Tennis
Die 16-jährige Anina Lanz aus Hägendorf sagt stolz: «Tennis ist jetzt mein Job»

Anina Lanz setzt voll auf die Karte Tennis und gewann letzte Woche bereits ihren ersten internationalen U18-Titel. Vor einem Monat war sie in der Juniorinnen-Weltrangliste noch ausserhalb der Top 1000, jetzt steht sie auf Position 408.

Fabio Baranzini
Drucken
Teilen
Anina Lanz will sich nach ihrem ersten internationalen Turniersieg bis Ende Jahr den Top 200 nähern.

Anina Lanz will sich nach ihrem ersten internationalen Turniersieg bis Ende Jahr den Top 200 nähern.

zvg

Im Frühjahr hat sich Anina Lanz entschieden: Sie wagt den Versuch, als Tennisprofi durchzustarten. Aus diesem Grund hat sie die Schule vorläufig unterbrochen. Mindestens für ein Jahr. Wenn es gut läuft für länger. Damit ist die 16-Jährige nun seit wenigen Wochen Tennisprofi. «Tennis ist jetzt mein Job», sagt sie. «Ich habe nun viel mehr Zeit für die Regeneration und das Mentaltraining. Das hilft mir und diesen Vorteil möchte ich ausnutzen.»

Ein weiterer Vorteil des Profidaseins: Wenn die Schule nicht ruft, sind auch längere Auslandaufenthalte für Turniere möglich. Und genau das hat sie in den letzten Wochen ausgenutzt. Gleich vier Turniere in Folge spielte Lanz auf der internationalen Juniorentour. Zuerst deren drei in Deutschland und vergangene Woche zum Abschluss eines in Frankreich.

Und der Aufwand hat sich gelohnt. Während die Turniere in Deutschland noch nicht ganz nach Wunsch verliefen – zwei Mal erreichte sie im Einzel die zweite Runde, einmal scheiterte sie im Auftaktspiel –, klappte beim Turnier in Frankreich alles. In Clermont-Ferrand war sie bei einem Turnier der vierten Kategorie an Nummer sieben gesetzt.

Nach zwei mehr oder weniger ungefährdeten Siegen zum Auftakt wartete im Viertelfinal die Französin Alice Battesti auf Anina Lanz. «Das Spiel fand auf dem Center Court vor vielen Zuschauern statt. Die Atmosphäre war super, aber ich verlor den ersten Satz und musste mich zurück ins Spiel kämpfen. Als ich dieses Match noch drehen konnte, wusste ich definitiv, dass ich dieses Turnier gewinnen kann», sagt sie.

So kam es dann auch. Mit zweit weiteren Siegen sicherte sich Lanz ihren ersten Einzel-Turniersieg auf internationalem Parkett auf der Stufe U18. «Das ist sicher mein grösster Erfolg überhaupt. Dieser erste Titel bedeutet mir sehr viel und ich hoffe, es war nicht der letzte», freut sie sich. In den vergangene vier Wochen wurde sie von Jürgen Strehlau begleitet.

Er ist – gemeinsam mit Aninas älteren Brüdern Timo und Mischa – als Coach für die Karriere von Anina Lanz verantwortlich. «Es war das erste Mal, dass ich eine eins zu eins Betreuung bei Turnieren im Ausland hatte. Das war eine tolle Erfahrung. Wir konnte die Matches detailliert analysieren, haben die Gegnerinnen vor den Begegnungen studiert und meine Matchpläne sauber zurechtgelegt. Das fühlte sich richtig profimässig an», so Lanz.

Die Leistungen in den vergangenen vier Wochen – vor allem natürlich der Turniersieg in Frankreich – führten dazu, dass Anina Lanz in der Weltrangliste der Juniorinnen einen grossen Sprung nach vorne machte. War sie vor diesem vierwöchigen Trip nach Deutschland und Frankreich noch ausserhalb der Top 1000 klassiert, spuckt der Resultatcomputer die 16-Jährige seit diesem Montag auf Position 408 aus. Ein steiler Aufstieg.

Doch das solls noch nicht gewesen sein für dieses Jahr. «Aktuell ist geplant, dass ich noch sechs weitere Turniere spiele. Das Ziel ist es, dass ich mich bei diesen Turnieren in der Weltrangliste weiter verbessere, damit ich Ende Jahr in der Region von Rang 200 stehe», sagt Anina Lanz. Wie sie dieses Ziel erreichen will, weiss die Hägendörferin genau: «Ich muss weiter an meinem offensiven Spiel arbeiten und in den Matches mutig und aggressiv auftreten. Das wird der Schlüssel zum Erfolg sein.»

Aktuelle Nachrichten