Ein schüttelnder Kopf hier, ein Blick ins Leere dort. Die ausgelaugten EHCO-Spieler sind wenige Minuten nach der 2:6-Niederlage gegen die Rapperswil-Jona Lakers nicht nur enttäuscht, sondern auch frustriert. Denn jeder Spieler – und wohl auch ein Grossteil der 3373 Zuschauer – wusste: Dieses Spiel hätte einen anderen Ausgang nehmen können.

Es blieb jedoch wegen der Oltner Strafenflut beim Konjunktiv. Und so ist es eine dieser Niederlagen geworden, über die man sich tagelang enervieren und den verpassten Chancen nachtrauern könnte.

Ein Sieg zur Beruhigung

Doch die umstrittenen Schiedsrichterleistungen sind im EHCO-Training am Samstagmorgen – wenige Stunden nach dem ersten Playoffduell – nur noch am Rande ein Thema. Vielmehr gilt der Fokus dem zweiten Spiel, in welchem man nicht nur Details verbessern muss: So müssen etwa die Oltner Boxplay-Teams wieder kompakter auftreten und gleichzeitig braucht es im Angriff deutlich mehr Effizienz im Abschluss.

Es wird ein kapitales Spiel sein, das der EHC Olten vor heimischem Publikum gewinnen muss. Denn ein 0:2-Rückstand in der Best-of-7-Serie gegen ein ebenbürtiges Rapperswil-Jona wird angesichts des wackligen Nervenkostüms der Oltner nur schwierig aufzuholen sein.

«Solche Gedanken gibt es bei uns nicht. Wir sind für das Heimspiel positiv gestimmt und haben nun bereits auswärts erlebt, dass wir das spielbestimmende Team sein können. Wir haben uns schliesslich selber geschlagen – wissen, dass wir disziplinierter auftreten müssen und vor dem Tor die gut herausgespielten Chancen auch bei 5 gegen 5 ausnutzen müssen», sagt Marco Truttmann, in dessen Aussagen auch eine leise Selbstkritik mitschwingt.

Bilder zum ersten Playoff-Spiel zwischen den Rapperswil-Jona Lakers und dem EHC Olten:

Er, der immer noch seine Topform sucht, wirkte in Spiel 1 am Freitag neben den läuferisch unermüdlichen Thomas Heinimann und Philipp Wüst wie ein Bremsklotz. Und dennoch hat man nicht das Gefühl, dass sich Truttmann an diesem Samstagmorgen selber etwas vorwirft.

Zumindest gibt er sich gegen aussen erstaunlich gelassen: «Klar, ich habe eine Qualifikation gespielt mit weniger als einem Skorerpunkt pro Spiel, aber das ist nun passé, ich kann es nicht mehr ändern. Ich lege den Fokus lieber auf die Playoffs», sagt der Mann mit der hartnäckigen Ladehemmung. Die sollte er endlich überwinden, will der EHCO die offene, hart umkämpfte Serie überstehen.

Kaum Veränderungen

Dass Trainer Bengt-Ake Gustafsson in den letzten Wochen immer wieder die Sturmpartner von Marco Truttmann ausgewechselt hat, spricht für sich. «Man versucht als Trainer, gute Konstellationen zu finden, die Chemie muss stimmen. Ich habe das Gefühl, dass diese Reihe harmoniert», sagt Gustafsson dazu.

Dass Truttmann im Tief steckt, weiss auch der Schwede: «Ich erwarte von ihm das Gleiche wie von allen anderen Spielern auch: Harte Arbeit, Wille und totaler Einsatz. Er macht vieles richtig. Ich glaube an ihn.»

Ohnehin will Gustafsson für das erste Heimspiel der Playoffs keine grossen Veränderungen vornehmen: «Wir haben hier und da ein paar Blessuren. Mal schauen, wie sich diese bis Spielbeginn entwickeln. Vielleicht müssen wir dann noch einige Korrekturen vornehmen.

Aber das Grundgerüst bleibt bestehen, wir wollen Stabilität in die Mannschaft bringen.» Was so viel heisst wie: Wiederum hütet Dominic Nyffeler das EHCO-Tor und Jiri Polansky sowie Justin Feser besetzen die Ausländerpositionen. Beide waren am Freitag denn auch die auffälligsten EHCO-Spieler.

Wer weiss: Vielleicht blüht ausgerechnet Marco Truttmann im heutigen Spiel plötzlich zur überragenden EHCO-Figur auf. Es gäbe keinen besseren Zeitpunkt, sich wieder in die Herzen der EHCO-Fans zu spielen.