Eishockey
Trotz Derby-Pleite. SCL-Abwehr hinterlässt erneut einen starken Eindruck

Claudio Cadonau ist ein zentraler Teil der Langenthaler Defensive, an der sich Olten fast die Zähne ausbiss. Bis zur 41. Minute liess der SCL kein einziges Tor gegen den Leader zu.

Michael Schenk
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Das Bollwerk um Claudio Cadonau brach erst im Schlussdrittel ein. HPS

Das Bollwerk um Claudio Cadonau brach erst im Schlussdrittel ein. HPS

Langenthal gegen Olten, das war gestern auch das Derby zwischen dem Offensiv-Primus der Liga und dem Klassenbesten punkto defensiver Wirkkraft. Nur 97 Gegentreffer hatten die Gastgeber im Verlauf der vorausgehenden 41 Runden kassiert. Dies auch darum, weil sie zu Hause zuletzt dreimal in Folge – gegen La Chaux-de-Fonds (2:0), Sierre (5:0) und Basel (9:0) – zu Null gewonnen hatten. Wäre dies gegen Olten ein viertes Mal in Serie gelungen, Langenthal dürfte sich ab heute «von und zu Zementenhausen» nennen.

Wüst markiert den Ausgleich

Doch nach 41 Minuten und 35 Sekunden hatte Wüst mit dem 1:1 etwas gegen diese Erhebung in den Adelsstand. Meister und Truttmann sorgten in der Folge für den 3:1-Sieg der Gäste. «Eigentlich hatten wir Olten gut im Griff. Letztlich haben aber wir zu wenig aus unseren offensiven Möglichkeiten gemacht», bilanzierte SCL-Verteidiger Claudio Cadonau die dritte Heimniederlage des Meisters in dieser Saison gegen Olten. «Vor allem aus unserem Powerplay kam zu wenig Kreatives und Gefährliches. In dieser Beziehung müssen wir uns verbessern.»

Teil des Prunkstücks

Die Abwehr um Goalie Eichmann ist das Prunkstück des Titelverteidigers. Auch Olten, mit durchschnittlich 4,5 erzielten Toren pro Spiel, biss sich am SCL-Mauerwerk fast die Zähne aus. Obwohl das Team von Coach Scott Beattie vorab zu Beginn gewaltigen Druck erzeugte. Wichtiger Part dieses SCL-Abwehrriegels ist der zitierte Cadonau. «Unser Spiel ist auf einer soliden Defensive aufgebaut, insofern ist das sicher eine Stärke von uns», hält dieser fest. «Auch gestern», so der Limmattaler, «haben wir defensiv solid gespielt. Zwei Gegentore gegen dieses Olten bis 30 Sekunden vor Schluss ist sicher nicht schlecht, aber es war eben zu wenig.» Daran konnte auch er selbst nichts ändern. Wenn es in dieser Saison gegen Olten ging, wusste der 24-jährige Wirtschaftsstudent fast immer auf sich aufmerksam zu machen. Beim 1:5 Ende September und dem 1:2 Ende Oktober war er es, der jeweils den einzigen Langenthaler Treffer markierte. Bei der 1:2-Niederlage des Titelverteidigers Ende Dezember sorgte der ehemalige Urdorf-Junior für den letzten Pass zum einzigen SCL-Tor.

Hoffen auf das nächste Derby

Nachdem Cadonau auf die letzte Saison hin via Thurgau und kurzem Gastspiel in Biel zu Langenthal kam, wird er diesen Ende Saison wieder via Richtung Biel verlassen. Der schussstarke «Back» hat bei den Seeländern für die nächsten zwei Jahre unterschrieben. Bis dahin hofft er indessen, dass das gestern nicht sein letztes Derby mit dem SCL war: «Ja sicher, die Stimmung war wieder grossartig, es wäre schön, wenn wir uns in den Playoffs wieder sehen.»