Solothurner Turnverband
Turnverband feiert Jubiläum mit Weltrekord

Der Solothurner Turnverband feierte im Rahmen des Kantonalturnfestes in Balsthal sein 150-Jahr-Jubiläum. Dabei durfte ein Rückblick natürlich nicht fehlen.

Gabor Damo
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Die Kunstturnvereinigung Solothurn bei ihrer packenden Darbietung.

Die Kunstturnvereinigung Solothurn bei ihrer packenden Darbietung.

Daniel Häfliger

Mit einem grossen Jubiläumsabend feierte der er Solothurner Turnverband seinen 150. Geburtstag. Dabei gab es auch kritische Töne zu hören. Der jubilierende Verband lud seine Mitgliedervereine und Prominenz aus Sport und Politik zu einem unterhaltsamen Abend ans Kantonalturnfest in Balsthal ein. Neben musikalischen und sportlichen Showeinlagen wurde dazwischen auch Rückblick auf 150 Jahre Turnsport im Kanton Solothurn gehalten.

Durch den Abend führte Roger Steinmann, ehemaliger Oberturner des Kantonalverbandes. Das Kulinarische kam dank der tadellosen Organisation der Balsthaler ebenfalls nicht zu kurz.

Militärisch geprägte Vergangenheit

Während der Turnsport bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs stark militärisch beeinflusst war, entwickelte er sich anschliessend zum polysportiven Verband, wie er heute besteht. 1942 wurde am Kantonalturnfest in Gerlafingen zum Beispiel nicht der normale 100-Meter-Lauf absolviert, sondern die Turner wurden über eine 130 Meter lange Kampfbahn gejagt. In den 60er-Jahren war der Turnsport dann nicht mehr vom Militär geprägt, sondern durch den Wunsch der Frauen, auch mitbestimmen zu dürfen. Höhepunkt war der Beschluss der Frauen, am Kantonalturnfest 1966 nicht teilzunehmen. Nach Gesprächen und Kompromissen auf beiden Seiten nahmen die Frauen schliesslich doch Teil, der Turnsport wurde sogar gestärkt. Das führte im Jahr 2000 zum Zusammenschluss der beiden bisher strikt nach Geschlechtern getrennten Verbände.

Es waren aber auch kritische Töne am Jubiläum zu hören. So stellte Sibille Kessler, die frühere technische Leiterin des Kantonalverbandes, in ihrem Referat fest, dass die grosse Breite des Turnsportes zum einen zwar eine Stärke sei, aber gleichzeitig zu einer Verzettelung der Kräfte führe. «Manchmal kann weniger auch mehr sein.» Der Solothurner Turnverband muss sich dem veränderten Freizeitverhalten der Gesellschaft stellen.

Die diverse Showeinlagen gefielen

Man nehme ein altes Sportgerät, gebe ihm einen englischen Namen und spiele dazu fetzige Musik ab: Das ist das Erfolgsrezept der Rope Skipping Gruppe aus Niedergösgen. Rope Skipping ist Seilhüpfen auf unterhaltsame Art. Ebenfalls dabei war die Kunstturnervereinigung Solothurn. Das Leistungszentrum überzeugte das Publikum mit seinen Sprung-, Barren- und Kraftelementen.

Die Kunstturnersparte wurde durch die Thurgauer Gruppe Konterschwung vertreten, die mit ihrem Barrensketch eine humoristische Darbietung boten. Den musikalischen Programmpunkt bildeten die Tambouren aus Laupersdorf. Als Höhepunkt erwies sich die Zuger Breakdance-Gruppe Dirty Hands, die für ihre mitreissende Performance stehenden Beifall erntete und sich mit einem neuen Weltrekord im Drehen auf dem Ellbogen bedankte.