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Sven Bärtschi: «Es hätte auch ganz anders herauskommen können»

Sven Bärtschi erzeilte erneut einen Treffer

Sven Bärtschi erzeilte erneut einen Treffer

Es herrschte «Svenmania» in Calgary. Nun spielt er wieder für das Juniorenteam Portland Winterhawks; in den ersten beiden gewonnenen Playoff-Partien liess er sich vier Assists gutschreiben. Der 19-jährige Aarwanger äussert sich zu seiner unglaublichen Zeit in der besten Liga der Welt.

Sven Bärtschi, mussten Sie sich nicht manchmal kneifen, um sich zu vergewissern, dass nicht alles ein Traum ist?

Sven Bärtschi: (lacht) Die zehn Tage, die ich dort verbringen konnte, waren speziell. Vom einen auf den anderen Tag hatte sich alles geändert. Ich wusste nicht, was ich denken sollte. Es war ein ganz spezielles Gefühl, ich freute mich riesig. Das hat alles viel einfacher gemacht.

Wenn man an etwas Freude hat, dann kommt es meistens gut. Es war ein super Erlebnis. Es hätte auch ganz anders herauskommen können. Ich bin glücklich, dass es so gelaufen ist, wie ich es wollte. Auf der anderen Seite war es auch schwierig, die Mannschaft (Portland) in dieser wichtigen Zeit zu verlassen.

Drei Tore in fünf Spielen, das ist eine unglaubliche Quote.

Das Rezept war, dass ich mir gar keine grossen Gedanken machte. Ich dachte nie daran, ein Tor zu schiessen. Meistens passiert es dann, wenn man gar nicht daran denkt. Ich bin aufs Eis, habe Gas gegeben und geschaut, wie es geht. Und plötzlich hatte ich ein Tor erzielt. Das gab mir für die weiteren Spiele einen riesigen Impuls. Ich konnte danach mit sehr viel Selbstvertrauen spielen. Dann machst du quasi alles perfekt auf dem Eis.

Das Niveau in der NHL ist um einiges höher als bei den Junioren. Es scheint, als hätten sie mit der Adaption keinerlei Probleme bekundet. Ist es Ihnen wirklich so einfach gefallen?

Nein. Es ist ein hartes Spiel. Es geht schnell. Man muss mit dem Kopf immer hundertprozentig bei der Sache sein. Du hast fast gar keine Zeit, dir Gedanken zu machen. Du versuchst einfach, aus der Situation das Beste zu machen. Das ist mir vielmals gelungen. Klar machte ich Fehler auf dem Eis, aber das hat jeder gemacht.

Was hat Sie in der NHL am meisten beeindruckt?

Wie die Jungs mit dem Druck umgegangen sind. Calgary befindet sich ja mitten im Kampf um einen Playoff-Platz. Das ganze Drum und Dran war natürlich auch beeindruckend - mit den Fans, mit dem Flugzeug, mit dem Essen, das wir bekommen haben.

In welchem Bereich müssen Sie sich noch am meisten verbessern?

Das Spiel ist natürlich ganz anders. Es hat in der Liga sehr viele Spieler, die kräftig sind. Ich muss noch an allem arbeiten. Weil ich drei Tore erzielt habe, erwarten die Leute nun etwas von mir. Der Standard ist relativ hoch.

Wurden Sie von vielen Leuten auf der Strasse angesprochen?

Das gab es ein paar Mal. Calgary ist eine Hockey-Stadt, die Leute kennen die Spieler. Deshalb musst du aufpassen, was du machst. Es hat seine Vor- und Nachteile. Es macht jedenfalls riesigen Spass, dort zu spielen.

Ist es Ihnen schwer gefallen, wieder zu den Junioren zurückzukehren?

Schlussendlich gab ich mein Bestes, weshalb ich mit einem sehr guten Gefühl nach Portland zurückkehrt bin. Es war nicht das Gleiche wie vor der Saison (als er das Vorbereitungscamp verlassen musste, die Red.). Es passiert nicht manchem Spieler, dass er von den Junioren in die NHL berufen wird. Von daher bin ich sehr glücklich und kann mich gar nicht beschweren.

Ich hätte gerne noch etwas weiter geholfen und noch ein paar Spiele gemacht. Calgary braucht jedoch in dieser spezielle Phase jene Spieler, die (von Verletzungen) zurückgekommen sind.

Portland gehört in den WHL-Playoffs zu den Favoriten. Deshalb wird wohl der Titel das Ziel sein?

Wir haben sehr viel Potenzial in unserer Mannschaft. Es ist vieles möglich. Auch die zweite und dritte Linie kann Tore erzielen. Wir nehmen es Spiel für Spiel, Runde für Runde. Es wird eine grosse Herausforderung. In den Playoffs kann alles passieren.

Sie werden nun wohl auf dem Eisfeld noch grössere Aufmerksamkeit erhalten.

Das kann sein. Ty Rattie und ich spielen sehr gut miteinander. Es ist nicht einfach, gegen uns zu spielen. Man wird viel vom Gegner provoziert, damit man Strafen erhält und nicht mehr das eigene Spiel spielt. Mit der Zeit gewöhnt man sich daran, lässt man es an sich vorbeiziehen.

Hat sich nach den tollen Leistungen in der NHL Nationaltrainer Sean Simpson bezüglich der WM bei Ihnen gemeldet? Er könnte einen Knipser wie Sie gut gebrauchen.

Nein. Ich schaue sowieso nicht gerne zu weit voraus. Ich vergeude nicht gerne zu viele Gedanken an Sachen, die ich nicht kontrollieren kann. Ich fokussiere mich derzeit auf die Playoffs. Der Rest ist Nebensache. Wie es danach weitergeht, wird sich von selber ergeben.

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