Am Sonntag ging im finnischen Turku die Pesäpallo-Weltmeisterschaft zu Ende (wir berichteten im Vorfeld). Die Schweizer Mixed-Mannschaft, die an der letzten WM noch Bronze geholt hatte, landete auf dem fünften Platz. Das Männerteam schaffte es bis in die Halbfinals, unterlag dort aber dem späteren Weltmeister Finnland. Das mehrheitlich aus Solothurnern bestehende Team sicherte sich durch Siege gegen starke Gegner wie die USA oder Estland schliesslich den vierten Rang. Wir sprachen mit Spielertrainer Reto Brotschi. 

Spielertrainer Reto Brotschi: «Die WM in Turku war ein voller Erfolg.»

Spielertrainer Reto Brotschi: «Die WM in Turku war ein voller Erfolg.»

Wie haben sich die Vorstellungen für die WM erfüllt?

Reto Brotschi: Ein Ziel war, dass beide Mannschaften so gut wie möglich abschneiden. Den Männern ist dies mit dem vierten Rang sicher gelungen. Das Mixed-Team auf Platz fünf ist unterbewertet klassiert. Die Teams sind zusammengesetzt aus den vier Schweizer Klubs. Daher lag uns viel daran, als Nationalmannschaft zu einer Einheit zu werden. Wie wir dies umgesetzt haben, ist toll. Die Unterstützung unter dem Männer- und dem Mixed-Team war beeindruckend. Wir waren füreinander da und die Stimmung war super. Obwohl wir mit Verletzungen zu kämpfen hatten, war die WM ein voller Erfolg.

Welches waren die Unterschiede zwischen den Schweizer Mannschaften und den anderen Teams?

Die Finnen sind überragend. Sie bestimmten – wie zu erwarten war – jedes Spiel. Australien hat eine lange Tradition mit einer eigenen Liga. Deutschland hat gut eingespielte Nationalteams. Die Schweiz mit ihrer Liga aus vier Klubs kann dieses hohe Niveau natürlich nur schwer erreichen. Wir mussten an unser Limit, um mit diesen Topteams mithalten zu können. Dies machte sich dann an den zahlreichen Verletzungen bemerkbar. Es kam kein Spieler ohne Blessuren nach Hause.

Wie war die Stimmung in Turku?

Wir waren wie eine grosse Familie. Die Gastgeber waren extrem freundlich. An jedem Spiel war die Stimmung grossartig. Das Turnier war super organisiert. Wir hatten auch die Möglichkeit, neben den Spielen das Land zu erkunden, und besuchten in einem kleinen Fischerdorf zum Beispiel die grösste Sauna der Welt.

Wie geht es weiter mit den beiden Nationalteams?

Die nächste Weltmeisterschaft findet 2019 in Indien statt. Da gibt es momentan einen richtigen Pesäpallo-Hype mit dem Aufbau einer eigenen Liga. Die Teilnahme an diesem Turnier ist eine finanzielle Herausforderung für uns, da jeder einzelne Spieler für die Kosten selber aufkommt. Wir suchen nach Lösungen, damit wir die Schweiz an der WM in zwei Jahren vertreten können.