Unihockey

Trübe Aussichten für die Herausforderer von Wiler-Ersigen

Übermächtiger Titelverteidiger? (Archiv)

Übermächtiger Titelverteidiger? (Archiv)

Die Einschätzung kommt aus berufenem Munde und lässt die Konkurrenz kaum hochjubeln. «Die Mannschaft besitzt viel Qualität, verfügt über ein breites Kader und hat eine ideale Mischung aus jungen Talenten und erfahrenen Leadern.»

Nationaltrainer Petteri Nykky hebt Wiler-Ersigen in seiner Saisonprognose wenig überraschend und schon programmgemäss auf den Unihockey-Thron. Der Titel führt auch in der morgen beginnenden Meisterschaft über den achtfachen Champion.

Die Aussichten der ersten Herausforderer aus Zürich und Graubünden auf eine Wachablösung scheinen in der Tat nur von theoretischer Natur. Die kämpferischsten Töne kommen wie gewohnt aus der Limmatstadt. Die Ansage von Grasshoppers-Coach Magnus Svensson dürfte aber nicht mehr als eine verbale Drohgebärde sein.

Im Gegensatz zu den Zürchern hat die Mannschaft von Cheftrainer Heikki Luukkonen die Abgänge von Hendrik Quist und Olli Oilinki mehr als kompensieren können und sich mit dem mehrfachen Weltmeister aus Schweden, Mathias Larsson, und Simon Flühmann (von Grünenmatt-Sumiswald) namhaft verstärkt. Die Vorboten auf die neue Spielzeit lassen den Schluss zu, dass das Team an Substanz nochmals dazugewonnen hat. Am Czech Cup mussten sich die Berner erst im Finale Pixbo (Swe) geschlagen geben. Vor zwei Wochen am Masters hatten die Grasshoppers und die Tigers aus Langnau das Nachsehen.

Ein übervoller Terminkalender

Heikki Luukkonen misst den vorsaisonalen Ergebnissen indes nicht zu viel Bedeutung bei. «Unsere Planung ist langfristig ausgerichtet», so der Finne. Der Meistertrainer sagt dies aus gutem Grund. Seine Agenda und die eines grossteils seiner Spieler platzt bis Ende Jahr aus allen Nähten. Neben der Meisterschaft steht Anfang Oktober der Champions Cup in Schweden auf dem Programm und als Höhepunkt im Dezember die Weltmeisterschaften im eigenen Land.

Luukkonen, der nebst seiner Funktion bei Wiler-Ersigen auch das Amt des Assistenzcoachs in der Nationalmannschaft bekleidet, weiss, was an Belastung auf ihn und sein Team in den kommenden Wochen zukommt. Acht Spieler stehen aktuell im Nati-Kader.

«In dieser intensiven Zeit müssen wir die richtige Dosierung finden, damit die Spieler nicht überbeansprucht werden», warnt der 36-Jährige. Wie schmal der Grat ist, hat Michael Garnier schmerzhaft erfahren müssen. Der Verteidiger zog sich im Trainingslager der Nationalmannschaft eine Bänderverletzung im Knie sowie eine Rippenquetschung zu. Ihm droht eine längere Pause.

Wo Luukkonens Spieler leistungsmässig stehen, wird sich morgen im Rahmen der Swiss Mobiliar Games zeigen. In der Berner Wankdorfhalle kommt es zum Derby gegen Langnau (17.30). Die Emmentaler sinnen dabei auf Revanche. So einfach wie bei der 3:9-Finalniederlage am Masters werden sie es dem amtierenden Schweizer Meister kaum noch einmal machen.

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