Wer gedacht hat, dass Beachsoccer nur aus Sonne und Spass besteht, konnte sich am Sonntag beim Spiel von Solothurn gegen den FC Basel vom Gegenteil überzeugen. Bereits nach vier Minuten sah der erste Basler die rote Karte. Und auch danach war es ein ruppiges und hart umkämpftes Spiel, das Solothurn schliesslich mit 3:5 verlor. «Das ist immer so gegen den FCB», meint Micha Rusterholz, Gründer und Präsident sowie sportlicher Leiter des BSC Solothurn.

«Aber eine gewisse Seriosität und ein paar Emotionen sind nie schlecht.» Diese Seriosität scheint bei den Solothurnern auf den ersten Blick zu fehlen. Denn es gibt weder eine eigene Beachsocceranlage, noch einen richtigen Trainer und zudem hatte man mit 22 222 Franken für die Saison eines der niedrigsten Budgets der Liga. Trotzdem konnte das Ziel, das beste neue Team in der Swiss Beach Soccer League zu sein, erreicht werden.

Manchmal nur zu viert im Training

Mit dem 11:6 Sieg am Samstag gegen La Côte konnte sich der BSC Solothurn als Achter für die Playoffs um die Plätze fünf bis acht qualifizieren, dabei werden die Ambassadoren am nächsten Turnier in Spiez wieder zwei Partien gegen den Tabellenfünften FC Basel austragen. Grundsätzlich ist dies als Aufsteiger eine beachtliche Leistung, doch Rusterholz weiss: «Es liegt noch mehr drin.»

Weil Solothurn als einziges Team der Liga kein Beachsoccerfeld hat, muss es für das Training immer nach Burgdorf ausweichen, was ungünstig ist. Zudem spielen noch einige Spieler Rasenfussball, weshalb diese nicht immer ins Training kommen können. «Es kann gut sein, dass wir manchmal nur zu viert sind.» Den Posten des Trainers gibt es nicht, also übt Rusterholz diesen ebenfalls aus. Zum Vergleich: Beim FC Basel gibt es gleich zwei Teamverantwortliche.

Das Treffen im Mc’Donalds

Ein Grund für die Stärke der Solothurner erklärt sich mit Stürmer Marcio Correa da Silva. Rusterholz hat ihn im regionalen Fussball entdeckt und ihn bei einem gemütlichen Abendessen im Mc’Donalds für den BSC aufgeboten. Ziel war, dass er die Torschützenwertung gewinnt, was ihm mit beachtlichen 32 Toren in 13 Partien gelang. Auch gegen Basel war Correa da Silva für alle drei Tore verantwortlich.

Zusätzlich konnte der ehemalige Super-League-Stürmer Rainer Bieli für fünf Partien verpflichtet werden. Das wars jedoch bereits mit bekannten Spielern, denn ansonsten sind bei Solothurn fast ausschliesslich regionale Akteure am Werk.

Im Gegensatz zu anderen Teams in der höchsten Spielklasse. Diese verpflichten teils für ein Wochenende internationale Spieler und die Mannschaften im oberen Tabellendrittel haben oft den einen oder anderen Nationalspieler im Kader. Die Ziele für nächste Saison sind für Rusterholz bereits klar: «Wir wollen einen Trainer, neue Sponsoren für eine Anlage und jeder muss aufhören zu rauchen.» Nur so kann sich der BSC Solothurn weiterentwickeln.