Swiss League
Totaleinbruch nach 2:0-Führung: Der EHC Olten verliert das Schlüsselspiel gegen Thurgau 2:4

Ein mental zerbrechlicher EHC Olten bringt eine 2:0-Führung nicht ins Trockene und verliert das erste von zwei kapitalen Spielen gegen den HC Thurgau mit 2:4. Es ist die fünfte Niederlage in Serie. Nun stehen die Playoffs auf dem Spiel.

Silvan Hartmann
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Es waren gerade mal 7 Minuten absolviert, da durfte der Oltner Optimist Erfreuliches festhalten: Endlich, ja endlich würden sie reinfallen! Eben hatte der EHC Olten innert 32 Sekunden auf 2:0 gestellt. Man befand sich damit auf bestem Weg, die Negativserie von vier Niederlagen zu beenden. Doch am Ende steht der EHC Olten einmal mehr als Verlierer da. Mit 2:4 geht das erste von zwei kapitalen Spielen gegen den HC Thurgau im Kampf um einen fixen Playoffplatz verloren. Vor allem, weil der EHC Olten nach dem Startdrittel komplett einbricht, in den alten Trott fällt und damit den HC Thurgau erwachen lässt.

Nach starkem Start abgebaut

Tatsächlich war dem EHC Olten ein Start nach Mass gelungen, physisch präsent, wach und einsatzbereit war man aus der Kabine gekommen. Derart spielbestimmend agierten die Oltner, dass mit etwas mehr Effizienz das Spiel nach dem ersten Drittel sogar hätte entschieden sein können. Nunn, Othmann und Wyss verzeichneten dabei die besten Chancen, das Skore früh zu eröffnen. Schliesslich war es Nico Gurtner, der Torschütze Silvan Wyss am längeren Pfosten freistehend anspielte. Daraufhin schloss McTavish ab, dessen satten Handgelenkschuss von Cyril Oehen vor dem Tor noch abgelenkt wurde.

Doch mit der 2:0-Führung im Rücken baute der EHC Olten allmählich ab und liess den träge wirkenden HC Thurgau mit zwei dummen Strafen ins Spiel kommen, wovon die Ostschweizer durch Brändli eine nutzten (18.). Und als Hinterkircher nach Spielmitte ausglich (35.), war das Spiel neu lanciert.

Pre-Playoff-Platz nach Verlustpunkten

Doch nur 19 Sekunden nach Beginn des Schlussdrittels führte Thurgau erstmals: Suleski liess Torschütze Bischofberger ungehindert abschliessen, worauf die Scheibe auch noch unglücklich über Matthys’ Beinschoner hüpfte. Der EHC Olten erhielt 8 Minuten vor Schluss die Mögilchkeit, mittels Powerplay das Spiel auszugleichen. Doch stattdessen kam Thurgaus Wetli von der Strafbank zurück, wurde angespielt und erwischte Matthys zwischen den Beinschonern.

Auf dieses 2:4 hatte der EHC Olten, derzeit mental so zerbrechlich wie ein Kartenhaus, kein Rezept mehr. Und so rutscht der EHC Olten mit der fünften Niederlage in Serie nach Verlustpunkten auf einen Pre-Playoff-Platz. Ob der EHC Olten am Montagabend, auswärts beim HC Thurgau, ein Lebenszeichen von sich gibt?

Telegramm

Olten - Thurgau 2:4 (2:1, 0:1, 0:2)

Kleinholz. – Keine Zuschauer. – SR Massy/Ströbel, Micheli/Humair. – Tore: 7. (6:11) Wyss (Gurtner, Schirjajew) 1:0. 7. (6:43) Oehen (McTavish, Suleski) 2:0. 18. Brändli (Brennan, Scheidegger; Ausschluss Oehen) 2:1. 35. Hinterkircher (Rundqvist) 2:2. 41 (40:19) Bischofberger (Hobi) 2:3. 52. Wetli (J. Loosli) 2:4.
Olten: Matthys (Stauffacher); Suleski, Weisskopf; Maurer, Lüthi; Elsener, Nater; Heughebaert, Gurtner; Othmann, Knelsen, Nunn; Schwarzenbach, Schirjajew, Wyss; Weder, Fuhrer, Portmann; Fogstad Vold, McTavish, Oehen.
Thurgau: Aeberhard (Messerli); Brennan, Wildhaber; Fechtig, Scheidegger; Schmuckli, Soracreppa; Schnyder; Bischofberger, Hobi, Spannring; Hinterkircher, Rundqvist, Rehak; M. Loosli, Brändli, J. Loosli; Wetli, Ness, Lanz; Baumann.
Bemerkungen: Olten ohne Rexha, Simon Rytz, Daneel, Hüsler (alle verletzt) sowie Philipp Rytz (überzählig). Thurgau ohne Ang, Wetter, Bader, Schweri (alle abwesend), Schmutz, Hulak, Mosimann, Moser, Rüegger, Parati, Hollenstein, Molina, Moor (alle verletzt).

Aufgrund der jüngsten Formkrise muss der EHC Olten plötzlich wieder um die Playoffs bangen. Im direkten Duell gegen den HC Thurgau, der einen Platz unter dem Strich ist, will der EHCO einen wichtigen Sieg einfahren.
19 Bilder
Blitzstart für den EHCO. Silvan Wyss schiesst bereits nach 7 Minuten das Tor zum 1:0.
Jubel beim EHC Olten über den Start nach Mass. Die Oltner beginnen druckvoll und gehen verdient in Führung.
Evgueni Chiriayev im Duell mit Thurgaus Bernhard Fechtig.
Erneuter Jubel 32 Sekunden nach dem Führungstreffer. Cyril Oehen baut mit seinem ersten Saisontreffer die Oltner Führung aus und jubelt danach mit Assistgeber Mason McTavish.
Kristian Suleski führt im ersten Drittel den Puck.
Dion Knelsen und seine Oltner Teamkollegen kamen in den ersten 20 Minuten immer wieder gefährlich vor das Tor von Thurgau-Goalie Nicola Aeberhard.
Jerome Portmann wird im Offensivdrittel von Bernhard Fechtig (l.) und Joel Scheidegger bedrängt.
Evgueni Chiriayev kämpft gegen Cyrill Bischofberger (l.) und Adam Rundqvist um die Scheibe.
Stephane Heughebaert bringt die Scheibe vor das Tor von Nicola Aeberhard, obwohl er von Joel Scheidegger noch gestört wird.
Patrick Spannring wird von Mason McTavish verfolgt.
Dominic Hobi versucht einen Schuss vor Torhüter Silas Matthys noch abzulenken.
Bis zur Spielhälfte wussten Mason McTavish und der EHC Olten zu überzeugen, dann nahmen aber zunehmend die Gäste das Spieldiktat in in die Hände.
Enttäuschte Gesichter bei den Powermäusen nach dem Tor zum 2:2-Ausgleich. Hinterkircher bezwingt Matthys in der 35. Minute.
Kristian Suleski (l.) und Adrian Wetli im intensiven Zweikampf an der Bande.
Olten-Topskorer Garry Nunn scheitert mehrere Male am Thurgauer Schlussmann.
Cyrill Bischofberger schiesst gegen Kristian Suleski und Torhüter Silas Matthys das Tor zur 3:2-Führung für den HC Thurgau.
Jubel bei den Spielern des HC Thurgau. Nach dem Auswärtssieg überholen sie den EHC Olten in der Tabelle nach Verlustpunkten.
Niedergeschlagene Oltner nach der erneuten Pleite. Nun müssen die Dreitannenstädter um ihre Playoff-Teilnahme bangen.

Aufgrund der jüngsten Formkrise muss der EHC Olten plötzlich wieder um die Playoffs bangen. Im direkten Duell gegen den HC Thurgau, der einen Platz unter dem Strich ist, will der EHCO einen wichtigen Sieg einfahren.

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