EHC Olten

Tim Grossniklaus: ein Leader ohne Starallüren

EHCO-Goalie Matthias Mischler beobachtet, wie Tim Grossniklaus einen Angriff auslöst.

EHCO-Goalie Matthias Mischler beobachtet, wie Tim Grossniklaus einen Angriff auslöst.

Tim Grossniklaus will mit dem EHC Olten heute Dienstag (19.45 Uhr) die Siegesserie gegen den HC Thurgau fortsetzen.

Es gehört normalerweise zu den Aufgaben der jüngsten Teammitglieder, am Ende des Trainings die Pucks einzusammeln. Beim EHC Olten ist das dieser Tage anders. Captain Lukas Haas und Verteidiger Tim Grossniklaus waren am Montag Teil eines kleinen Grüppchens, welches nach getaner Arbeit für Ordnung sorgte auf dem Eis. Es mag nur ein Detail sein, aber Aktionen wie diese sagen eben auch etwas aus über das Innenleben einer Mannschaft. Alle sind gleich. Alle ziehen am selben Strick. Alle haben ein klares Ziel vor Augen. Alle wollen helfen, dieses Ziel zu erreichen – ohne Starallüren.

In einem Team wie demjenigen des EHC Olten, in welchem es viele potenzielle Häuptlinge gibt, die besondere Rollen und entsprechend Eiszeit für sich beanspruchen könnten, ist das umso bemerkenswerter. Auch Tim Grossniklaus gehört zu dieser Leadergruppe. Der Verteidiger wechselte im Sommer aus der höchsten Spielklasse in die Swiss League. Der 23-Jährige hatte nach einer Saison, in welcher er 32 Spiele für den HC Davos bestritt und acht weitere für Servette Genf, ursprünglich vorgehabt, sich weiter im Oberhaus des Schweizer Eishockeys zu etablieren.

Die erhoffte Verlängerung des Engagements in Genf zerschlug sich. Als der EHC Olten sein Interesse bekundete, war für den Berner schnell klar, wo er seine Zukunft sieht: beim ambitionierten B-Ligisten mit dem klaren Ziel, in die höchste Spielklasse aufzusteigen.

Eine lernfähige Stütze

Dass Tim Grossniklaus auf dem beschwerlichen Weg nach oben eine ganz wichtige Stütze sein kann, bewies er in den ersten Wochen der Meisterschaft bereits eindrücklich. EHCO-Headcoach Chris Bartolone zeigt sich jedenfalls beeindruckt von seinem neuen Schützling. «Er verfügt über viele Stärken. Und er ist sehr lernfähig.» Es ist jedenfalls offensichtlich, dass die Oltner Defensive an Stabilität gewonnen hat. Wobei Grossniklaus nicht nur hinten seine Aufgaben erledigt, sondern auch gegen vorne Impulse zu setzen vermag. Nach fünf Spielen hat er schon je zwei Tore und zwei Vorlagen auf dem Konto.

Während er in der letzten (NLA-)Saison mit stark beschränkter Eiszeit nur wenig Einfluss auf das Spielgeschehen hatte, kann Tim Grossniklaus im Trikot des EHC Olten umso mehr Verantwortung übernehmen. Es kommt auch nicht von ungefähr, dass der 1,84 Meter grosse Verteidiger als Neuling gleich Unterschlupf im Captain-Team gefunden hat. «Er bringt die Leadership-Qualitäten mit, die wir gesucht haben», sagt Chris Bartolone.

Der EHCO-Headcoach ist mit dem Saisonstart seiner Mannschaft generell zufrieden. «Wir sind auf dem richtigen Weg, aber wir haben noch Luft nach oben», sagt er. Und verweist auf das Spiel in La Chaux-de-Fonds (6:3), in welchem man nach einer 5:1-Führung und einem souveränen Auftritt am Ende doch nochmals ein wenig ins Wanken kam. Bartolone: «Wir müssen noch lernen, solche Partien sicher nach Hause zu bringen.»

Grösserer Konkurrenzkampf erhöht Leistungskultur

Sehr erfreut ist Chris Bartolone über die Tatsache, dass sich seine Mannschaft als sehr ausgeglichen präsentiert und alle ihren Beitrag zur jüngsten Erfolgswelle geleistet haben. Vor allem auch Spieler, von denen man es nicht unbedingt erwartet hat – wie der zuletzt überragende Alban Rexha oder Joachim Vodoz, dem die EHCO-Verantwortlichen grosse Fortschritte attestieren. Was wiederum heisst, dass der Konkurrenzkampf grösser wird, sobald wieder alle Mann an Bord sind. «Dann wird die Messlatte noch weiter nach oben gesetzt. Wer seine Leistung nicht bringt, sitzt auf der Tribüne», unterstreicht Bartolone. Dann kommt die von ihm so gerne propagierte «Leistungskultur» vollumfänglich zum Tragen.

Apropos Rückkehrer: An der Verletztenfront zeichnet sich weiter Verbesserung ab: Im gestrigen Training waren sowohl Luca Zanatta als auch Silvan Wyss in ihren roten «Kein-Kontakt»-Leibchen auf dem Eis präsent. Zanatta tastet sich nach seinen Beschwerden in der Hüftgegend langsam wieder zurück ans Wettkampfniveau. Der Verteidiger lässt sich aber Zeit, bis die Verletzung hundertprozentig ausgeheilt ist. Noch ein bis zwei Wochen dauert es, bis Wyss nach seiner Handverletzung wieder einsatzbereit ist.

Heute gegen Thurgau (19.45 Uhr) geht es für die Oltner aber erst einmal darum, an die guten Leistungen der letzten Wochen anzuknüpfen. «Wenn wir im Spiel gleich konzentriert arbeiten wie im Training, dann kommt es gut», ist Chris Bartolone überzeugt.

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