Es ist nicht der laufintensivste oder der körperbetonteste Sport, aber es kann ziemlich in die Arme gehen, das Curling. Obwohl die Schweiz zu den Topnationen dieser Randsportart gehöre, erhalte das Schachspiel auf dem Eis nicht die erhoffte Präsenz bei den Menschen und auch bei den Medien, bilanziert Andri Heimann.

Und Heimann scheint sich trotz seiner erst 20 Jahre schon sehr gut auszukennen mit dem Sport mit den Steinen. Denn der junge Kappeler betreibt schon seit zwölf Jahren den Wintersport und hat mit seinem Team zweimal die Europa-Tour der Junioren gewonnen und durfte dadurch auch bei der Elite mitwirken.

«Schon meine Eltern spielten Curling. Ich selber war nebenbei noch in einem Fussballklub, musste mich aber dann entscheiden, und da war für mich Curling klar im Fokus», erzählt der 20-jährige Solothurner. «Momentan trainiere ich zwei bis drei Mal die Woche, und nun startete bereits die Saison. Da ich mit zwei Wischern aus St.Gallen und einem Zuger im Team bin, habe ich zwei Trainings individuell in Baden und eines mit dem Team in Wallisellen, Zürich», erklärt der Skip die Ausgangslage für seine Trainings.

Gut organisiertes Zeitmanagement

Dies bedeutet für den Kappeler ein gut organisiertes Zeitmanagement und einen durchdachten Tagesablauf. Da sich Heimann nach seiner erfolgreichen Matur nun in einem Zwischenjahr befinde und 80 Prozent in einer Werbeagentur arbeite, könne er aber genug Zeit für seine grosse Leidenschaft finden.

«Ich will im September mein Studium an der Universität starten. Ich werde somit die folgende Saison pausieren, um mich voll und ganz auf den Start an der Universität konzentrieren zu können», erklärt Heimann die grosse Veränderung, welche im nächsten Herbst Einzug halten wird.

Angst, dass seine Curling-Karriere dadurch einen schweren Schlag erleben würde, habe er nicht, erläutert Heimann: «Curling ist nicht eine Sportart, bei der man mit 25 den Zenit erreicht. Ich bin mir sicher, dass ich wieder zurückkommen werde, aber da man sich kaum einen Lebensunterhalt verdienen kann, will ich den Fokus zuerst auf meine akademische Zukunft legen.» Somit muss der Curlingsport für den jungen Sportler erst einmal eine Pause einlegen, wird aber Heimann sicherlich nicht endgültig verlieren.

Konzentrations-Fähigkeit beim Curling

Doch was macht dann den Sport auf dem Eis aus? «Curling verlangt eine starke Konzentrations-Fähigkeit, welche über zwei Stunden nicht nachlassen darf. Sonst hat man schon verloren. Auch den gespielten Stein über 40 Meter zentimetergenau zu platzieren und der taktische Aufbau mit der ganzen Risikoabwägung sind faszinierend und unglaublich interessant», meint Heimann.

Und er scheint nicht gelogen zu haben. Überhaupt den Stein in das «Haus» zu kriegen, scheint ein kleines Kunststück zu sein, welches nicht jedem gegönnt ist. Wer dies nicht glaubt, kann es gerne probieren und wird überrascht sein.