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Trainer Philippe Perret hat in Biel gezaubert

Der FC Biel hat die als «mörderischer Überlebenskampf» angekündigte Challenge-League-Saison mit fünf Absteigern bereits eine Runde vor Schluss erfolgreich abgeschlossen. Ein kleines Wunder.

Peter Renatus
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Philippe Perret hat in Biel hervorragende Aufbauarbeit geleistet.

Philippe Perret hat in Biel hervorragende Aufbauarbeit geleistet.

Keystone

Zwar haben sich die Platzierungen des FC Biel in den vier Jahren der CL-Zugehörigkeit stets leicht verschlechtert (5., 7., 9. und momentan 10. Rang). Aber das Hauptziel Ligaerhalt wurde, ohne je ernsthaft in Relegationsgefahr zu geraten, relativ souverän erreicht, betrug doch der Vorsprung auf einen Abstiegsplatz nach 24 Runden 13 Punkte. Erst ein Nachlassen in der Schlussphase (5 Punkte aus 7 Spielen) liess die Verfolger Wohlen und Stade Nyonnais noch aufrücken.

Auswärts besser als zu Hause

Nicht nur mussten die Seeländer mit dem zweitkleinsten Budget der Liga haushalten. Sie verloren zudem in der Winterpause ihren mit Abstand besten Spieler Marco Mathys an Aufsteiger St. Galen und mussten in der Rückrunde wochenlang verletzungshalber auf sämtliche vier Innenverteidiger verzichten. Einiges zum Erfolg trug die verbesserte Auswärtsbilanz bei, holte man doch auf fremden Terrains im Gegensatz zur letzten (14 Zähler) oder gar vorletzten Saison (10) diesmal bis jetzt 21 Punkte.

Leider verschlechterte sich dazu reziprok die Heimausbeute, wo nur noch 19 Zähler resultierten. Vor allem die Niederlage gegen Nyon oder die Unentschieden gegen Wohlen und Carouge kosteten einen oberen Mittelfeldplatz. «Das einzige Negativum dieser Saison stellt für mich die Inkonstanz in unserer Leistungskurve dar», bilanziert Trainer Philippe Perret, welcher die Equipe in den vier Jahren seines Wirkens kontinuierlich weiterentwickelt hat.

«Doch immer wenn ich geglaubt habe, ein spielerisch-taktisches Ziel erreicht zu haben, folgte ein Hammerschlag in Form unerklärlich schwacher Leistungen. Unter dem Strich hat mein Team aber trotz limitierter Mittel eine Topleistung erbracht», ergänzt der Baumeister des Bieler Erfolgs.

Fragezeichen für die Zukunft

Trotz sportlich gesichertem Ligaerhalt steht dieser noch nicht definitiv fest, hat man doch in erster Instanz die Lizenz für nächste Saison noch nicht erhalten (Entscheid der Rekurskommission folgt morgen). Selbst wenn diese erteilt werden sollte, stehen über der nahen Zukunft des FC Biel etliche Fragezeichen: Findet man angesichts des Mini-Budgets valablen Ersatz für Spielmacher Mathys und den zu Aarau abwandernden Captain Sheholli? Finden sich die Akteure auf dem Kunstrasen der Neuenburger Maladière zurecht ? Biel steht nach erfolgreichen vier CL-Jahren vor einer Phase der Ungewissheit.

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