Leichtathletik
Stressreaktion im Kreuzbein: Für Martina Strähl ist der WM-Marathon «futsch»

Wegen einer Stressreaktion im Kreuzbein verpasst die 30-jährige Solothurnerin Martina Strähl den WM-Marathon vom 6. August in London.

Raphael Wermelinger
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Martina Strähl verpasst die Leichtathletik-WM verletzt.

Martina Strähl verpasst die Leichtathletik-WM verletzt.

KEYSTONE/ANTHONY ANEX

«Liebe Fans und Freunde, ich habe leider den Kampf um die Leichtathletik-WM in London verloren und muss auf den Marathon verzichten», informierte Martina Strähl am Samstag auf ihrer Homepage. Die 30-Jährige leidet an einer Stressreaktion im Kreuzbein. «Ich habe gekämpft. Wir haben gekämpft, bis es einfach nicht mehr realistisch war und bis die Diagnose nach der zweiten Untersuchung Klarheit verschaffte», schildert die Ausdauersportlerin vom LV Langenthal.

Martina Strähl hatte sich Anfang Jahr mit einer persönlichen Bestzeit von zwei Stunden, 30 Minuten und 58 Sekunden erstmals für den WM-Marathon vom 6. August in London qualifiziert. Der WM-Start wäre der grosse Karriere-Höhepunkt gewesen. Doch wenige Wochen vor den Weltmeisterschaften legte Strähls Körper sein Veto ein. «Das tut sehr weh», schreibt die Heilpädagogin aus Horriwil. Die letzten fünf Wochen seien sehr schlimm gewesen, schildert sie: ein Ärzte- und Intensivtherapie-Marathon, teilweise starke Schmerzen, ein ständiges Auf und Ab und keine klare Diagnose.

Es gab viele Tränen

«Ich habe viel geweint, war schlecht gelaunt», blickt Strähl sehr offen auf die schwierige Zeit zurück. «Trotzdem hatte ich immer wieder Hoffnungen und kämpfte weiter.» Ihr Trainer Fritz Häni und ihr Umfeld hätten sie sehr gut motiviert und unterstützt. «Ein Jahr haben Fritz und ich fokussiert auf die WM hingearbeitet und dieser so viel untergeordnet», rekapituliert Strähl. «Nach fast vier Jahren ohne gröbere Verletzungen hatte ich ein sehr gutes Gefühl. Jetzt ist die WM für uns aber futsch. Ich laufe seit drei Wochen keinen Meter mehr und das wird auch noch ein paar Wochen so bleiben.»

Nach diesem herben Rückschlag gelte es nun, wieder aufzustehen, weiss Martina Strähl: «Am Boden war ich jetzt lange genug.» Sie müsse die Situation akzeptieren, vorausschauen und positiv denken. «Alles hat seinen Sinn, auch wenn man ihn im Moment nicht sehen kann», so Strähl. Sie widme sich nun voll und ganz der Genesung und wolle schon bald neue Ziele mit ihrem Trainer definieren und angehen. «Darauf freue ich mich. Ich komme stark zurück, vielleicht stärker denn je, und werde wieder mit grosser Freude grosse Ziele erreichen», gibt sich Strähl kämpferisch.

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