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Captain Knelsen löst seinen Knopf: Der EHC Olten kommt in Winterthur zu einem 4:2-Zittersieg

Der EHC Olten kommt in Winterthur zu einem glanzlosen 4:2-Auswärtssieg – 20 Minuten Powereishockey reichten letztlich für die nächsten drei Zähler. Mann des Spiels: Dion Knelsen, der seine ersten beiden Saisontore schiesst.

Silvan Hartmann
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Dion Knelsen lässt sich von den Fans nach seinen zwei ersten Saisontreffern und seinen Assists Nummer zwölf und dreizehn feiern.

Dion Knelsen lässt sich von den Fans nach seinen zwei ersten Saisontreffern und seinen Assists Nummer zwölf und dreizehn feiern.

Claudio Thoma/Freshfocus

Am Ende wussten die EHCO-Spieler, bei wem sie sich zu bedanken hatten und schickten den Hauptdarsteller zu den mitgereisten Fans vor, gleich mehrmals, um seine Leistung so richtig zu würdigen: Captain Dion Knelsen war der grosse Mann der Partie. Der Kanadier hatte seinen Stock bei jedem der vier Oltner Tore im Spiel. Zwei Tore und zwei Assists steuerte er zum 4:2-Sieg bei. Ein Sieg, der auf dem Papier aber deutlicher aussehen mag, als es tatsächlich war.

Der EHC Olten knüpfte zu Beginn an der Leistung des Thurgau-Spiels an, startete druckvoll, dominant, spielwitzig und unterhaltsam, sodass es nur eine Richtung gab. Dion Knelsen war es denn auch, der das Spiel lancierte: Mit einem flachen Schuss erwischte er den sonst überragend aufspielenden Winterthurer Goalie Rutz nach drei Minuten ein erstes Mal. Endlich, muss dazu gesagt werden, war es doch Knelsens Torpremiere in dieser Saison – dies bei mittlerweile dreizehn (!) Assists.

«Natürlich bin ich erleichtert. Es fühlt sich gut an, dass die Scheibe endlich mal drin liegt. Aber ich muss auch sagen, dass es mich überhaupt nicht gestresst hat. Wir kreieren Chancen, schiessen Tore, ich bin auch glücklich damit, wenn ich meinen Teamkollegen mit Assists zu einem Torerfolg verhelfen kann», sagte er nach dem Spiel gut gelaunt.

Mit der ersten Überzahlsituation erhöhte der EHCO auf 2:0, eine Passstafette über Knelsen und einem wunderbaren Überraschungs-Backhand-Pass von Stan Horansky vollendete Topskorer Garry Nunn ansehnlich.

Jan Mosimann scheitert am überragenden Winterthurer Torhüter Jan Rytz.

Jan Mosimann scheitert am überragenden Winterthurer Torhüter Jan Rytz.

Claudio Thoma/Freshfocus

Panikzustand nach ­flapsigem 3:0-Auftritt

Der EHC Olten wusste auch in der Folge sein Tempo sowohl läuferisch wie auch spielerisch aufrechtzuhalten, worauf sich die Lars-Leuenberger-Truppe schnell einmal mit dem 3:0 belohnte. Wiederum Dion Knelsen staubte eine freiliegende Scheibe eiskalt ab (16.). Captain Knelsen scheint im neunten Meisterschaftsspiel seinen Knopf gelöst zu haben!

Doch mit der 3:0-Führung im Rücken lehnten sich die Oltner plötzlich zurück – und liessen damit Winterthur ins Spiel kommen. Hinzu kam mit dem 3:0 ein flapsiges Auftreten, mit der Scheibe gingen die Powermäuse liederlich um. Erst gestand Scheidegger als hinterster Mann einen Gegenstoss auf Silas Matthys zu, danach war Schmuckli zwei Mal verantwortlich, dass die Winterthurer alleine auf den gut reagierenden EHCO-Torhüter losziehen konnten. Und als Heughebaert etwas ungestüm in einen Zweikampf ging und dabei etwas gar einfach ausgetanzt wurde, war Matthys doch noch vor der ersten Sirene geschlagen.

Der EHCO wusste darauf ein ganzes Drittel lang nicht wirklich zu reagieren. Und so kam es, dass eine nach 16 Minuten vermeintlich entschiedene Partie plötzlich wieder spannend wurde, indem Winterthurs Neuenschwander ein Buebetrickli per Backhand zum 2:3-Anschluss verwertete (46.).

EHCO-Torhüter Silas Matthys wurde nach einem starken ersten Drittel immer häufiger gefordert.

EHCO-Torhüter Silas Matthys wurde nach einem starken ersten Drittel immer häufiger gefordert.

Claudio Thoma/Freshfocus

Der EHCO rutschte damit in einen ungemütlichen Panikzustand, war defensiv gefordert, mehrmals lagen die Winterthurer nahe am Ausgleich. So richtig brenzlig wurde es, als sechs Minuten vor dem Ende Lukas Lhotak auf die Strafbank geschickt wurde. Mit grosser Einsatzbereitschaft brachten seine Teamkollegen die Unterzahl schadlos über die Runden. Schliesslich setzten die Zürcher zwei Minuten vor Schluss mit einem sechsten Feldspieler alles auf eine Karte. Es brauchte einen abgeklärten EHCO-Captain, der sich in der neutralen Zone die Scheibe eroberte – und damit Nunn zum Empty-Netter bediente.

Knelsen: «Ich bin glücklich, dass wir diesen Sieg doch noch holen konnten. Wir wussten, dass es nicht einfach wird. Winterthur ist ein gutes Team und hat schon mancher Mannschaft in dieser Saison das Leben schwer gemacht.»

Nach dem Spiel war den ­EHCO-Akteuren die Erleichterung über die nächsten drei Punkte anzusehen. Kein Wunder: Platz eins, sieben Punkte Vorsprung, am meisten geschossene Tore, am wenigsten erhaltene Treffer. Was will man mehr?

Die Spielzusammenfassung im Video

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Telegramm

Winterthur – Olten 2:4 (1:3, 0:0, 1:1)

Zielbau-Arena. – 589 Zuschauer. – SR Ruprecht/Müller, Amport/Gurtner. – Tore: 3. Knelsen (Oehen) 0:1. 9. Nunn (Horansky, Knelsen; Ausschluss Gerber) 0:2. 16. Knelsen (Horansky, Nunn) 0:3. 20. (19:03) Braus (Mainot) 1:3. 46. Neuenschwander (Haldimann, Zwissler) 2:3. 60. Nunn (Knelsen; ins leere Tor) 2:4. – Strafen: 5-mal 2 Minuten gegen Winterthur, 3-mal 2 Minuten gegen Olten.

Winterthur: Rutz (Bamert); Schüpbach, Minder; Engeler, Sigg; Hunziker, Birchler; Schwegler; Gerber, Pompei, Lekic; Bozon, Valenza, Staiger; Zwissler, Neuenschwander, Haldimann; Braus, Oana, Mainot.

Olten: Matthys (Rytz); Antonietti, Scheidegger; Lüthi, Schmuckli; Heughebaert, Weisskopf; Maurer; Horansky, Knelsen, Nunn; Hasani, Forget, Lhotak; Wyss, Weder, Mosimann; Oehen, Schwab, Muller; Portmann.

Bemerkungen: Olten ohne Fuhrer, Hüsler (beide verletzt), Nater, Gurtner (überzählig). Winterthur ohne Burkhalter, Hofstetter, Harlacher, Pozzorini (alle verletzt).

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