Wenn am Auffahrtsdonnerstag der Schiedsrichter in Zuchwil um 17 Uhr den Solothurner Cupfinal anpfeift, dann ist das für alle ein spezieller Moment. Andreas Linder und Daniel Wiedmann wissen aus Erfahrung, wie sich das anfühlt. Es sei jedes Mal ganz anders und ein einmaliges Erlebnis, sind sich die beiden Freunde einig, die bereits zum dritten Mal zusammen in einem Cupfinal stehen werden.

Am Guggiweg auf dem Sportplatz Affolter bereitet man sich mental auf den Höhepunkt der Saison vor: Linderund Wiedmann, die beiden Routiniersbeim FC Subingen, wissen genau, was es bedeutet, in einem Solothurner Cupfinal zu stehen. Sie haben den Pokal schon 2010 mit Subingen gewonnen und 2005 mit Derendingen. «Solange ich fit bin, werde ich weiter für Subingen spielen», sagt Linder, der am Dienstag 33 Jahre alt wurde und bereits das Fusball-ABC in Subingen gelernt hat.

Nicht ganz so lange dabei ist Wiedmann, der beim SC Derendingen die Junioren durchlaufen hat. Vor fünf Jahren wurde ihm der Aufwand beim FC Grenchen in der 1. Liga zu viel. Wegen der Freundschaft mit Linder habe er sich damals für Subingen entschieden.

«In Schönenwerd haben wir den Cupfinal 3:0 gegen Hägendorf gewonnen», erinnert sich Linder, «es war ein super Gefühl und ein grossartiges Fest.» Und Wiedmann ergänzt: «Ich war damals neu in der Mannschaft und es war gigantisch.» Die vielen jungen Spieler der aktuellen Stammformation haben aber noch nie die Ambiance eines Solothurner Cupfinals mit über 1000 Zuschauern erlebt. Welche Ratschläge können ihnen da die Routiniers geben? «Jeder spürt, dass es ein ganz besonderes Spiel ist und sie werden nervös sein. Aber das werde auch ich sein», sagt Linder dazu. «In solchen Situationen sind wir erfahrenen Spieler gefordert, damit die Jungen sich an uns orientieren können.» Dann verwandle sich die Nervosität rasch in eine positive Anspannung.

Olten hat in letzter Zeit alle Gegner souverän geschlagen und gilt als Favorit. «Sie haben eine spielerische Klasse, an die niemand anderes in der Solothurner 2. Liga herankommt», analysiert Wiedmann den Gegner. «Wir haben aber auch unsere Stärken. Wir sind ausgeglichener besetzt. Sie sind auf ihr magisches Dreieck Osaj, Jakupovic und Schifferle angewiesen, während bei uns jeder Spieler den entscheidenden Pass geben oder ein Tor schiessen kann.» Linder sieht die Favoritenrolle etwas deutlicher beim Gegner: «Wenn wir Olten Paroli bieten wollen, muss jeder das Optimum abrufen.»

Das Fest nach einem Cupsieg werde sich spontan ergeben, da sei nichts geplant. «Gefeiert wird auch, wenn wir verlieren sollten», sagt Wiedmann. «Ich muss am Freitag arbeiten. Aber das wird mich nicht bremsen, wer feiern kann, kann am nächsten Morgen auch aufstehen.»