Mit dem Spitzenkampf beim drittplatzierten GC-Nachwuchs in deren Campus in Niederhasli beginnt am Sonntag für Leader Solothurn die zweite Saisonhälfte. Diese Herausforderung ist Ansporn für die Truppe von Dariusz «Darek» Skrzypczak. Ihre Devise lautet unverändert: «Unser Ziel und gleichzeitig unser Traum bleibt die Finalrunde».

Sieben Wochen dauerte die Vorbereitungsphase. «Wir konnten optimal arbeiten, mit Ausnahme einer Woche mit viel Schnee, und alle sieben Testspiele abhalten», sagt der 51-Jährige. Wichtig war das einwöchige Trainingslager auf Gran Canaria. «Wir hatten einen super Trainingsplatz und sensationelle Temperaturen», blickt Skrzypczak zurück.

Auf den Kanaren konnten zwei Testspiele abgehalten werden. Gegen die UD Balos aus der fünfthöchsten spanischen Liga resultierte ein 1:1. Im zweiten Spiel gegen Seuzach (2. Liga inter) gewannen die Oberklassigen durch ein spätes Stauffer-Tor (87.) 1:0.

Wieder zu Hause deckte Kantonsrivale FC Grenchen bei der 0:2-Niederlage Schwächen in der Defensive auf. «Es waren zwei Corner, die zeigten, dass wir uns defensiv verbessern müssen», hält der Uefa-Pro-Lizenz-Inhaber fest.

Den Solothurnern kam im letzten Test entgegen, dass der SC Zofingen einen Abtausch auf seinen Naturrasen statt auf der Kunstunterlage vorschlug. «Deshalb fand dieses Spiel kurzfristig in Zofingen statt, denn bei GC spielen wir auch auf Naturrasen», sagt Skrzypczak. Dank einem Tor von Hunziker gewann sein Team mit 1:0.

Rückkehrer Anderegg und Ukoh

Nur geringe Retuschen weist das Kader auf. Sergio Henzi legt eine Pause ein. Er will sich auf den Abschluss seiner Ausbildung als Fachmann Betreuung in einer Kita konzentrieren und muss im Sommer in die Rekrutenschule (RS) einrücken. Ebenfalls wegen militärischer Pflichten wird Loris Micelli an Härkingen ausgeliehen. Visar Aliu soll bei Grenchen Spielpraxis sammeln, wie bereits Omer Hausic seit der Vorrunde.

Zurück nach seiner RS ist dagegen Noel Anderegg, während der Zuzug von Patrick Riesen von Subingen noch nicht definitiv ist. «Wir haben uns entschieden, ihn zu verpflichten, er wird jedoch nicht von Anfang an dabei sein, dies gemäss unserer Philosophie, ehemalige Junioren zurückzuholen», erklärt Skrzypczak.

Nachdem Steven Ukoh ein erstes Mal auf die Saison 2017/18 nach einer verletzungsbedingen Pause zum FCS wechselte, aber nur 26 Minuten in Schötz und 4 Minuten gegen Zug in der Vorrunde zum Zug kam und ein Wechsel zu Langenthal auf die Rückrunde an reglementarischen Vorschriften scheiterte, wechselte er auf diese Saison zum Promotion-Ligisten La Chaux-de-Fonds.

Ausser einem verletzungsbedingten Unterbruch zwischen der sechsten und elften Runde stand er bei den Neuenburgern neun Mal in der Startelf und wurde einmal eingewechselt. Ukoh kehrt zurück, weil bei Chaux-de-Fonds vieles nicht stimmt. «Sie haben finanzielle Probleme, das Gehalt kam nicht», klärt der 27-Jährige auf.

Einsätze für Nigerias Auswahl

Ukoh wurde im Juni 1991 in Bern als Sohn eines Nigerianers und einer Schwarzenburgerin als viertes Kind geboren. Schon im U10-Alter wechselte er vom Quartierverein Bethlehem zum YB-Nachwuchs. Nach der U21 wechselte er zu Lugano (2010/11) und nach einer kurzen Rückkehr zur YB-U21 ging es zum FC Biel (bis 2016/17) in die Challenge League.

Dabei machte er sich als Doppelbürger für die Nationalmannschaft Nigerias attraktiv. Nach Einsätzen gegen Südafrika, Uganda, Jemen und die Elfenbeinküste verletzte er sich in der Vorbereitung auf ein Quali-Spiel für den Afrika-Cup gegen Tschad im Sommer 2015 am Knie.

«Da die Genesung länger dauerte, war die Nationalmannschaft erst mal kein Thema mehr», erklärt Ukoh. Deshalb pausierte er, ehe er ein erstes Mal zum FCS kam. In den Schweizer Junioren-Nationalteams brachte er es auf 43 Einsätze. Im Mittelfeld zentral wie auf beiden Aussenbahnen daheim will er nun mithelfen, die Finalrunde zu erreichen.

Fussball hat Priorität

Persönlich hat der Student der Jurisprudenz, nach den zwei letzten Semestern in Englisch in Zürich will er in den beiden folgenden in Lausanne in Französisch bis Ende Jahr sein Masterstudium abschliessen, klare Vorstellungen: «Priorität hat Fussball, mit dem Ziel, sich aufzudrängen, damit sich wieder eine Tür zum Profi-Fussball öffnet, und als zweites Standbein die Justiz».

Vorerst gilt sein Augenmerk Solothurn. «Ich denke, ich konnte mich in der Vorbereitung aufdrängen, wobei ich mich klar in den Dienst des Teams stelle. Es liegt an mir, Leistung zu zeigen, damit ich in die Mannschaft komme», ist sich Ukoh bewusst. «Mit seiner Erfahrung kann er uns helfen. Er ist ein guter und vielseitig einsetzbarer Spieler», sagt sein Trainer.