Eishockey
Trotz ungeschliffenen Kufen zum überlegenen Erfolg

Zuchwil Regio gewinnt in der 1. Liga gegen Adelboden mühelos mit 6:1 und übernimmt damit den zweiten Tabellenrang. Der Sieg der Zuchwiler war zu keiner Zeit in Gefahr - zu schwach agierten die Berner Oberländer.

Hans Peter Schläfli
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Der Zuchwiler Christian Reber setzt sich gegen den Adelbodner Melchior Allenbach durch.

Der Zuchwiler Christian Reber setzt sich gegen den Adelbodner Melchior Allenbach durch.

Hans Peter Schläfli

Es sah ganz einfach aus. Zuchwil dominierte Adelboden nach Belieben und ging früh entscheidend in Führung. Diesen Match hätten die Solothurner wohl auch mit offenem Schuhbändel - oder aufs Eishockey übertragen, mit ungeschliffenen Kufen gewonnen. «Bravo, Bravo», rief am Ende Präsident Walter Ulrich seinen Spielern zu.

«Ich bin zufrieden, das war souverän.» Vielleicht wäre der Match gegen Adelboden spannender geworden, wenn in der 7. Minute David Maurer aus bester Position getroffen hätte. Aber der Routinier nahm das Geschenk von Sascha Aeschlimann, der den Puck unter der Schaufel hindurchrutschen liess, nicht an und schoss daneben.

Aber dann waren die Zuchwiler an der Reihe. In der 14. Minute gingen sie verdient in Führung. Mit dem 3:0 kurz nach der ersten Drittelpause war alles klar, denn Adelboden wirkte harmlos und zeigte nicht einmal den Kampfgeist und die Härte, die man sich von dieser Mannschaft sonst gewohnt ist.

Nicht alle waren zufrieden

Das einzige Tor gelang den Oberländern durch einen Shorthander, als die Zuchwiler im Boxplay nachlässig auftraten. Maurer entwischte und liess sich die Chance nicht entgehen. Trotzdem kamen keine Zweifel am Zuchwiler Sieg auf. Der hätte sogar noch höher als 6:1 ausfallen müssen.

So traf zum Beispiel Roman Messerli in der 39. Minute nur den Pfosten.

So war am Ende nur Trainer Max Weibel nicht restlos zufrieden. Kaum in der Kabine kritisierte Weibel bereits den einen oder anderen seiner Spieler, weil sie zu wenig Feuer und Einsatz gezeigt hatten, und lobte Christian Reber, der gut gekämpft und Strafen herausgeholt hatte.

Weibel will mehr Leidenschaft

«Ich habe mehr erwartet, aber wir haben das Spiel zu wenig ernst genommen», analysierte Zuchwils Trainer, «da steckte zu wenig Energie und Leidenschaft drin, wir waren nicht zielbewusst. Das könnte gefährlich werden, denn Adelboden ist vielleicht technisch und läuferisch nicht auf unserer Höhe, aber kämpferisch schon.»

Von Zuchwil erwartet man immer sehr viel. Liegt der Gruppensieg und der Final um den Amateur Schweizer Meistertitel drin? Max Weibel bleibt auch nach den drei Siegen zum Saisonstart zurückhaltend: «Ich schliesse nichts aus. Wir werden gut trainieren, nehmen ein Spiel nach dem anderen und schauen, wie weit wir kommen.»