Paukenschlag
Trainerwechsel beim FC Solothurn: «Sayilir hat erleichtert reagiert»

Beim Erstligisten FC Solothurn kommt es zum Trainerwechsel. Aziz Sayilir muss den Klub auf die Winterpause hin verlassen. Seine Nachfolge steht noch nicht fest.

Pius Rüegger
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Aziz Sayilir ist in der Rückrunde nicht mehr Trainer des FC Solothurn.

Aziz Sayilir ist in der Rückrunde nicht mehr Trainer des FC Solothurn.

Hanspeter Schläfli

Mit einem Paukenschlag wartet der FC Solothurn zum Ende des Fussballjahres 2015 auf. Der Stadtclub und Trainer Aziz Sayilir gehen getrennte Wege. Sayilir und die Mannschaft wurden am Dienstagabend über diesen überraschenden Entscheid orientiert. «Sayilir hat erleichtert reagiert, er spürte selbst diesen Druck», sagte Sportchef Francisco Fernandez.

Seit dem 20. März 2014 im Amt, habe er viel bewirkt, aber die Zeichen waren da, dass es so nicht weiter gehen könne. «Wir haben abgemacht, dass wir die Gründe nicht kommunizieren, um auch ihn zu schützen und fair zu bleiben, uns geht es um die Sache», erklärte Fernandez.

Es sei kein einfacher Entscheid gewesen, aber er habe sich schon länger abgezeichnet und sei nicht mit der Niederlage am Sonntag in Münsingen gefallen, ein Sieg hätte nichts geändert. Im kleinen Kreis von vier, fünf Personen in der sportlichen Leitung wurde schon länger darüber gesprochen. «Es war kein Schnellschuss, sondern über Wochen gewachsen. Die Zeichen hinter den Kulissen waren zu stark, frischer Wind tut gut», äusserte das Geschäftsleitungsmitglied weiter. Dieser Schritt wurde bewusst auf den Beginn der Winterpause gemacht, um die Ruhe zu bewahren. Dann könne die Mannschaft mit neuem Elan, neuen Ideen in die Rückrunde gehen.

Wunschkandidaten im Visier

Die Nachfolge ist noch nicht geregelt. «Wir haben noch keine Kandidaten, jedoch Wunschkandidaten», läuft das Telefon beim Sportchef heiss. Sobald der neue Chefcoach bekannt ist, wird diese Person in die Vorbereitungen einbezogen. Eine Bedingung wird sein, dass der übrige Staff zusammenbleibt.

«Es ist eine Horror-Gruppe, jeder schlägt jeden, es ist extrem», stellte Sportchef Fernandez fest. «Wir sind gut gestartet, aber nicht dort, wo wir hingehören», sagte der Bettlacher. Mit Rang 8 – sechs Punkte hinter Leader Münsingen (26) und acht Punkte vor dem Schlussduo Wangen bei Olten sowie Bern (je 12) – liegen die Ambassadoren mit 20 Punkten in der Mitte. Die Startphase mit elf Punkten aus acht Spielen fiel gut aus.

Nach der 2:5-Klatsche bei den Basler Black Stars holte die Stadionelf aus drei Partien sieben Zähler. Dann folgte die Auswärtsbewegung in Muri AG: Mit einem Sieg im Freiamt wären die Rot-Weissen Leader geworden. Nach der 1:0-Führung mussten sie aber den Ausgleich hinnehmen und fielen kontinuierlich von Platz 2 auf Position 8 zurück – mit nur noch zwei von zwölf möglichen Punkten. «Wir kommen bis zum Abschluss, aber dann ist fertig», stellte Fernandez fest. «Vor dem Tor haben wir eine Blockade und diese müssen wir beheben.» Das Barcelona-Mitglied ist überzeugt, dass die Spieler die Qualitäten für eine bessere Klassierung besitzen. Die Defensive wirkte ausser im Black-Stars- und Münsingen-Match stabil. Die Offensive jedoch liess vom Saisonstart an zu wünschen übrig.

Zuzüge unter den Erwartungen

Dieses Manko sollte mit den nachträglichen Verpflichtungen ab 31. August 2015 der beiden Stürmer Marjan Andonov – der Mazedonier schoss in der zweiten Runde noch für Sursee das 3:1 – und dem von Le Locle gekommenen ivorisch-schweizerischen Doppelbürger Jean Stéphane Doua behoben werden.

Mit je zwei Treffern wie Adrian Fleury und Kaltrim Osaj hinter den beiden Vierfach-Torschützen Sacha Stauffer und Massimo Veronica blieben sie unter den Erwartungen. Insgesamt setzte Aziz Sayilir 21 Spieler ein. Jeffrey Grosjean, Marc Du Buisson, Sacha Stauffer und Massimo Veronica kamen in allen Spielen zumindest zu einem Teileinsatz. «Im Frühling wollen wir wieder angreifen», lautet die Devise von Sportchef und Verein.

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