Streethockey
Tschechen-Power lässt die Bettlacher träumen

Petr Rybon und Lukas Hudecek sind die Topscorer in der Nationalliga A. Am Wochenende starten sie mit Bettlach in die Playoffs.

Daniel Weissenbrunner
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Bettlacher Torgaranten: Petr Rybon (l.) und Lukas Hudecek.

Bettlacher Torgaranten: Petr Rybon (l.) und Lukas Hudecek.

Daniel Weissenbrunner

Mario Gavranovic vom FC Zürich bringt es in der Super League in dieser Saison auf 10 Tore. Matthew Lombardi von Genf-Servette führt die Eishockey-Skorerliste mit 50 Punkten an. Petr Rybon und Lukas Hudecek können solche Werte nur ein müdes Lächeln entlocken. Die beiden Tschechen vom SHC Bettlach sind die mit Abstand die besten Punktesammler in der Streethockey-NLA. Rybon häufte in der Qualifikation 82 Zähler (44 Tore und 38 Assist). Sein Landsmann Hudecek brachte es auf 77 Punkte (31 Tore und 46 Assists). Das Duo ist der Hauptgrund, dass die Bettlacher als drittbestes Team in die Playoffs steigen. Gegner in den Viertelfinals (Best-of 3) sind die Zürcher von Bonstetten-Wettswil. Die erste Begegnung findet am Sonntag (14 Uhr, Schulhaus Einschlag) statt.

Der ruhende Pol

Trainer Marco Christen weiss sehr wohl, dass Rybon und Hudecek massgeblich zur besten Vorrunde Bettlachs beigetragen haben. «Ihre Klasse für unser Team ist unbestritten.» Für die Solothurner ist das Duo aus Tschechien ein Glücksfall. In der NLA ist nur ein Ausländer erlaubt. Rybon, der seit mehreren Jahren in der Schweiz lebt, hat den Status eines Streethockey-Schweizers. Der 33-Jährige spielt die zweite Saison in Bettlach. Er ist der ruhende Pol in der Mannschaft, der Denker und Lenker auf dem Feld, der verlängerte Arm von Marco Christen, wenn es ums Coaching geht. Mit seiner Erfahrung von über zehn Saisons in der höchsten tschechischen Liga gehört Rybon zu den Ausnahmeerscheinungen.

Zweifacher Weltmeister

Lukas Hudecek steht seinem Landsmann in nichts nach. Der 26-Jährige kann sich zwei Weltmeistergoldmedaillen ans Revers heften. Letztmals holte er 2011 in Bratislava den Titel. Der Tradition der Stocksportaten entsprechend, geniesst Streethockey in Tschechien einen hohen Stellenwert. Davon leben konnte Hudecek gleichwohl nicht. Er spielte wie Rybon bei Trinec und war hauptberuflich als Polizist unterwegs. Den sicheren Job in seiner Heimat tauschte der impulsive Modellathlet gegen ein Engagement in Bettlach. «Der Anfang war hart für ihn», erinnert sich Marco Christen. «Er sprach die Sprache nicht und musste sich jobmässig anpassen.» Hudecek hat sich durchgebissen. Er spricht mittlerweile gut Deutsch und ist mit seiner unbekümmerten Art der Stimmungsmacher in der Mannschaft.

Gegner Bonstetten-Wettswil

Die Voraussetzungen, erstmals die Playoff-Viertelfinals zu überstehen, scheinen für die Bettlacher so gut wie nie zuvor. Dennoch übt sich Marco Christen in Zurückhaltung. «Wir haben uns kein rangmässiges Ziel gesteckt und nehmen es von Spiel zu Spiel.» Er weiss, wovon er spricht. In der Qualifikation tat sich gegen Bonstetten-Wettswil zweimal schwer. Zuversichtlicher klingt es bei Petr Rybon und Lukas Hudecek. «Wir sind hier, um etwas zu erreichen.» Wer ihren Ehrgeiz kennt, weiss, was damit gemeint ist.

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