Tennis
Tamara Arnold wagt den nächsten Schritt in ihrer vielversprechenden Karriere

Das Talent (N3, 29) aus Kappel zieht ins nationale Trainingszentrum nach Biel. Dort will Tamara Arnold an sich arbeiten und ihr Leben voll dem Tennissport widmen, um Profisportlerin zu werden. Die Grundlagen dafür sind da.

Fabio Baranzini
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Tamara Arnold will es an der Weltspitze schaffen.

Tamara Arnold will es an der Weltspitze schaffen.

Fabio Baranzini

Tamara Arnold blickt auf ereignisreiche Tage zurück: Vor eineinhalb Wochen hat sich die 15-Jährige aus Kappel mit dem Aargauer und dem Thurgauer Meistertitel gleich zwei kantonale Trophäen überreichen lassen können und nur sechs Tage später ist sie zum dritten Mal nach 2011 und 2013 Junioren Schweizer Meisterin im Einzel geworden – zum ersten Mal in der Kategorie U16. Doch nicht nur auf, sondern auch neben dem Tennisplatz tut sich derzeit bei der hoffnungsvollsten Tennisspielerin des Kantons einiges. Anfang Juli hat Arnold die Sportschule in Kreuzlingen abgeschlossen, und damit ihre obligatorische Schulzeit hinter sich gebracht. Nun folgt ein neues Kapitel: Tamara Arnold wird ab August voll auf die Karte Tennis setzen und im nationalen Leistungszentrum von Swiss Tennis in Biel wohnen und trainieren.

«Es war schon lange mein Traum, Tennisprofi zu werden. Daher habe ich mich entschieden, es jetzt zu versuchen», so Arnold, die mindestens die nächsten beiden Jahre in Biel an ihrer Karriere feilen wird. Die junge Solothurnerin ist sich bewusst, dass der Weg an die Spitze – gerade im Tennissport – extrem steinig ist. «Ich habe grossen Respekt vor dieser neuen Herausforderung, denn ich weiss, dass meine Chancen klein sind, es an die Weltspitze zu schaffen.»

Erfolgreiche Juniorin

Diese realistische Einschätzung der eigenen Situation ist nicht selbstverständlich, denn Arnold hat in ihrer jungen Karriere bereits ein beeindruckendes Palmarès angehäuft: An nationalen Junioren Meisterschaften hat sie 12 Medaillen geholt, sie hat die Schweiz an Team- und Einzel-Europameisterschaften vertreten, war diesen Sommer die Nummer 45 der Tennis Europe Rangliste der unter 16-Jährigen, hat Anfang Jahr in Oberentfelden ihr erstes internationales U18-Turnier gewonnen und sich in der Juniorenweltrangliste bis auf Rang 374 hochgearbeitet. Doch genau diese realistische Einschätzung der eigenen Situation ist die Grundlage für eine erfolgreiche Karriere. Viele hoffnungsvolle Talente sind in der Vergangenheit gescheitert, da sie sich von nationalen Titelgewinnen und ersten Erfolgen auf der internationalen Juniorentour haben blenden lassen.

In Biel wird Tamara Arnold von Nationaltrainer Sven Swinnen betreut. Der ehemalige Profispieler und Weggefährte von Roger Federer wird Arnold täglich trainieren und voraussichtlich auch die Turnierbetreuung übernehmen. Immer an der Seite von
Tamara Arnold wird auch Medina Sahinagic sein, die ihren Trainingsstützpunkt ebenfalls von Kreuzlingen nach Biel verlegt und sich mit Arnold das Zimmer teilen wird. «Es ist super, dass ich jemanden dabei habe, den ich bereits sehr gut kenne. Das erleichtert sicher einiges», freut sich Arnold.

Das Fundament für eine erfolgreiche Karriere im Tenniszirkus ist also gelegt. Bleibt abzuwarten, wie Tamara Arnold, die in Biel neben ihrer Tenniskarriere auch an ihren Englisch- und Französisch-Kenntnissen arbeitet, mit dem zusätzlichen Druck umgeht. Ein Druck, den sie sich auch selbst auferlegt. «Wenn ich intensiver trainiere, will ich mich unbedingt steigern und bessere Resultate erzielen», sagt sie. «Ob ich das schaffe, liegt einzig und allein an mir, denn in Biel habe ich die perfekten Bedingungen.»

Neben Arnold ragt keiner heraus

Abgesehen vom Titelgewinn von Tamara Arnold gelang den Solothurner Vertretern an den Junioren Schweizer Meisterschaften kein Exploit. Luca Giacomelli (U18, Dulliken) scheiterte in Runde zwei, Qualifikant Timo Lanz (R1, U18, Hägendorf) verlor in der ersten Runde, genauso wie die beiden Qualifikantinnen Arlinda Rushiti (U16, Trimbach) und Laura Vetter (U16, Langendorf). Ein Lichtblick war Andrin Saner ( U14, Büsserach), der als Turniernummer fünf die Halbfinals erreichte.