Nach der überraschenden Niederlage des Mitfavoriten Pilatus gegen Einsiedeln könnte indes gar auch ein Unentschieden im direkten Duell reichen. «Die Eishockeyaner sagen jeweils, dass der vierte Sieg in einer Playoff-Serie der Schwierigste sei», mahnt Daniel Weber, Sportchef des BSV Muri Bern, A-Ligist und Partnerverein von Solothurn.

Pilatus, das von der Spielveranlagung ähnlich einzuschätzen ist, galt vor der Finalrunde als Mitfavoriten und härtester Konkurrent der Truppe um TVS-Trainer Matthias Heger: «Wir wollen sowieso alle fünf Partien gewinnen und schauen daher hauptsächlich auf uns.» Ausführlicher wird Weber, der Vater von Solothurn-Topskorer Tim Weber: «Sie sind jung, schnell und dynamisch, haben aber nicht unbedingt die sattelfesteste Deckung.»

Moderner Handballsport

Genau darauf will der TVS auch im letzten Heimspiel der Saison aufbauen – mit schnellen Gegenstössen und kraftvollen Abschlüssen. «Das ist unser Spiel, so konnten wir bisher die Gegner jeweils überrumpeln», sagt Heger. Dass Solothurn in der Finalrunde in den bisherigen drei Spielen relativ viele Gegentore erhalten hat, bemerkt auch Weber: «Sie sind teilweise noch zu unkonzentriert, daran müssen sie arbeiten. Natürlich sind die Gegentreffer aber auch der schnellen und offensiven Spielweise geschuldet.» Generell bezeichnet Weber die Solothurner Spielweise als schnell, leidenschaftlich und absolut modern: «Es macht Spass, ihnen zuzuschauen.»

«Beim BSV ist Solothurn natürlich ein grosses Thema. Sei dies im Verwaltungsrat oder auch auf technischer Ebene. Die Trainer der Leistungsmannschaften sind ständig in Kontakt mit den Verantwortlichen von Solothurn. Es geht darum, abzusprechen, wer, wie und wo trainiert und spielt, um eine optimale Förderung gewährleisten zu können.» Bereits in der laufenden Saison kamen diverse Spieler wie Kaspar Arn, der Ende Saison wohl definitiv zum BSV Bern Muri wechseln wird, Taro Diethelm, Alain Blaser oder Sebastian Schneeberger in der Nationalliga A zum Einsatz.

Entscheidendes Schlüsselspiel

Diese Gespräche werden hauptsächlich nach der Saison stattfinden. Ein wichtiger Punkt in der strategischen Planung der beiden Vereine wird sein, in welcher Liga Solothurn in der kommenden Saison spielen wird. Gewinnt der TVS gegen Pilatus, ist der Aufstieg unter Dach und Fach. Verlieren die Solothurner, kommt es zum Showdown am Samstag im Direktduell gegen Wädenswil.

«Der Aufstieg war immer das Ziel. Sie spielen eine fantastische Saison und die Entwicklung der Mannschaft in dieser Saison ist grossartig», lobt Weber. Ein Verein in der NLB wäre für Solothurn sowie auch für den BSV eminent wichtig. In der NLB könnten sich die jungen Spieler mit Ambitionen nach oben besser entwickeln und die Kooperation würde optimal genutzt: «Es gibt viele Spieler, die in der 1. Liga nicht derart gefordert werden, wie sie sollten.»

Auf Berner Unterstützung darf der TVS gegen Pilatus auf jeden Fall zählen: «Die 1. Mannschaft hat extra trainingsfrei bekommen und es wäre wünschenswert, wenn möglichst viele Spieler in Solothurn zur Unterstützung anwesend sein würden» sagt Weber. (CHE)