Unihockey

SV Wiler Ersigen – dem Rekordmeister gehen die Meister aus

Hintere Reihe (v. l.): Jasmin Christen (Physio), Mattia Schenk, Andrin Hollenstein, Nico Mutter, Philipp Affolter, Claudio Mutter, Deny Känzig, Daniela Studer (Physio). Mittlere Reihe (v. l.): Thomas Berger (Cheftrainer), Daniel Sesulka, Nicola Bischofberger, Marco Schlüchter, Dominik Alder, Lukas Moser, Marco Rentsch, Radek Sikora (Assistenztrainer), Adrian Bernasconi (Teambetreuer). Vordere Reihe (v. l.): Martin Menetrey, Dave Wittwer, Jan Bürki, Daniel Johnsson, Tatu Väänänen, Miro Lehtinen, Marco Louis, Matthias Hofbauer, Joel Krähenbühl, Christoph Reich.

Hintere Reihe (v. l.): Jasmin Christen (Physio), Mattia Schenk, Andrin Hollenstein, Nico Mutter, Philipp Affolter, Claudio Mutter, Deny Känzig, Daniela Studer (Physio). Mittlere Reihe (v. l.): Thomas Berger (Cheftrainer), Daniel Sesulka, Nicola Bischofberger, Marco Schlüchter, Dominik Alder, Lukas Moser, Marco Rentsch, Radek Sikora (Assistenztrainer), Adrian Bernasconi (Teambetreuer). Vordere Reihe (v. l.): Martin Menetrey, Dave Wittwer, Jan Bürki, Daniel Johnsson, Tatu Väänänen, Miro Lehtinen, Marco Louis, Matthias Hofbauer, Joel Krähenbühl, Christoph Reich.

Neue Saison beginnt mit Final-Reprise − beim SV Wiler-Ersigen steht die junge Garde auf dem Prüfstand.

Leere Blicke und enttäuschte Gesichter bei den Spielern des SV Wiler-Ersigen. «2:5» prangt an der Anzeigetafel in der Swiss Arena in Kloten. Das war vor viereinhalb Monaten. Der Meisterpokal war damit weg und gehört nicht mehr dem Rekordmeister, sondern erstmals dem Kantonsrivalen Köniz. Die vergangene Saison endete zwar mit einer Enttäuschung. Trotzdem fällt die Bilanz positiv aus bei den Grün-Weissen.

Die Mannschaft von Trainer Thomas Berger stand in allen drei nationalen Finals (Supercup, Cupfinal, Superfinal) und entschied deren zwei für sich. Der SV Wiler-Ersigen sicherte sich ausserdem den Qualifikationssieg. Es war also beinahe die perfekte Saison. Das Team, das vom Meisterjahr 2017 ein Dutzend Spieler zu ersetzen hatte, spielte weit über den eigenen Erwartungen. Die verjüngte Equipe hat in 22 Qualifikations-, 8 Playoff- und 5 Cupspielen sowie im Supercup insgesamt 36 Mal abgeliefert, nur nicht in Spiel 37, dem Superfinal gegen Köniz um den Meistertitel.

Letzter ist auch der erste Gegner

Die neue Saison wird mit dem Supercup zwischen dem Meister und dem Cupsieger eröffnet. Wiler-Ersigen kann sich am Samstag in der Saalsporthalle in Zürich bei Floorball Köniz im Prestige-Spiel für die Finalniederlage revanchieren. Keine 24 Stunden später steht das Auftaktspiel zur Saison 2018/19 an. Wieder gehts für den SVWE nach Zürich, diesmal in die Sporthalle Hardau zu den Grasshoppers. Diese scheiterten in der Vorsaison im Halbfinal am späteren Meister Köniz.

Der SV Wiler-Ersigen befindet sich in einer gänzlich neuen Ausgangslage vor dem Saisonauftakt. Der Umbruch beim elfmaligen Schweizer Meister ist mittlerweile nicht nur von der Kader-Verjüngung her vollzogen, sondern auch statistisch bemerkbar. Erstmals seit der Saison 2003/04, als der SV Wiler-Ersigen den ersten Titel der Klubgeschichte holte, stehen mehr Spieler im Kader, die noch nie Meister wurden als solche, die das Gefühl des NLA-Titelgewinns schon kennen.

Nur noch vier Routiniers

Von der erfolgreichen Dynastie, die Wiler-Ersigen zwischen 2006 und 2012 sechs Meistertitel in Serie bescherte, ist nur noch ein Trio geblieben: Matthias Hofbauer (37), Dave Witwer (31) sowie Joel Krähenbühl (33). Der zweimalige Weltmeister Tatu Väänänen (35) aus Finnland komplettiert das Quartett der Routiniers. Nach diesen vier kommt bereits Deny Känzig, der mit erst 22 Jahren schon drei Superfinals und zwei Meistertitel erlebt hat.

Die Verjüngung ist somit vollzogen und der Aufbau der neuen Generation in vollem Gang. Wegen des Umbruchs rechnet man beim SV Wiler-Ersigen mit einer von vielen Auf und Ab geprägten Saison. Dies war zwar schon vor der vergangenen Saison die Erwartung. Mit Quali-, Cup- und Supercupsieg kam es bekanntlich anders. Tatsächlich war es sogar ein Höhenflug. Die Leistungen indes waren nicht immer kongruent mit den Ergebnissen. Beim SV Wiler-Ersigen überwog teilweise eher das Gefühl, über Wert klassiert zu sein. Es schien, als profitierte die Mannschaft vorwiegend von den Schwächen der Gegner, als dass sie eine besondere Stärke hätte ausspielen müssen.

Dass es dieses Jahr automatisch wieder so gut und von Anfang an reibungslos laufen wird, wäre also gefährlich zu erwarten. Der SVWE hat mit den Abgängen von Goalie Nicolas Wolf sowie Lukas Meister gewichtige Puzzleteile zu ersetzen. Mit Daniel Johnsson wird zudem einer der besten Punktesammler bis Weihnachten fehlen. Der 31-jährige Schwede, der in der letzten Saison mit seinem Zorro-Tor brilliert hat, fällt wegen einer Hüftoperation aus.

Wohin geht der Weg?

Die neue Saison wird zu einer Bewährungsprobe für den Rekordmeister. Allen voran für die junge Garde. Die muss jetzt beweisen, dass sie bereit ist, genauso viel zu investieren wie es die Dynastie der Nuller-Jahre war. Diese haben den SV Wiler-Ersigen zum «grünweissen Monster» gemacht, wie es der ehemalige Reinach- und Grasshoppers-Coach Magnus Svensson einst formuliert hatte. Dazu reichen ein paar schöne Spielzüge, ein tolles Dribbling oder ein spektakuläres Tor während eines Spiels nicht.

Die Saat für den Erfolg wird schon viel früher gelegt. Im Training, in der Trainingsvorbereitung, aber und vor allem auch im Kopf. Gelingt es der neuen Generation, dies zu begreifen und sich gegenseitig anzustacheln, dann wird es wohl bald wieder fröhliche Gesichter und jubelnde Wiler-Ersigen-Fans an einem Superfinal zu sehen geben. Wenn nicht, dann werden Teams, welche dieses Commitment und den Hunger rüberbringen, der neuen SVWE-Generation regelmässig vor der Sonne stehen.

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