Laufen
Strähl: «Die Schlusskilometer waren brutal hart»

Die Oekingerin Martina Strähl gab ein eindrückliches Debüt am Inferno-Lauf. Sie legte die 21,097 km und 2175 Höhenmeter in 2:19:34,5 Stunden zurück. Damit war sie die schnellste Schweizerin.

Edgar B. Fuchs
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Impressionen von Martina Strähl am Inferno-Lauf
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Impressionen von Martina Strähl am Inferno-Lauf

zVg

Martina Strähl, Gratulation zu Ihrem Grosserfolg. Wie haben Sie sich auf dieses schwierige Rennen vorbereitet?
Eigentlich habe ich keine speziellen Vorbereitungen getroffen. Durch mein konsequentes Training verfüge ich über eine solide Grundkondition, die ich mir mit Einheiten auf dem Velo, kombiniert mit kürzeren oder längeren Läufen hole. Allerdings fuhr ich in der Woche vor dem Inferno-Lauf mit dem Training ziemlich stark zurück, um nicht unnötig Kräfte zu verpuffen.

Haben Sie sich eine spezielle Renntaktik zurechtgelegt?
Auf jeden Fall. Ich hatte mir vorgenommen, das Rennen in Anbetracht der Länge und der Höhendifferenz relativ langsam anzugehen. Weiter nahm ich mir vor, mich an den zahlreichen Verpflegungsstellen immer gut mit isotonischen Getränken zu versorgen, denn ein Leistungseinbruch wäre fatal gewesen. Zudem wollte ich mein persönliches Rennen laufen und auf niemanden schauen.

Wie haben Sie diese Strecke erlebt?
Den ersten Teil von Lauterbrunnen bis Mürren empfand ich als nicht allzu schwierig. Das Terrain gleicht einer Strecke der Jura Top Tour. Aber danach ging es so richtig zur Sache, das Gelände wurde extrem steil. Beim berühmten «Kanonenrohr» angekommen, musste ich zum Gehschritt wechseln, denn ein Laufen war schlicht nicht mehr möglich. Die letzten vier Kilometer waren hart, die eineinhalb Schlusskilometer sogar brutal hart. Zum Teil musste man sich an Seilen haltend auf allen vieren fortbewegen. Das Ziel schien nicht näher kommen zu wollen.

Wie fühlten Sie sich nach dem Zieleinlauf?
Erschöpft, aber überglücklich. Ich konnte mich ziemlich rasch von den Strapazen erholen und realisierte dann, dass mir ein toller Lauf gelungen war. Nur gerade neun Männer hatten das Ziel vor mir erreicht. Mit der Zeit bin ich mehr als zufrieden.

Was macht für Sie die Faszination Berglauf aus?
Ich bin ein Naturmensch und geniesse es, in der freien Natur zu laufen, insbesondere die Bergwelt fasziniert mich immer wieder. Es ist auch ein erhabenes Gefühl oben anzukommen und auf die vollbrachte Leistung zurückblicken zu können. Die Atmosphäre an einem Berglauf ist sehr familiär, was ich toll finde.

Wie sehen Ihre Pläne für die nächste Zukunft aus?
Am nächsten Wochenende werde ich mein Hausrennen bestreiten, den Weissensteinlauf. Es ist immer schön, vor heimischem Publikum zu laufen. Am 14. September folgt mit dem Jungfraumarathon der nächste Härtetest. Ich möchte diese Herausforderung so locker wie möglich angehen. Mein Ziel ist es, in einer vernünftigen Zeit gut durchzukommen.