Bereits vor der Playoff-Halbfinal-Serie warnte Wiler-Trainer Johan Schönbeck vor dem geradlinigen und schnörkellosen Tempo-Unihockey der Langnauer. Während sich die Tigers am vergangenen Mittwoch in der ersten Halbfinal-Partie das Leben mit teilweise groben Aussetzern noch unnötig selbst schwer machten, folgte gestern zu Hause eine mentale Machtdemonstration. Es war der Beweis, dass der 10:5-Cup--Erfolg alles andere als eine Eintagsfliege gewesen war.

Tigers Langnau legen vor

Dabei glich die Partie bis zum Ende des zweiten Drittels sehr dem ersten Aufeinandertreffen. Wiler-Ersigen nahm in der Startphase erneut zu stark das Spiel der Tigers an. Engel und Andersson brachten das Heimteam im ersten Abschnitt zweimal in Front. Beide Treffer waren sinnbildlich für das Unihockey, welches dem Qualifikations-Sechsten bereits den beachtlichen 4:1-Viertelfinal-Erfolg über Meisterkandidat GC bescherte.


Sinnbildlich für die bisherigen Auftritte der Tigers war aber auch, dass sie nach der zwischenzeitlichen 3:1-Führung die Gäste eigenhändig ins Spiel zurück baten. Wiler-Youngster Känzig konnte nach einem kapitalen Fehlpass von Rindlisbacher in Ruhe auf 2:3 verkürzen. Es war die Initialzündung für ein kurzes Feuer, welches mit dem 3:3-Ausgleichstreffer durch Matthias Hofbauer in der 37. Minute belohnt wurde.

Was das Heimteam dann aber im Schlussabschnitt zeigte, war grosse Klasse und eine ebenso starke Kampfansage an den Meister. Anders als noch im ersten Vergleich bildete eine äusserst lobenswerte Moral den Grundstein zum Erfolg, der die Hoffnung auf eine Revanche des letztjährigen Playoff-Finals weiter aufrechterhält.

Das darf nicht mehr passieren

Wiler-Ersigen, das im Schlussabschnitt grösstenteils in die eigene Spielhälfte gedrückt wurde und kaum noch ein Mittel gegen die drohende Niederlage fand, erlebte indes ein Wechselbad der Gefühle. Nachdem man vor allem im Mitteldrittel das Spiel teilweise dominieren konnte, passte beim Meister im letzten Abschnitt nichts mehr zusammen. «Wir hörten von der einen auf die andere Sekunde auf zu spielen. Das darf uns nicht mehr passieren», sagte Schönbeck bereits am Mittwoch.

Gestern Samstag wähnte sich der ehemalige Tigers-Coach in einem Déjà-vu, denn spätestens als Pylsy den erneuten Tigers-Führungstreffer zum 4:3 erzielen konnte, brachen in der Espace-Arena alle Dämme. Clever verwaltete Langnau in der Folge die Führung, liess Wiler-Ersigen anrennen und setzte gezielte Nadelstiche in Form von schnellen Kontern. Ein Spiel, das dem Vize-Meister definitiv entgegenkommt.