Am 9. Juni platzten die Aufstiegsträume des FC Solothurn. Nach dem 2:1-Heimsieg im Hinspiel der Finalrunde hatte es noch gut ausgesehen für den FCS. Und die Solothurner waren auch im Rückspiel in Münsingen bis zur Halbzeitpause auf Aufstiegskurs. Doch dann zogen sie ihre schlechteste Halbzeit der gesamten Saison ein, kassierten drei Gegentore und verpassten den Aufstieg in die Promotion League, die dritthöchste Spielklasse der Schweiz. Wie schon im Vorjahr, als bereits eine Runde früher Endstation war.

Mittlerweile sind zehn Tage vergangen. Die Enttäuschung sei aber immer noch da, sagt Präsident Samuel Scheidegger. «Es ist jetzt halt so, wie es ist», versucht er, das Kapitel abzuschliessen und nach vorne zu blicken. Den Solothurnern bleibt sowieso keine Zeit, Trübsal zu blasen: «In gut zwei Wochen gehts bereits wieder los. Deshalb mussten wir relativ schnell nach der Niederlage in Münsingen die Planung für die kommende Saison aufnehmen.»

Er sei nach der 0:3-Pleite in Münsingen auch nicht wirklich geschockt gewesen. Die Gedanken des Präsidenten waren in diesem Moment bei den Spielern. «Ich habe mich gefragt, wie schnell sie sich davon erholen und sich wieder motivieren können», sagt Scheidegger rückblickend.

Planung für nächste Saison

Die Analyse war schnell gemacht beim FC Solothurn. Schliesslich gab es ja auch kaum etwas zu mäkeln in dieser Spielzeit. Von den 26 Partien in der Gruppe 2 der 1. Liga gewann der FCS deren 21, musste nur zweimal als Verlierer vom Platz. Danach setzten sich die Ambassadoren souverän gegen Lancy durch und waren gegen den FC Münsingen während anderthalb Spielen die bessere Elf. Die schwächste Halbzeit der gesamten Saison im dümmsten Moment bedeutete den Genickbruch, dies Präsident Scheideggers Fazit.

Nach der Saison ist vor der Saison. Was die Planung für die kommende Meisterschaft angeht, heisst das Zauberwort der Solothurner weiterhin Kontinuität. Zwei ganz wichtige Personalien: Trainer Dariusz Skrzypczak und Sportchef Hans-Peter «Bidu» Zaugg werden ihre Arbeit beim FC Solothurn fortsetzen. «Diese Fragen haben wir bereits vor den Aufstiegsspielen geregelt», stellt Samuel Scheidegger klar.

Auch der Grossteil des Kaders wird sich nicht verändern. Dass Leistungsträger wie Loic Chatton, Sacha Stauffer, Marc Du Buisson, Edin Hasanovic oder auch Raphael Koch bleiben, ist ein gutes Zeichen für den Klub. «Den Spielern gefällt es hier und sie sind überzeugt von unserem Konzept», meint der Präsident.

Fragezeichen um Arifi

Einzig die Zukunft von Shpetim Arifi ist noch ungewiss. Aktuell sieht es eher danach aus, als könne der FC Solothurn den 21-jährigen Mittelfeldmotor nicht halten. Es ist kein Geheimnis, dass Arifi nächste Saison lieber nicht mehr in der 1. Liga, sondern in höheren Gefilden auftrumpfen möchte. Definitiv nicht mehr dabei sein wird 2018/19 Semir Bisevac. Der Angreifer, der vom FC Dulliken aus der 2. Liga inter gekommen war, konnte sich nicht durchsetzen und passt auch nicht wirklich ins System von Trainer Skrzypczak.

Das Kader soll durch zwei, drei Externe noch verstärkt werden. Die Gespräche seien schon weit fortgeschritten. Es fehlen aber noch die Unterschriften, weshalb der Präsident noch keine Namen preisgeben wollte. Samuel Scheidegger verneint, dass nächste Saison ein riesiger Druck auf der Mannschaft laste: «Wir wollen natürlich wieder in die Aufstiegsspiele. Aber der Vorstand und der Staff setzen die Spieler sicher nicht unter Druck.» Ob es im dritten Anlauf mit dem Aufstieg klappt, sei noch zu früh zu beurteilen. Vieles hänge auch davon ab, wie gut die Konkurrenten in der nächsten Saison aufgestellt sein werden, sagt Samuel Scheidegger.