EHC Olten
Trotz Aufholjagd mit 17 Mann am Sieg vorbeigeschrammt

Der EHC Olten verliert in Martigny letztlich mit 5:6 und damit wichtige Punkte im Kampf um das Heimrecht in den Playoffs.

Adriana Gubler
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Fehlte gegen Visp krankheitsbedingt: Oltens Christopher Bagnoud (l.).

Fehlte gegen Visp krankheitsbedingt: Oltens Christopher Bagnoud (l.).

OT/ Archiv

Der Blick aufs Matchblatt liess gestern beim Auswärtsspiel des EHC Olten in Martigny nichts Gutes erahnen: Nur gerade 16 Feldspieler fungierten im Aufgebot der Oltner. Was war geschehen? Neben den bereits am Vortag krankgemeldeten Bagnoud und Schwarzenbach fehlten im Wallis auch noch Brunner, Topscorer Truttmann und Weber verletzungsbedingt. So verfügte Headcoach Heikki Leime in diesem Spiel, das hinsichtlich Playoff-Heimrecht alles andere als unbedeutend war, lediglich über drei Verteidigungsblöcke und drei Sturmlinien.

Aufholjagd nicht belohnt

Vor dem letzten Drittel beim Stand von 4:3 für die Gastgeber stellte sich daher die Frage: Reichen die Kräfte des dezimierten EHC Olten, um die Partie noch zu wenden und drei wichtige Punkte einzufahren? Nur 20 Sekunden nach Wiederbeginn gab Justin Feser die Antwort. In Überzahl markierte er mit einem Backhand-Schuss den Ausgleich. Auch auf das kurz darauffolgende 5:4 der Walliser (Franzén) konnten die Oltner reagieren. Romano Pargätzi drosch in Überzahl die Scheibe aufs Tor und stellte mit dem von einem Walliser abgelenkten Schuss den Ausgleich (5:5) erneut her.

Obwohl der EHC Olten kämpfte, sollte es ihm nicht mehr zum Sieg reichen. Eine Überzahl nutzten die Walliser in der 52. Minute, um das 6:5-Siegtor (Wick) zu erzielen. Mit ihrem grossen Einsatz hätten sich die Powermäuse im gestrigen Spiel im Minimum einen Punkt verdient. «Das Spiel verlief am Ende auf Messers Schneide», sagte Verteidiger Pargätzi kurz nach der Schlusssirene. «Der entscheidende Treffer hätte auf beiden Seiten fallen können.

Martigny hatte das Glück auf seiner Seite.» Weil am gestrigen Abend neben Martigny auch Visp einen Sieg verbuchte, rückt das Heimrecht in den Playoff-Viertelfinals für die Oltner immer weiter weg. Nun liegen sie mit einem Rückstand von zehn Punkten hinter Martigny (3.) und mit acht Punkten hinter dem EHC Visp (4.). «Natürlich wissen wir, wo wir in der Tabelle liegen. Aber wir versuchen trotzdem, Spiel für Spiel zu nehmen», meinte Pargätzi zur Situation im NLB-Tabellenmittelfeld.

Mit Händen und Füssen

Nach EHCO-Punkten roch es eigentlich schon kurz nach Spielbeginn: Die erste Sturmlinie mit Justin Feser, Shayne Wiebe und Cédric Schneuwly eröffnete nach nur zweieinhalb Minuten das Skore. Der gefährliche Nachschuss von Schneuwly prallte vom Pfosten ab. Wiebe war als Erster an der Scheibe und drosch sie in das leerstehende Tor. Danach gestaltete sich das Spiel zwar ausgeglichen, die Gastgeber aber hatten das glücklichere Händchen und zogen mit vier Treffern in Folge davon. Das 4:1 durch Arnaud Montandon erfolgte in der 29. Minute, während zwei Oltner Akteure auf der Strafbank weilten. Die Walliser benötigten eine Minute und 42 Sekunden, um die 5-gegen-3-Situation in ein Tor ummünzen zu können. Denn die Gäste wehrten sich mit Händen und Füssen gegen den Drei-Tore-Rückstand.

Das 4:1 warf das Team von Heikki Leime aber keineswegs aus dem Konzept. Im Gegenteil: 41 Sekunden später verkürzte Shayne Wiebe auf 4:2. Und die Oltner machten weiter Druck: Aeschlimann und Meister lancierten einen gefährlichen Konter und Schneuwly hatte den Anschluss in der 37. Minute auf dem Stock, er traf aber nur die Torumrandung. Für seine Angriffsbemühungen wurde der EHCO wenig später aber doch noch belohnt, als Remo Hirt noch vor dem zweiten Pausentee völlig verdient das 4:3 erzielte. Eine eindrückliche Aufholjagd, die den Powermäusen letztendlich doch nichts brachte.