In der Hauptrolle des Stückes: Yann Marti. Ein Klassiker, den der Protagonist hochdramatisch zu inszenieren versteht wie kein zweiter. Dem Kontrahenten auf der Bühne reichte grundsolides Spiel, Marti war der Taktgeber. Taktgeber dabei, Bälle wahlweise ins Aus oder ins Netz zu befördern. Das Aufschlagspiel Roman Vögelis vom TC Nyon zum 3:2 aus seiner Sicht dauert fast 15 Minuten – ein einziges Festival der Unzulänglichkeiten auf beiden Seiten. Bezeichnend dann das Break zum 4:2 für den Gegner: Ein leichter Überkopfball von Marti ins Netz. Die Nummer zwei des TC Froburg deckt im ersten Satz das ganze Repertoire an Fehlern ab, die man nur machen kann.

Der Trimbacher Starspieler ist sichtlich genervt von sich und der Welt. Er wirft irritierte Blicke ins Publikum, jagt vor Wut Bälle in den Zaun und regt sich über das Zeitspiel von Vögeli auf. Dieser gönnt sich tatsächlich die Musse, den Ball elf Mal aufspringen zu lassen, ehe er die Aufschlagbewegung zelebriert. Den Schiedsrichter schien das wenig zu kümmern. Trotz aller Widrigkeiten reichten die Qualitäten des Yann Marti, um sich in den Tie Break zu würgen. Jetzt ärgerte sich Vögeli über die Lautstärke auf der VIP-Terrasse und brach mehrfach seine ohnehin schon lange Aufschlagbewegung ab.

Zwanzig Minuten für jeden Aufschlag

Marti, der endlich in einen Rhythmus kommen wollte, warf dem Gegner abermals seine Sicht der Dinge übers Netz: „Du brauchst zwanzig Minuten für jeden Aufschlag. Zwanzig Minuten.“ Verwarnung. Der Tie Break geht verloren, der nächste Ball wird über den Kamm des Hauenstein in Richtung Basel gedroschen. Erster Akt Ende. Zweiter Akt: Katharsis, Selbstbefreiung. Yann Marti gewinnt den zweiten und den dritten Satz mit 6:2 und 6:0. Locker. Das musste er, das konnte er. Eigentlich von Anfang an. „Geht doch“, raunte das Publikum. Immerhin bot der Hauptakteur erneut eine wirklich gute Show.

In weiteren Rollen: Michal Przysiezny, dessen Match gegen Marco Trungeletti aus Argentinien ATP-Niveau verströmte. Am Ende verlor der Froburger knapp, er machte am Ende zwei, drei Fehler mehr als sein Gegner. Dennoch brachten die Spieler ein hohes Niveau auf den Platz und agierten variabel mit hochkarätigen Ballwechseln.
Ausserdem: Nico Borter, einer von fünf Trimbacher Nachwuchsspielern, der Indra Kamra nach Satzrückstand (3:6) noch besiegte mit 6:4 und 7:5. Damit zeigte er eine Nervenstärke, die das ganze Team von Bartolomé Szklarecki über alle drei Spieltage hinweg auszeichnet. Sechs Einzel gingen über drei Sätze – alle sechs gewannen die Trimbacher. In den Doppels steht diese Bilanz 1:2. Auch die Tie-Break-Statistik spricht für die Mentalität des TC Froburg: Sechs davon wurden gewonnen, nur drei verloren.

Die Kuriosität des Tages: Der Sonnenschirm des Schiedsrichters, der in glühender Hitze unter dem Einfluss des merkwürdigen (Sand-)Sturms am Nachmittag immer wieder nach oben umklappte, um sich anschliessend auch von alleine wieder in die richtige Stellung zurückzubewegen.

Das Endresultat zwischen dem TC Froburg und dem TC Nyon: 7:2. Weiter unterwegs Richtung Finalrunde. Als Tabellenführer geht es zum noblen GC Zürich, den Roger Federer immer wieder zum Trainieren aufsucht.