1.Liga Classic
Trainer zum Tief des FC Solothurn: «Nur die Resultate sind schlecht»

Mit der 2:4-Niederlage in Schötz ist Solothurn in der 1. Liga Classic unter den Strich auf einen Abstiegsplatz gerutscht. Trainer Roland Hasler nimmt zur Situation beim FC Solothurn Stellung.

Hans Peter Schläfli
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Trainer Roland Hasler möchte mit dem FCS bis zur Winterpause ins Tabellenmittelfeld vorstossen

Trainer Roland Hasler möchte mit dem FCS bis zur Winterpause ins Tabellenmittelfeld vorstossen

Hans Peter Schläfli

«Ich will den ganzen Druck auf mich nehmen. Es gibt keine Schuldzuweisungen an einzelne Spieler», sagt Roland Hasler, der seit 2004 den FCS trainiert, vor dem heutigen schweren Heimspiel gegen den Aufstiegsaspiranten Köniz (Anstoss 16 Uhr). Der SZ steht der Solothurn-Trainer Red und Antwort.

Roland Hasler, wie ist die Stimmung angesichts der Tabellensituation bei Ihnen und beim FC Solothurn?

Roland Hasler: Ich persönlich fühle mich bestens und gesund, aber wenn wir beim FC Solothurn auf die Punkteausbeute schauen, dann geht es uns allen nicht so gut. Was mich positiv stimmt, ist die Kraft, die ich in der Mannschaft sehe und spüre.

In der Vorbereitung und in den ersten Ernstkämpfen wurde die neu formierte Mannschaft von allen Seiten gelobt. Wie konnte es zu diesem Einbruch und einer Serie von sechs Spielen ohne Sieg kommen?

Nur die Resultate sind schlecht. Acht Spiele, fünf Punkte, das ist zu wenig, das kann man nicht wegdiskutieren. Aber die Leistungen waren eigentlich gut. Es waren immer Fifty-fifty-Spiele. Einzig gegen Schötz haben wir mit zwei Toren Unterschied verloren, sonst war es nur ein Tor. Manchmal gab ein dummes Eigentor, manchmal ein strenger Platzverweis, manchmal ein Offside-Tor und manchmal gab ein unglücklicher Penalty den Ausschlag gegen uns.

Gab es einen Knackpunkt, wo die Situation änderte?

Eigentlich nicht. Meine Spieler müssen lernen, dass alle gegen den FC Solothurn dreimal mehr motiviert auftreten. Vielleicht lief in der super Vorbereitung alles etwas zu einfach und die Mannschaft dachte, dass das jetzt einfach so weitergehen wird. Wir hatten am Montag eine konstruktive Aussprache. Wir müssen jetzt alles daran setzen, dass das Pendel wieder auf die andere Seite ausschlägt.

Was macht man jetzt in dieser Situation?

Der FC Solothurn hat sich für diese Saison drei Ziele vorgenommen: Schuldenabbau, als Ausbildungsverein viele junge Spieler einzusetzen und erfolgreich sein. Diese drei Ziele unter einen Hut zu bringen, ist nicht einfach, das war mir schon im Sommer klar. Wir arbeiten jetzt seriös weiter und ich hinterfrage alles, was ich als Trainer mache und was ich bisher gemacht habe. Ich will den ganzen Druck auf mich nehmen. Es gibt keine Schuldzuweisungen an einzelne Spieler. Die sollen frisch bleiben und an sich glauben. Wenn wir noch mehr leisten und kämpfen, dann wird das Pendel wieder auf unsere Seite ausschlagen.

Verstärkungen fordern Sie keine?

Nein, denn da sind wir wieder bei den klaren Vorgaben des Vereins. Es wäre ja absurd, wenn ich einem jungen Spieler sage, dass ich an ihn glaube, und dann einen anderen für diese Position hole. Die Mannschaft ist intakt. Wir mussten uns in dieser Saison noch von keinem Spieler trennen. Keiner wollte gehen und keiner musste gehen. Das zeigt, dass es keine Führungsprobleme gibt.

Nun sind Sie als Trainer wieder Mitglied der FCS-Geschäftsleitung. Gibt es da keine Interessenskonflikte?

In der Geschäftsleitung hat es viele kompetente Leute, und ich bin nur eine Stimme. Ich engagiere mich im technischen Sektor, wie zum Beispiel bei Fragen zu den Transfers, den Ausbildungsentschädigungen oder unserer Fussballphilosophie mit unserem Technischen Leiter. Ansonsten halte ich mich zurück.

Und was passiert, wenn die Geschäftsleitung den Trainer zum Thema macht?

Dann gehe ich raus und lasse die anderen darüber diskutieren und entscheiden. Vor etwa eineinhalb Jahren hatte ich in einer ähnlich schwierigen Situation selber eine solche Sitzung angeregt, an der ich nicht selber teilnahm.

Man sagt, der FC Solothurn schulde Roland Hasler viel Geld, und deshalb sei er als Trainer praktisch unantastbar. Was sagen Sie zu diesem Gerücht?

Ich bin froh, dass ich das richtigstellen kann. Ich habe keinen Franken in diesem Verein. Ich habe immer alles erhalten und ich habe nie gratis für den FC Solothurn gearbeitet. Ich bin ein leidenschaftlicher Trainer und SFV-Fussballinstruktor und weiss, was meine Arbeit wert ist, und ich erhalte für meine Leistungen einen fairen Lohn. Das Einzige, was im Stadion mir gehört, ist etwas Trainingsmaterial.

Wie geht es jetzt mit dem FC Solothurn weiter?

Wir sind in einer heiklen Situation, die nicht unterschätzt werden darf. Wir müssen bis zur Winterpause den Anschluss ans Mittelfeld der Tabelle schaffen. Dazu müssen wir kratzen wie ein Eichhörnchen, um jeden möglichen Punkt zu ergattern. Ich denke nicht, dass die Geschäftsleitung vom eingeschlagenen Weg abkehren und nun viel Geld in neue Spieler investieren wird. In der Winterpause werden wir deshalb mit einer ganz seriösen Vorbereitungsphase die Basis dazu legen, dass wir aus der Abstiegsgefahr herauskommen. Ich glaube an meine junge Mannschaft.

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