Der 3. März des vergangenen Jahres. Kurz vor 22 Uhr. Es war ein denkwürdiger Abend für das Schweizer Unihockey. Rychenberg Winterthur schaffte das kaum für möglich Geglaubte.

Die Zürcher beendeten mit dem 3:2-Sieg im entscheidenden Spiel der Playoff-Viertelfinals die jahrelange Dominanz des SV Wiler-Ersigen. Das Ende der Erfolgsära hat im Verein Spuren hinterlassen.

Der Aufwand der Mannschaft hatte einen Punkt erreicht, der auf reiner Amateurbasis nicht mehr gewinnbringend zu bewältigen war. «Ich glaube, dass es den Leuten heute sehr wohl bewusst ist», sagt Johan Schönbeck, Trainer seit dieser Saison bei den Bernern.

Er weilte noch in Schweden. Ihm ist aus der Ferne nicht entgangen, unter welchem Dauerststress die Stammspieler damals standen. Europacup, Meisterschaft, WM. Dass Körper und Geist irgendwann streiken, sei normal, findet Schönbeck.

Captain mit Bauchmuskelzerrung

Wie fein die Linie zwischen geregeltem Alltag und Improvisation verläuft, musste Schönbeck in den vergangenen Wochen selbst erfahren. Eine Grippewelle erfasste den Grossteil der Mannschaft.

Die Auswirkungen blieben nicht ohne Folgen: Eine 3:8-Niederlage gegen Leader Tigers, das Aus im Cuphalbfinal gegen Malans fielen in diesen Zeitraum. «Ich hoffe, dass wir diese Phase überstanden haben.»

Gestern erschienen jedenfalls bis auf einen alle zum Abschlusstraining. Nur Matthias Hofbauer fehlte: Den Captain plagt eine Bauchmuskelzerrung, die er sich im Nationalteam zugezogen hatte.

Er wird heute und voraussichtlich auch am Wochenende gegen die Kloten-Bülach Jets fehlen. Die Centerposition im ersten Block wird sein Bruder übernehmen. Üben konnte Christoph Hofbauer diese Rolle an der WM-Qualifikation letzte Woche in Bratislava, welche die Schweiz erwartungsgemäss souverän gewann.

Froh, dass es endlich losgeht

Mit dabei in der Slowakei war auch Adrian Zimmermann, der nach einem Jahr Unterbruch das Nati-Dress wieder überstreifte. Für ihn und die übrigen Teamspieler diente der Abstecher nach Osteuropa mehr einem wettkampfmässigen Training.

Zu schwach waren Gegner wie Serbien oder Belgien. «Es war nicht einfach, die richtige Balance zu finden», gibt der 30-Jährige zu. Zimmermann spricht stellvertretend für alle übrigen Spieler, wenn er sagt, dass es Zeit ist, wenn es jetzt losgeht.

Er strotzt vor Tatendrang. «Wir sind gegen die Jets in der Favoritenrolle.» Für ihn ist klar: Saisonende soll in diesem Jahr nicht bereits der 3. März sein, sondern im Idealfall der 6. April. Es wäre der frühestmögliche Termin für den Gewinn der Meisterschaft.