Unihockey
Trimbacher verhilft Zürchern zum Titel

Nicolas Berlinger schoss im Final um den Unihockey-Meistertitel 21 Sekunden vor Schluss das entscheidende Tor für GC Unihockey.

Tobias Schalk
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Erster Titelgewinn der Vereinsgeschichte: Die GC-Spieler sind nach dem 10:8-Sieg gegen Köniz im Siegestaumel.

Erster Titelgewinn der Vereinsgeschichte: Die GC-Spieler sind nach dem 10:8-Sieg gegen Köniz im Siegestaumel.

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«Mir war sofort klar, dass dies der Meistertitel bedeutet», erinnert sich Nicolas Berlinger an sein siegsicherndes Tor. Auf seinen Flachschuss zum 10:8 nur 21 Sekunden vor der Schlusssirene folgten überschwängliche Freude und grosse Erleichterung darüber, dass es für GC Unihockey erstmals zum Meistertitel in der NLA gereicht hat.

Im Rahmen des Unihockey-Superfinals im ausverkauften Klotener Schluefweg wollte dieser Erfolg aber hart verdient sein. Die Affiche lautete souveräner Qualifikationssieger Floorball Köniz gegen den Quali-Dritten GC.

Dank Aufholjagd zum Titel

Erst schien die Grasshoppers das gleiche Schicksal wie bereits im Cupfinal gegen Köniz zu ereilen, als die Zürcher früh in Rückstand gerieten und nicht mehr in die Partie zurückfanden. Nach verpatztem Startdrittel mit vielen Eigenfehlern lag GC im Final der Meisterschaft zwischenzeitlich mit 1:4 Toren zurück.

Wenn auch mit einem zweiten Treffer die Hoffnung zurückgebracht wurde, so ereilte die GC-Akteure in der ersten Pause ein regelrechtes Donnerwetter durch ihren Coach Luan Misni. «Mit hochrotem Kopf und maximaler Lautstärke hat er uns fünf Minuten lang den Kopf gewaschen, wie ich es noch nie erlebt habe», sagt Berlinger zwei Tage nach dem flammenden Appel, noch immer sichtlich beeindruckt.

Genau dies sei aber der Input gewesen, den die Mannschaft benötigt habe: «Er hat die richtigen Worte gefunden und uns aufgeweckt», ist sich der 28-Jährige sicher. Regelrecht entfesselt, mit fünf Toren in Serie, schafften die Grasshoppers das Comeback. Insbesondere Superstar Kim Nilsson zeigte eine Parforceleistung, war überall anzutreffen und legte auch für Linienpartner Berlinger auf, der zum 6:4 traf.

Nicolas Berlinger

Nicolas Berlinger

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Die Könizer bäumten sich im Schlussabschnitt nochmals auf und kamen bis auf ein Tor heran, als die Kräfte der nur mit zwei Linien agierenden Zürcher zu schwinden begannen. Der knappe Vorsprung wurde mit allen Mitteln verteidigt, bevor der ehemalige Trimbacher im GC-Dress die Siegessicherung bewerkstelligte.

«Ich bin extrem stolz, dass wir die Wende geschafft haben», hält Berlinger fest und liefert Gründe: «In den Playoffs haben wir ähnliche Erfahrungen gemacht mit Rückständen, die wir aufholen mussten.» Dadurch sei das Team noch enger zusammengerückt. «Wir waren am Tag X bereit. Darauf kommt es an», hält Berlinger die Maxime bei einem Superfinal fest. Für ihn war es nach zwei Erfolgen mit Wiler-Ersigen bereits der dritte persönliche Meistertitel. «Dass ich nun mit einem zweiten Verein den Titel holen konnte, ist eine besondere Genugtuung. Ich glaube, das haben noch nicht viele Spieler vor mir geschafft.»

Einen Zukunftsentscheid hat Berlinger, der in Zürich im Vollzeitpensum als Sportlehrer arbeitet, bislang noch nicht gefällt: «Ich schaue von Saison zu Saison», erklärt er. Die Zeichen gingen aber dahin, dass er nochmals ein Jahr anhänge. Schliesslich lockt die Teilnahme am Champions Cup im kommenden Herbst. Vorerst will er aber den Meistertitel noch etwas auskosten. Während der ganzen Woche sei er in Feierlaune und habe Unternehmungen mit seinen Teamkollegen geplant, schmunzelt der erfolgreichste Unihockey-Spross der Region.

Nicolas Berlingers Karriere

Nach den ersten Jahren mit dem Erlernen des Unihockey-Abcs in Trimbach wechselte Nico Berlinger für erste Grossfelderfahrungen in die Nachwuchsabteilung von StaWi Olten und später zu den Elite-Junioren von Wiler-Ersigen. Dann kehrte er nach Olten zurück, wo er mit der ersten Mannschaft den Aufstieg in die 1. Liga feierte.

Nach einem zweiten StaWi-Jahr erhielt er die Chance, sich in der NLA bei den Kloten-Bülach Jets zu beweisen, wo er einschlug wie eine Bombe: 43 Punkte totalisierte er in seiner Premierensaison, was von der Nationalmannschaft nicht unbeachtet blieb. Sein Torinstinkt weckte auch Begehrlichkeiten von Branchenkrösus Wiler-Ersigen, wohin er denn auch wechselte. In insgesamt dreieinhalb Jahren beim SVWE wurde der Stürmer zweimal Meister, bevor er im Winter des vergangenen Jahres jobbedingt zu GC Zürich wechselte.

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