Volleyball
«Super Hänggi» ist der Dienstälteste bei «Schöni»

Bereits mit 18 Jahren schaffte der Aargauer Christoph Hänggi den Sprung in das NLA-Team von Volley Schönenwerd. Auch unter dem neuen Trainer Zharko Ristoski ist er die Nummer 1 auf der Mitteposition.

Raphael Wermelinger
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Remo Fröhlicher

Obwohl Christoph Hänggi erst 23 Jahre alt ist, spielt er bereits die sechste NLA-Saison für Volley Schönenwerd. Damit ist der 1,95 m grosse Mittelblocker der dienstälteste Spieler im aktuellen Kader der Niederämter. Darauf hätten ihn die Mitspieler auch schon aufmerksam gemacht, sagt er. Doch ihm seis egal: «Das hat keinen Einfluss auf mich. Jede Saison ist wieder eine ganz neue und man muss sich mit anderen Mitspielern arrangieren.» Seine Rolle im Team habe sich seit dem Wechsel zu Volley Schönenwerd im Jahr 2011 aber doch verändert: «Ich übernehme mehr Verantwortung und traue mir zu, auch die entscheidenden Punkte zu machen.»

Eine Silbermedaille und eine Bronzemedaille in der NLA, die Teilnahme am Cupfinal sowie zwei Meistertitel mit den U21-Junioren: Diese Erfolge konnte Hänggi mit den Niederämtern in den letzten knapp sechs Jahren feiern. Was fehlt, ist ein grosser Titel. Darauf arbeitet der Klub hin. Nach den enttäuschenden letzten beiden Saisons, die «Schöni» auf dem fünften Platz abschloss, rüstete der Verein im Sommer mächtig auf und verpflichtete gleich vier neue Ausländer.

Die Annahme und die Diagonalposition sind diese Saison neu fest in den Händen der Söldner, in der Mitte setzen die Schönenwerder aber weiter auf Swissness: Simon Hofstede, Marko Kesten, Christopher Frame und Hänggi sind die vier Kandidaten für die zwei Plätze in der Startformation. Von den Einsatzzeiten her ist «Super Hänggi», wie ihn Fans und Speaker nennen, die klare Nummer 1. «Weil ich im Angriff ein bisschen mehr Durchschlagskraft habe als die anderen drei und im Vergleich mit Frame und Kesten auch erfahrener bin», begründet er seinen Stammplatz.

In der Spitzengruppe positioniert

In der NLA ist ein Drittel der Qualifikation absolviert. Schönenwerd liegt mit fünf Siegen und zwei Niederlagen nach Verlustpunkten auf Platz zwei hinter Titelverteidiger Amriswil. «Der Start war in Ordnung. Wir haben die Punkte geholt, die es braucht, um vorne dabei zu sein», sagt Hänggi gewohnt nüchtern.

Am vergangenen Spieltag schaute gegen Jona der zweite Zu-null-Sieg der laufenden Meisterschaft heraus. «Wir zogen unser Spiel durch und agierten von A bis Z auf hohem Niveau. In den vorherigen Spielen hatten wir jeweils noch zu viele Löcher», blickt der Geschichte- und Soziologie-Student zurück. Die Startphase der Meisterschaft habe gezeigt, dass Schönenwerd mit jedem Gegner mithalten könne. «Amriswil schwingt im Moment zwar ein wenig obenaus, ist aber sicher auch schlagbar», so Hänggi.

Am achten Spieltag trifft Schönenwerd auswärts auf Näfels. Die Glarner liegen auf dem fünften Platz und damit hinter ihren Erwartungen. Aber sie gewannen das erste Duell gegen Schönenwerd zum Saisonauftakt. Allerdings hauchdünn im Tiebreak. «Trotz Matchbällen konnten wir den Sack leider nicht zumachen», ärgert sich Hänggi. «Wir haben definitiv noch eine Rechnung offen. Die Spiele gegen Näfels waren schon in den letzten Jahren immer hart umkämpft. Ich hoffe, dass es diesmal wieder klappt für uns.»

Umschwärmter Nati-Spieler

Seine konstant guten Leistungen bei Schönenwerd ebneten Christoph Hänggi auch den Weg in die Schweizer Nationalmannschaft. Mit dieser nimmt er im Frühling an der WM-Qualifikation teil. Klar, dass sich auch andere NLA-Vereine für den Mittelblocker interessieren. «Solang ich in Basel studiere, kommt ein Wechsel nicht infrage», stellt der 23-Jährige klar. Doch es ist natürlich nicht nur die «strategisch gute Lage», die ihn im Niederamt hält. «Schon als ich 2011 zum Klub stiess, waren die Strukturen sehr professionell», begründet Hänggi seine Treue. «Die Devise der Vereinsleitung lautete von Anfang an, Schweizer Spieler zu fördern und ihnen in der NLA Verantwortung zu geben. Diese Strategie wird bis heute verfolgt.»

Volley Schönenwerd wolle in den kommenden Jahren für noch mehr Aufruhr in der NLA sorgen, dies beweise das Hallenprojekt. Und auch die Erwartungen im Umfeld zeigen, dass «Schöni» längst zu den Grossen der Schweiz zählt. «Die Erwartungen sind auf jeden Fall gestiegen, was ja in erster Linie an unseren Resultaten liegt», so Hänggi. «Den Druck kann ich aber sehr gut ausblenden. Und es ist natürlich auch das Ziel von jedem Spieler, möglichst weit nach vorne zu kommen.»