiel. Mit dem geradlinigen Tempohandball, welches die Solothurner in der bisherigen Saison so stark machte, zermürbten sie ihren Gegner je länger, je mehr.

Die Spieler seien wie Pferde, die vor eine Kutsche gespannt sind und vorne weg laufen möchten, erklärt Heger: "Da zahlt sich das harte Sommertraining aus. Die Spieler spielen am besten, wenn man sie laufen lässt. Wenn ich sie in dieser Phase gebremst hätte, wären sie nur unnötig verunsichert worden."

Mitfavorit strauchelt

Solothurn konnte das Skore laufend in die Höhe schrauben und gewann letztendlich verdient 35:29. Weil Mitfavorit Pilatus zu Hause gegen Einsiedeln 32:33 verlor, ist der Aufstieg bereits zum Greifen nah. Es folgen zum Abschluss die direkten Aufeinandertreffen gegen den Tabellenzweiten Pilatus (Mi, 20.15, CIS) und den Dritten aus Wädenswil.

Darf man dem TVS somit bereits jetzt zum Aufstieg gratulieren? "Rechnerisch ist noch alles möglich, auch wenn ich die Gratulation natürlich gerne annehmen würde", sagt Heger. Wichtig sei aber insofern sowieso, sich auf sich selbst zu konzentrieren und möglichst alle fünf Partien gewinnen zu können.

TV Solothurn - West HBC 35:29 (19:18)

CIS, Solothurn. – 210 Zuschauer. – SR Hartmann, Meienberg. – Torfolge: 1:0, 1:1, 4:1, 4:2, 7:2, 7:3, 9:3, 9:6, 10:6, 10:9, 13:9, 13:10, 14:10, 14:13, 15:13, 15:14, 16:14, 16:16, 17:16, 17:17, 18:17, 18:18, 21:18, 21:19, 23:19, 23:20, 25:20, 25:21, 27:21, 27:22, 28:22, 28:24, 31:24, 31:25, 32:25, 32:28, 34:28, 34:29, 35:29. – Strafen: je 4-mal 2 Minuten.

TV Solothurn: Tatarinoff, Diethelm; Adam, Beer (5), Wassmer, Zimmermann (3), Althaus (6), Weber (9), Alain Blaser (3), Melcher, Schaftroth (3), Moggi (2), Schneidegger (3), Arn (1), Schneeberger.

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