Unihockey
SV Wiler-Ersigen-Spieler Matthias Hofbauer: «Am Ende der Saison zuoberst zu stehen, verleidet einem nie»

Bereits seit Ende der 90er-Jahre mischt er erfolgreich in der Schweizer Unihockey-Szene mit. Erlebt und erreicht hat Matthias Hofbauer vieles. Mit 36 Jahren neigt sich seine Karriere nun langsam dem Ende zu.

Marco von Felten
Drucken
Teilen
Das laufende Kalenderjahr begann für Matthias Hofbauer mit der Schweizer Nati an den World Games in Polen.

Das laufende Kalenderjahr begann für Matthias Hofbauer mit der Schweizer Nati an den World Games in Polen.

Keystone

Mathias Hofbauer verbrachte seine gesamte Zeit als Spieler in der Schweiz beim SV Wiler-Ersigen. Mit dem Ligakrösus konnte er bereits siebenmal den Meistertitel und zweimal den Cupsieg bejubeln. Auch in der laufenden Saison ist der SV Wiler-Ersigen auf Kurs. Nach zehn Spielen führt er die Tabelle der Nationalliga A mit einem Punkt Vorsprung vor Köniz an.

«Wir sind sehr zufrieden. Die erste Saisonphase konnten wir trotz grossen Veränderungen und Integration von vielen jungen Spielern sehr erfolgreich gestalten», sagt Hofbauer. Auch im Cup ist Wiler-Ersigen noch dabei. Übermorgen Sonntag wartet jedoch mit dem Meisterschafts-Verfolger Köniz ein harter Brocken auf Wiler-Ersigen im Cup-Viertelfinal.

Historischer Sieg mit der Nati

Für Furore sorgte der 36-Jährige auch in der Nationalmannschaft. Im Jahr 1999 debütierte der Stürmer für die Schweizer Nationalmannschaft und seit neun Jahren trägt er die Captainbinde der Schweizer. Bereits 166 Nationalspiele hat Hofbauer für die Schweiz absolviert und dabei eindrückliche 232 Skorerpunkte (125 Treffer, 107 Assists) erzielt.

Der Schweizer Internationale kann sich mit sechs WM-Bronzemedaillen und als zweifacher WM-Topskorer auszeichnen. Für eine Silber- oder Goldmedaille hat es bisher noch nicht gereicht. Dies liegt wohl auch ein wenig an der miserablen Bilanz gegen die Schweden.

Wiler-Ersigens Nationalspieler Matthias Hofbauer macht im November die Grossmatthalle in Kirchberg quasi zu seinem Wohnzimmer.

Wiler-Ersigens Nationalspieler Matthias Hofbauer macht im November die Grossmatthalle in Kirchberg quasi zu seinem Wohnzimmer.

Hans Ulrich Mülchi

Gegen das Mutterland des Unihockeys konnte Matthias Hofbauer bis vor knapp zwei Wochen noch nie gewinnen. «Ich wurde schon weit über 100 Mal gefragt, wann wir denn mal die Schweden endlich besiegen», sagt Hofbauer.

Zum Abschluss des Heimturniers in Kirchberg anfangs November war es dann soweit. Nach zuvor 65 erfolglosen Anläufen konnte die Schweiz die Schweden mit 7:5 bezwingen. «Dass sich dies erledigt hat, ist eine grosse Genugtuung», so Hofbauer.

Das Abenteuer Svenska Superliga

Die eindrücklichen Statistiken von Hofbauer blieben auch in der Unihockey-Hochburg Schweden nicht unbemerkt. Als einer von wenigen Schweizer Unihockeyanern nahm Hofbauer ein schwedisches Auslandsabenteuer in Angriff.

So wechselte er im Alter von 21 Jahren nach Schweden zu Jönköpings IK, wo er ein Jahr als Vollprofi tätig war. Nach einem Jahr kehrte er aber bereits wieder in die Schweiz zurück. Im Jahr 2007 suchte er nochmals eine neue Herausforderung und verabschiedete sich erneut für zwei Jahre nach Schweden und lief dort für IBK Dalen auf.

Seither spielt Hofbauer erfolgreich in der Schweizer Liga beim SV Wiler-Ersigen. Cupsieger, Schweizer Meister und erfolgreicher Nationalspieler. Welche Ziele hat man da überhaupt noch? «Ich habe keine Liste, was ich erreicht habe und was ich noch erreichen will, das war nie mein Ding», meint Hofbauer dazu. «Erfolge mit der Mannschaft sind aber immer sehr schön und am Ende der Saison zuoberst zu stehen, verleidet einem nie.»

Nicht zu weit nach vorne schauen

Neben dem Leistungssport hat Matthias Hofbauer gemeinsam mit seinem Bruder Christian, der ebenfalls auf eine lange Karriere als Spieler beim SV Wiler-Ersigen zurückblicken kann, die Firma «Hofbauers» gegründet.

Matthias Hofbauer «Es ist klar, meine Zeit als Spieler neigt sich dem Ende zu.»

Matthias Hofbauer «Es ist klar, meine Zeit als Spieler neigt sich dem Ende zu.»

Felix Gerber

Es liegt auf der Hand, dass sich in ihrer gemeinsamen Firma alles um Unihockey dreht. Nebst dem Vertrieb von Unihockey-Utensilien bieten die Hofbauer-Brüder auch ihre Dienste als Trainer an und organisieren Trainingstage für Kinder.

Wie lange Matthias Hofbauer noch aktiv Unihockey spielen wird, ist unklar. Seit August ist Hofbauer nämlich glücklicher Vater, was den Zeitpunkt seines Rücktritts natürlich mitbeeinflusst: «Solange es für meine Familie stimmt, ich gesund und motiviert bin, passt es noch.» Jedoch weiss auch Hofbauer: «Es ist klar, meine Zeit als Spieler neigt sich dem Ende zu.»

Über die Zeit nach seiner aktiven Karriere hat sich Hofbauer noch nicht allzu viele Gedanken gemacht. «Ich weiss noch nicht genau, was nach meiner Unihockey-Karriere kommt. Seit meinem 16. Lebensjahr habe ich jeweils für ein paar Jahre vorausschauend geplant.

Nun tut es auch mal gut, nicht mehr zu weit nach vorne zu schauen», sagt der 36-jährige Altmeister. «Aber es ist auch klar, dass ich mich jetzt schon darauf freue, nach der Karriere mehr Zeit für die Familie und das Leben ausserhalb der Sporthalle zu haben.»