2. Liga

Topskorer Samoell Prenaj: «Zwanzig Tore sollten mindestens drinliegen diese Saison»

Samoell Prenaj (r.) beim 2:2 gegen den FC Biberist.

Samoell Prenaj (r.) beim 2:2 gegen den FC Biberist.

Samoell Prenaj und der FC Iliria treffen am Samstag auswärts auf den ersten Verfolger FC Bellach. Nur einen Punkt beträgt der Vorsprung des Tabellenführers Illiria auf Bellach. Mit einem Sieg könnte der FC Iliria folglich die Tabellenführung ausbauen und sich von der Konkurrenz absetzten.

18 Saisontore, Platz zwei in der Meisterschaft und der Cupsieg; trotz eindrücklicher Bilanz fällt das Fazit zur vergangenen Saison zwiespältig aus. Nicht etwa wegen des verpassten Meistertitels, sondern weil zwei Spieler mehr Tore erzielten als Samoell Prenaj.

«Der Aufstieg kam für uns noch nicht infrage», sagt der 25-Jährige, «mein Ziel war es, Topskorer zu werden. Wenn ich nicht sechs Spiele verpasst hätte, hätte es wohl gereicht.» Immerhin gewann der FC Iliria den Cup – nach dem Aufstieg mit Oensingen und dem Meistertitel mit Subingen ein weiterer Höhepunkt seiner Karriere.

Prenaj wuchs im Kanton Bern auf, zog mit seiner Familie mit acht Jahren nach Oensingen und lebt seit 2015 in Kestenholz. Als Junior des FC Oensingen durfte er mal an ein Probetraining des FC Solothurn. Zusammen mit ein paar Kollegen. Er konnte sich für ein Testspiel aufdrängen, die Kollegen allerdings nicht. «Ich bin dann einfach auch nicht mehr hingegangen», blickt er zurück. Er muss zwar lachen, überlegt sich aber manchmal, was wohl daraus geworden wäre. «Ich war da erst elf, zwölf Jahre alt.»

Seit anderthalb Jahren ist er beim FC Iliria glücklich

Der Karosserieleiter spielte in den vergangenen Jahren für Egerkingen, Subingen und Fulenbach. Am Anfang seiner Aktivkarriere war sogar ein Abstecher zum FC Grenchen dabei, der damals in der 1. Liga war. Der Aufwand war ihm während der Ausbildung aber zu gross.

Sein Weg führte ihn mehrmals zurück zum FC Oensingen. Zuletzt in der Saison 2016/17. Er habe sich lange überlegt, ob er noch einmal in der 3. Liga gehen soll. Der entscheidende Input kam von seinem Vater, der, was den Fussball angeht, so etwas wie seine rechte Hand und eine Art Berater sei.

«Hilf dem Klub, in die 2. Liga aufzusteigen», lautete dessen Ratschlag. Und das tat er; als bester Torschütze des Teams führt er den FC Oensingen 2017 in die 2. Liga. Dort konnte sich der Klub allerdings nicht halten und die 3. Liga wollte sich Prenaj nicht mehr antun. So kam es auf die abgelaufene Spielzeit hin zum Wechsel zum FC Iliria.

«Diesen Schritt habe ich bis jetzt sicher nicht bereut. Ich brauche Mitspieler, die mich einsetzen, und das ist bei unserer spielerisch und technisch starken Mannschaft klar der Fall», sagt er. Iliria ist mit fünf Siegen und zwei Unentschieden in die laufende Saison gestartet und liegt an der Tabellenspitze. Diesmal soll der Titel her. Und natürlich die Torjägerkanone für Samoell Prenaj.

Vier Tore in Härkingen

Obwohl er das Spiel gegen Lommiswil verpasste und gegen Mümliswil nur eine Hälfte absolvierte, steht er bereits wieder bei neun Saisontoren und ist damit Spitzenreiter der Torschützenliste. Ob er damit zufrieden sei? «Geht so», lautet die Antwort. «Man darf nie zufrieden sein, sonst wird man überheblich und dann klappt es nicht mehr.»

Herausragend aus seiner Sicht war der Härkingen-Match am dritten Spieltag. Prenaj glich in der 18. Minute zum 1:1 aus, brachte sein Team mit 2:1 (54.) sowie 3:2 (88.) in Front, und nachdem Härkingen kurz vor Schluss noch einmal ausgleichen konnte, gelang ihm in der Nachspielzeit der siegbringende vierte Treffer.

«Da hat es richtig angehängt», sagt er cool. Vier Tore in einem Spiel gelangen ihm auch letzte Saison, allerdings gegen einen inferioren FC Olten II, und dies zählt nicht, wie er selbst sagt. «Zwanzig Tore sollten mindestens drinliegen diese Saison», verrät er sein Saisonziel.

Heute steht für den FC Iliria der Spitzenkampf beim Verfolger FC Bellach an. «Wenn wir unsere Qualitäten auf den Platz bringen, werden wir sicher nicht scheitern», blickt Prenaj voraus. «Wir müssen von Anfang an bereit sein und dürfen keinen Gang zurückschalten.» Unterstützung vom Spielfeldrand her wird er wie immer von seinen Eltern erhalten, die seit seiner Juniorenzeit praktisch keinen Match verpasst haben. «Das gibt mir Kraft», sagt der Familienmensch. 

Autor

Raphael Wermelinger

Raphael Wermelinger

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