Swiss League
4:1-Sieg: Entfesselter EHC Olten überfährt chancenlosen HC Thurgau

7. Sieg im 8. Spiel – und mit welch einer Leistung! Der EHC Olten lässt dem HC Thurgau vor 2479 Zuschauern nicht den Hauch einer Chance und gewinnt 4:1. Kleiner Wermutstropfen: Nur 11 Sekunden fehlten zum perfekten Spiel.

Silvan Hartmann
Drucken
Teilen
Der EHC Olten überzeugt auch gegen Thurgau.

Der EHC Olten überzeugt auch gegen Thurgau.

Marc Schumacher / freshfocus
Lukas Lhotak erzielt den 1:0-Führungstreffer.

Lukas Lhotak erzielt den 1:0-Führungstreffer.

Marc Schumacher / freshfocus

Lauffreudig, aufsässig, hartnäckig, spielwitzig: Ja, es mangelte beim EHC Olten an diesem Samstagabend an überhaupt gar nichts. Und so war es, als stünde der Sieger schon nach ein paar Spielminuten fest. Derart überzeugend trat der EHC Olten vor 2479 Zuschauern (Saisonrekord!) auf, sodass der chancenlose HC Thurgau mit dem Schlussresultat von 4:1 noch mit einem dunkelblauen Auge davonkam. So hätte ein Skore von 10:0 deutlich mehr dem Spielverlauf entsprochen.

Lukas Lhotak brachte den EHC Olten mit einem Abprallertor nach 4 Minuten auf das Matchblatt, worauf Simon Lüthi mit dem einzigen Powerplaytreffer des Spiels auf 2:0 erhöhte. 31 Sekunden vor der ersten Pause erzielte Joel Scheidegger auf exzellenter Vorarbeit von Knelsen das 3:0 - es war sein erstes Saisontor.

Und irgendwann, nach dem 4:0 von Adam Hasani nach 28 Minuten, da hatte HCT-Trainer Stephan Mair genug und nahm sein Timeout in Anspruch. In diesem kritzelte er wild gestikulierend in seiner gewohnt temperamentvollen Art auf seiner Taktiktafel herum.

Es war nur von bedingtem Erfolg. Denn sein Team stand in der Folge defensiv zwar etwas kompakter, tat sich aber überhaupt enorm schwer damit, selber nennenswerte Chancen zu kreieren. Viel mehr hatte sich etwa EHCO-Torhüter Simon Rytz in den Spielunterbrechungen selber um etwas Bewegung zu bemühen, indem er seine Beine streckte und seine Arme kreiste, um tatsächlich warm zu bleiben. Mit dem Motto Angriff ist die beste Verteidigung dominierte der EHC Olten auch das zweite Drittel mit einer äusserst hohen Intensität.

Doch diese flachte im Schlussdrittel merklich ab, der EHC Olten nahm den Fuss vom Gaspedal, hatte aber das Spielgeschehen dennoch absolut im Griff. Nur: Die Scheibe wollte plötzlich nicht mehr ins Tor. Auch dann nicht, als Trainer Lars Leuenberger in einer 4:3-Überzahlsituation sein Timeout nahm und die Topsturmlinie um Horansky, Knelsen und Nunn sowie Forget auf das Eis schickte.

Der EHC Olten wusste dennoch zu gefallen. Selbst dann, als es immer brenzliger wurde und man innert einer Spielminute drei Mal auf die Strafbank geschickt wurde. Die Oltner wussten zur Freude der 2479 Zuschauern mit geblockten Schüssen und totalem Defensiveinsatz zu unterhalten.

Das perfekte Spiel zog der EHC Olten dann aber dennoch nicht bis zur allerletzten Sirene durch, was ein kleiner Wermutstropfen ist: 11 mickrige Sekunden vor Schluss machte Thurgaus Derungs mit seinem 9. Saisontreffer (!) Simon Rytz’ Shutout zunichte. Die EHCO-Spieler waren sich nach dem Spiel einig: Völlig unnötig sei dieser Gegentreffer gewesen. Nun denn - es war meckern auf hohem Niveau. Mit den nächsten drei Zählern hält der EHC Olten als Leader die Konkurrenz weiterhin mit mehr als vier Verlustpunkten auf Distanz.

Nächste Woche schliesst der EHC Olten mit dem Auswärtsspiel beim EHC Winterthur am Dienstag und dem Samstag-Heimspiel gegen die GCK Lions die erste von ingesamt fünf Runden gegen jeden Swiss-League-Kontrahenten ab. Man darf gespannt sein, ob das Team von Lars Leuenberger die hohe Intensität in den Spielen gegen zwei vermeintliche Selbstläufer aufrechthalten mag.

Telegramm

Olten – Thurgau 4:1 (3:0, 1:0, 0:1)

Kleinholz. – 2479 Zuschauer. – SR Staudenmann/A. Wiegand, Betschart/Bachelut. – Tore: 5. Lhotak (Forget, Hasani) 1:0. 19. Lüthi (Forget; Ausschluss Woger) 2:0. 20. (19:29) Scheidegger (Knelsen, Nunn) 3:0. 28. Hasani (Forget, Lhotak) 4:0. 60. (59:49) Derungs (Ang, Lehmann) 4:1. – Strafen: 5-mal 2 Minuten gegen Olten, 5-mal 2 Minuten gegen Thurgau.

Olten: Rytz (Matthys); Antonietti, Scheidegger; Lüthi, Schmuckli; Heughebaert, Weisskopf; Maurer; Horansky, Knelsen, Nunn; Hasani, Forget, Lhotak; Mosimann, Fuhrer, Wyss; Oehen, Weder, Muller; Schwab.

Thurgau: Janett (38. Rüegger); Kühni, Forrer; Parati, Soracreppa ; Fechtig, Moor ; Bircher; Derungs, Palmberg, Ang; Loosli, Hobi, Woger; Spannring, Rundqvist, Binias; Petrig, Lehmann, Hollenstein; Bischofberger.

Olten ohne Hüsler (verletzt), Nater, Gurtner, Portmann (alle überzählig). Thurgau ohne Schmutz, Baumann, Senn, Fritsche, Salamin (alle verletzt). 21. Rytz hält Penalty von Ang.

Aktuelle Nachrichten