Triathlon
TriTeam Oensingen verteilt Verantwortung auf mehrere Schultern

Teamchef Bruno Probst sieht sein TriTeam für diese Saison besser aufgestellt denn je. Das Trainingslager in Kroatien war ein voller Erfolg: 43 Athleten machten die Reise mit.

michael forster
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Die Gruppe wächst stetig: Das Triathlon Team Oensingen reiste in diesem Jahr gleich mit 43 Athletinnen und Athleten ins Trainingslager nach Kroatien.

Die Gruppe wächst stetig: Das Triathlon Team Oensingen reiste in diesem Jahr gleich mit 43 Athletinnen und Athleten ins Trainingslager nach Kroatien.

zvg

«So konnte es nicht mehr weitergehen», sagt Bruno Probst mit ungewohnt ernster Miene. Jahrelang hatte er sich zuvor mit Leib und Seele dem Triathlon verschrieben und, nach einem Engagement in Herzogenbuchsee, am 1. Januar 2001 das Uebelhardt Triathlon-Team ins Leben gerufen. Zwei Namensänderungen und 14 Jahre später will der Oensinger Teamchef also kürzertreten und hat deshalb sein Triathlonteam Oensingen, wie es heute offiziell heisst, breiter abgestützt.

Bereits seit einiger Zeit konnte er sich auf die Mitarbeit von Elite-Teammitgliedern verlassen, welche sich ab dieser Saison noch stärker engagieren. So übernehmen Nadine Ackermann, Christian Rutschmann, Ladina Buss, Carmen Bucher und Pascal Frieder Trainingseinheiten oder fahren die jüngeren Athletinnen schon bald mit dem Teambus an die Rennen. Bis zu sechs Tage pro Woche war Probst jahrelang für das Team unterwegs, jetzt hat er die zeitliche Belastung deutlich reduzieren können.

Doch der 61-Jährige bleibt der Denker und Lenker des Teams, trifft sich mit seiner «Führungscrew» monatlich zum Rück- und Ausblick für die mittelfristige Planung und ist auch weiterhin noch immer an den meisten Fronten tätig. Zum Beispiel an diesem Wochenende, wenn das TriTeam mit einem Vollprogramm in die neue Saison startet.

Am Samstag übernehmen die Oensinger erstmals die Austragung des sogenannten Regio-Cups für Schüler im Alter von 10 bis 13 Jahren. Rein quantitativ gesehen hat sich der grosse Aufwand, welcher bereits im Vorfeld mit dem Einholen der Bewilligungen sowie dem Reservieren der Sportanlagen in Mümliswil (Hallenbad, Turnhalle) betrieben wurde, aber nicht gelohnt.

Nur gerade 20 Athletinnen und Athleten haben sich für das erste Kräftemessen im neuen Jahr angemeldet, dabei wäre das Programm mit dreierlei Übungen im Wasser, Tauziehen sowie einem Sprintprogramm sehr abwechslungsreich gewesen. «Das Problem liegt einerseits darin, dass die Vereine ihre Jungen nicht mehr automatisch lizenzieren», weiss Probst und nennt das Beispiel des Triathlon-Clubs Solothurn, welcher mit höchstens zwei Athleten ins Thal reisen wird. Denn nur, wer über eine Lizenz verfügt, kann am Regio- Cup teilnehmen.

An der Seite der Olympiasiegerin

Während Probst und sein Team am Regio-Cup quasi für eine Rundumbetreuung der jungen Athleten sowie eine warme Mahlzeit am Mittag besorgt sein müssen, wartet morgen Sonntag «nur» der Duathlon im Rheintal. Doch auch dieser Tag mit der frühen Anreise ins ferne Marbach wird lang – deutlich länger als für jene Gruppe des TriTeams, welche sich für den gleichentags stattfindenden Kilometertest in Aarwangen im Rahmen der Rad-Kantonalmeisterschaft entschieden hat. Wobei dem Duathlon eine grössere Bedeutung zukommt: «Dieses Rennen ist immer so etwas wie die Hauptprobe für die Duathlon-SM in Zofingen», weiss Probst. Wie immer in den letzten Jahren wird der Medaillensatz auch heuer anlässlich des Intervall-Duathlons vom 17. Mai vergeben.

Die Oensinger können getrost auf diese oder folgende Titelkämpfe im Triathlon vorausschauen, ebenso auf die Rennen im Rahmen der grössten nationalen Serie. Sie alle zählen zu den Saisonzielen der «Himmelblauen», für welche sie sich in der seit dem letzten Spätherbst andauernden Saisonvorbereitung eine gute Grundlage antrainiert haben.

Den Feinschliff holten sich die Oensinger, wie gewohnt, im Trainingslager in Kroatien. Die Rekordzahl von 43 Athletinnen und Athleten im Alter von 11 bis 61 Jahren machte sich Mitte April auf in den gastfreundlichen Südosten Europas, und, einmal mehr, erwischten sie perfekte Trainingsbedingungen.

Auf der gleichen (Hotel-)Anlage, welche unter anderem über einen sehr grosszügigen Kraftraum sowie ein Schwimmbecken verfügt, trainierte gleichzeitig auch die Olympiasiegerin von London im Diskuswerfen, Sandra Perković. Der Aufmarsch der grossen und starken Werferin mitsamt Entourage sei doch sehr eindrücklich gewesen, schmunzelt Bruno Probst: «Das hat unsere Athleten auf jeden Fall beeindruckt. Zudem sagte man uns, dass für sie und ihr Team im Hotel ganzjährlich Zimmer reserviert seien – für den Fall.»

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