Der Herzschlagfinal

Timo Helbling: «Wenn die Spielfreude verloren geht, wird es schwierig»

Timo Helbling: Der 34-jährige Verteidiger des SC Bern stammt aus dem Kanton Solothurn.

Timo Helbling: Der 34-jährige Verteidiger des SC Bern stammt aus dem Kanton Solothurn.

Heute und morgen entscheidet sich, welche Teams den Sprung in die Playoffs schaffen und wer gegen den Abstieg kämpfen muss. Vier Beteiligte aus der Region der «Nordwestschweiz» erzählen, wie sie den Kampf am Strich erleben.

«Ich erlebe nicht meinen ersten Strichkampf. Trotzdem ist das Erlebnis immer wieder sehr intensiv. Es ist viel Druck spürbar. Auf der anderen Seite sehe ich so eine Situation auch immer als Herausforderung und Challenge an. Es ist eine interessante, spannende Aufgabe. Es sind Spiele, in denen es um viel geht. Und an solche erinnert man sich dann letztlich auch wieder. Ich sehe es gerne aus diesem positiven Blickwinkel. Das war auch innerhalb der Mannschaft unsere Betrachtungsweise. Für mich ist das einfacher, das Negative auszublenden, weil ich eben nicht das erste Mal mit so einer Ausgangslage konfrontiert bin.

Es gehört auch zum Spitzensport dazu, dass man den Umgang mit Niederlagen lernt. Genauso, wie man im Falle des Erfolgs versuchen muss, nicht abzuheben, gilt es bei einem negativen Lauf, sich nicht allzu sehr nach unten zu ziehen lassen. Man muss sich in so einer Situation auch immer bewusst sein, was man überhaupt macht. Zum Beispiel, dass man mit dem Eishockey spielen sein Geld verdient und sein Hobby zum Beruf machen durfte. Natürlich geht es um viel, natürlich sind Druck und Erwartungshaltung gerade in Bern enorm gross. Aber letztlich ist es ein Spiel. Und wenn diese Spielfreude verloren geht, dann wird es sowieso schwierig.

Wichtig ist auch, dass man sich in so einer schwierigen Situation möglichst auf sich selbst konzentriert und nicht zu viel nach links und nach rechts schaut. Man hilft der Mannschaft am meisten, wenn man seinen eigenen Job erledigt. Das tönt jetzt vielleicht banal, entspricht aber der Wahrheit. Das heisst aber nicht, dass ich nicht versuche, meine Erfahrungen in so einer Situation weiterzugeben. Bei den internen Teammeetings gebe ich natürlich schon meine Inputs. Aber irgendeinmal ist genug diskutiert. Dann muss man auf dem Eis seine Leistung abliefern. 

Deshalb bin ich überzeugt, dass wir die Playoffs erreichen. Unsere Mannschaft ist trotz den vielen Sachen, die in den letzten Monaten passiert sind, sehr intakt. Die Stimmung ist gut. Wir sind auch dann, als es uns nicht lief, nie komplett auseinandergefallen – da habe ich schon anderes erlebt. Uns fehlt nicht viel, dass wir die Topmannschaft sein können, die wir auch sein wollen.»

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