Dass die ersten Saisonhälfte für den Schweizer Meister, das Team Solothurn, nicht einfach würde, war zu erwarten. Dass die Mannschaft, die sich aus den Ambass Drops und dem BC Olten formiert, nach der Halbzeit der Interclub-Meisterschaft auf dem letzten Platz lag, war trotz allem nicht zu erwarten.

Die Erklärung ist einfach: Der beste Spieler, der Österreicher Michael Lahnsteiner, verfolgte seine Persönlichen Interessen und nahm an Turnieren der Olympia-Qualifikation teil. «Die Mannschaft war damit einverstanden», sagte dazu Christian Bösiger. Aber wenn die Nummer 1 fehlt, dann hat das im Badminton-Interklub eine Kettenreaktion zur Folge. Alle anderen, schlechter klassierten Spieler, müssen dann gegen stärkere Gegner antreten – und die Niederlagen häufen sich.

Die Doppel entschieden

Nun stellt sich Lahnsteiner wieder in den Dienst des Teams Solothurns, und sofort werden die Resultate wieder besser. Gegen Yverdon war das Ziel klar und einfach gesteckt: Mit einem Sieg den letzten Platz abgeben. Und die Solothurner legten los wie die Feuerwehr. Die drei Doppel wurden alle gewonnen. Die Gegenwehr war aber härter, als dass das 3:0-Zwischenresultat vermuten lässt.

Dann kam es zur Spitzenbegegnung zwischen Michael Lahnsteiner und Jan Fröhlich. Es war Klasse-Badminton mit vielen langen, spektakulären Punkten. Der zehnfache tschechische Meister war in den entscheidenden Punkten eine Klasse für sich und holte den ersten Punkt für Yverdon. Dann hatte Monika Fischer hatte gegen die Russin Maria Uvarova ebenso keine Chance wie Joshua Panier gegen den Engländer Mark Middleton. Plötzlich stand es nach den ersten drei Einzel 3:3.

So lag die Hoffnung auf Christian Bösiger, und der machte im ersten Satz gegen das Kraftpaket Oliver Colin kurzen Prozess. Doch was wie ein leichter Sieg aussah, wurde zu einem harten Stück Arbeit. Colin zeigte sich im zweiten Satz phasenweise fast unanständig aggressiv. Bösiger war ungeduldig und es unterliefen ihm viele Eigenfehler am Netz . Erst als er den Gegner wieder vermehrt laufen liess, macht Bösigers grosse Agilität den Unterschied. «Im ersten Satz lief es mir fast zu gut, und da wurde ich etwas nachlässig», analysierte Bösiger sein Match. «Es war schwierig, wieder zurückzufinden, aber zum Glück ist es mir gelungen.»

Neue Ziele im Visier

Beim Stand von 4:3 hatte es also das abschliessende Mix-Doppel in der Hand, Solothurn den angestrebten Sieg zu sichern. Titon Gustaman und Ennia Biedermann harmonierten ausgezeichnet. Trotz heftiger Gegenwehr konnten Sie gegen Michael Spühler und Malika Golay gewinnen, weil sie immer im entscheidenden Moment einen Zacken zulegen und ihr bestes Badminton auspacken konnten.

Mit dem 5:3-Sieg hat das Team Solothurn nun endlich den letzten Platz in der Nationalliga A abgegeben. Was liegt in dieser Saison noch drin? «Der Abstand zum 4. Rang ist nicht sehr gross», ist Christian Bösiger optimistisch. «Jetzt wollen wir das Feld von hinten aufrollen. Wenn wir regelmässig gewinnen, können wir sogar noch die Playoffs erreichen, und dann beginnt die Meisterschaft eigentlich wieder von vorne.»