Einer von 1000 Junioren, so sagt man, schafft den Sprung in die Super League. In den gut bezahlten Profifussball also. Der nächste Solothurner, seit Robin Huser, der einer dieser 1000 «High-Flyer» sein könnte, ist der 19-jährige Berkay Sülüngöz. «Wenn er sich nicht verletzt und das nötige Quäntchen Glück hat, bin ich davon überzeugt», sagt FC-Solothurn-Sportchef Francisco Fernàndez, «dass er es schafft.»

Der defensive Mittelfeldspieler hat die Verantwortlichen des FC Basel anlässlich eines Trainingslagers auf Gran Canaria überzeugt. Sülüngöz, der auf der Gemeindeverwaltung in Bellach arbeitet und derzeit in den Abschlussprüfungen steckt, bringt sehr viel von dem mit, was es auf seiner Position braucht, um zumindest national einzuschlagen.

Mit 185 cm an Höhe ist er gross und entsprechend kopfballstark. Zudem ist er nicht aus Zuckerwatte und kann sich im Zweikampf behaupten. Ferner hat ein gutes Auge und ist am Ball so stark, dass seine Gegner bisweilen durchaus alt aussehen lassen kann.

Vorerst viel weniger Geld

Berkay Sülüngöz spielt seit er fünf Jahre alt ist beim FC Solothurn. Seit ihm Papa und Mama noch die Schuhe schnüren mussten also. Vor zwei Jahren hat er den Sprung in die 1.-Liga-Equipe des FCS geschafft. Und nun geht’s also «obsi» zum Ligakrösus FCB – vorerst zur U 21 in die 1.-Liga-Promotion. Nachdem ein anderer Super- League-Verein auf Sülüngöz aufmerksam wurde, haben die Verantwortlichen des FCS ihren Partnerverein Basel informiert. «Schliesslich arbeiten wir zusammen», hält Fernàndez fest.

Prompt schlug der FCB zu. Durch den Wechsel von Sülüngöz ans Rheinknie verlieren die Solothurner vorerst, nebst einem Leistungsträger, auch Geld. Würde der türkisch-schweizerische Doppelbürger und Fan von Galatasaray nämlich zu einem anderen Verein wechseln, bekäme der FCS viel mehr Ausbildungsentschädigung. Ab dem Préformation-Bereich (U 13) respektive Junioren-Spitzenfussball rechnet man allgemein mit einer jährlichen Ausbildungsentschädigung auf Verhandlungsbasis von rund 40 000 Franken.

Von Basel kriegt der FCS für Sülüngöz in dem Sinn «nur» einen Bruchteil – im einstelligen Prozentbereich von dem, was mit diesen 40 000 Franken pro Jahr gerechnet möglich wäre. Weil man als Partner eben im gleichen Boot sitzt. Sollte der Defensivspieler vom Jura-Südfuss indes den nächsten Schritt schaffen – wie dieser exakt definiert sein soll, wird derzeit verhandelt – dann schenkt’s auch beim FC Solothurn ein.

Idealer Moment

«Der FC Solothurn trägt einen grossen Anteil daran, dass ich jetzt zum FC Basel wechseln kann», sagt Berkay Sülüngöz. Und: «Ich freue mich sehr, über diese Chance.» Der Traum vom Profi lodert lichterloh in ihm. In dem Sinn kommt der Zeitpunkt des Wechsels im idealen Moment.

Nach seiner Ausbildung zum Kaufmann transferiert Sülüngöz per Juli zum FCB. Wie professionell, sprich wie vollzeitlich oder nicht oder nur zum Teil, ist noch nicht klar. «Das wird sich in den nächsten Wochen zeigen.» So oder so aber ein gute «Züglete» für den jungen Spitzenfussballer.