Einmal mehr verzeichnet Serienmeister Wiler-Ersigen einen grossen Aderlass nach erfolgreicher Saison. Waren im Vorjahr neun Abgänge zu verzeichnen, sind es diesmal erneut deren sechs und alles hochkarätige. Bereits seit längerem stand die Rückkehr des Schweden Trios Schönbeck (Trainer) und der Spieler Olofsson / Rosén (beide Mullsjö) fest sowie der Rücktritt von „Kusli“ Gerber. Nicht verlängert wird der Vertrag mit Lassi Vänttinen, der erst vor Weihnachten zum Meister stiess. 180 Skorerpunkte (!) gehen dem SVWE verloren, vor allem aber auch ein grosses Mass an Erfahrung, zumal nun auch noch der Abschied einer Wiler Identifikationsfigur Tatsache wird.

Einer aus dem Wiler „Triple-Gold-Club“

Der langjährige SVWE-Leistungsträger und Nationalspieler Adrian Zimmermann (30) entschloss sich dieser Tage, seine Karriere zu beenden. „Nach meiner beruflichen Neuorientierung im letzten Jahr wurde es immer schwieriger, alles unter einen Hut zu bringen. Nach vielen Jahren, in denen Unihockey Priorität genoss, hat nun der Beruf Vorrang.“  Das Eigengengewächs blickt auf über 350 Spiele im SVWE-Dress zurück, feierte neun Meistertitel, zwei Cupsiege und einen Europacupsieg mit dem SVWE. Adrian Zimmermann nahm an fünf Weltmeisterschaften teil, wurde dabei gleich bei seiner Premiere 2006 in Schweden WM-Torschützenkönig.

Mit "Zimmis" Rücktritt geht ein grosses Stück Wiler Geschichte verloren. Er ist einer der letzten Aktiven aus dem Wiler Triple-Gold-Club, übrig bleiben nun noch die Brüder-Hofbauer. Zimmermann ist eine Symbolfigur der Wiler Dynastie, die um die Jahrhundertwende die Schweizer Unihockeyszene eroberte und fortan über ein Jahrzehnt dominieren sollte.  Mit Ausnahme eines Jahres in Finnland spielte der Bucheggberger nie für ein anderes Team als den SVWE. „Zimmis“ Verbundenheit und Erfolge mit Wiler-Ersigen werden mit der „retired number“ geehrt. Die Nummer 18 wird nie mehr vergeben werden. Zimmermann befindet sich damit im illustren Kreis von Michael Flury und Simon Bichsel.

Kekkonen: „Ich bin begeistert“

Der grosse Einschnitt im Wiler Kader soll kompensiert werden durch vielversprechende Zuzüge. Neben dem finnischen Topskorer Manninen sind dies die Jungtalente Bischofberger, Louis (beide Chur) sowie Mutter (WaSa). Und nun auch noch durch Riku Kekkonen, dessen Position nach dem Rücktritt Zimmermanns auch für ihn und gegen Flügel Vänttinen sprach, der gerne beim SVWE geblieben wäre. Kekkonen ist Center und spielte ebenfalls für Chur Unihockey und war massgeblich an der erfolgreichen Saison der Bündner beteiligt (43 Skorerpunkte).  Der umworbene Finne schlug zudem ein lukratives Jobangebot in Chur aus und wechselt „aus sportlichen Gründen zum SVWE. Ich möchte endlich einmal um Titel mitspielen können. Ich bin begeistert, dass der Wechsel möglich wurde“, sagt der 29-jährige Finne, der durch seine Schnelligkeit wie auch Technik und Übersicht beeindruckt. Kekkonen unterschrieb einen Zweijahresvertrag.