Beim 20. Passwang-Berglauf war die dreifache Berglauf-Europameisterin Martina Strähl einmal mehr einsame Spitze. Bei ihrem klaren Sieg, dem vierten am Passwang, vor der Deutschen Spitzenläuferin Jutta Brod und ihrer Mentaltrainerin Bettina Steiger, verbesserte die Oekinger Psychologie-Studentin ihren eigenen Streckenrekord mit 50:13 Minuten aus dem Vorjahr um 41 Sekunden. «Heute bin ich einfach gelaufen.

Obwohl ich im Moment an der Uni Bern die Masterarbeit schreibe, war das heutige Rennen ein Traumlauf», sagte Seriensiegerin Martina Strähl. «Es freut mich natürlich, dass ich wieder schneller war, als Monika Fürholz vor zwei Jahren, die dann kurz darauf in der Türkei Berglauf-Europameisterin geworden war.» Dieser erneute Rekord dürfte für Strähl ein gutes Omen für die Marathon-EM vom 16. August in Zürich sein.

Im Männerrennen gab mit dem 22-jährigen Jurassier Jérémy Hunt einen neuen Sieger. Die Rekordzeit des italienischen Spitzenläufers Gerd Frick von 43:47 Minuten aus dem Jahr 2012 blieb aber unantastbar. Hunt gewann das Rennen vor seinem Halbbruder Gilles Bally und Lokalmatador Marius Füeg. Hunt, der in der Jura-Top-Tour bisher nur den Grenchen-Berglauf gewinnen konnte und vor zwei Jahren am Weissensteinlauf als Gesamtdritter aufhorchen liess, feierte beim Passwanglauf bereits seinen vierten Saisonsieg.

Bei der Premiere zugeschlagen

«Wir waren hier zum ersten Mal mit dabei und kannten die Strecke nicht. Deshalb sind wir verhalten gestartet. Aber dann lief es immer besser», sagten Hunt und sein Halbbruder im Ziel. Die beiden Brüder geben den grossen Berglauf-Klassiker Sierre-Zinal am zweiten August-Sonntag als ihr Saisonziel an. «Deshalb können wir nicht am Belchen-Berglauf teilnehmen. Aber am Weissensteinlauf würden wir gerne starten, wenn wir uns von Sierre-Zinal gut erholen können», betonten die Zwei.

Der 15 Jahre ältere Gilles Bally war früher sechs Jahre als Küchenchef in Magglingen beim Bundesamt für Sport tätig, arbeitet jetzt aber in Crémines im Berner Jura in einem Altersheim. «Weil ich zweimal im Monat am Wochenende arbeiten muss, kann ich nicht mehr so viele Läufe bestreiten wie früher», sagte Bally, der zweimal von Swiss Athletics für die Berglauf-EM nominiert worden war.

Trotz einer Erkältung zeigte der Mümliswiler Marius Füeg an seinem Hausberg eine starke Leistung, die er wie im Vorjahr mit dem dritten Gesamtrang krönte. Nach der Passage im Reckenkien lag Füeg noch an fünfter Stelle, dann aber kamen seine geliebten steilen Passagen. «Ab Kilometer sechs lief es mir immer besser und ich konnte Cédric Lehmann und Carsten Brod noch überholen. Schade nur, dass die beiden Mathys-Brüder Christian und Hansruedi nicht am Start waren, sonst wäre das Rennen noch viel spannender geworden», so der gelernte Buchhändler und angehende Sekundarlehrer.

Der Druck steigt

Lokalmatador Füeg freute sich über die vielen Fans. «Noch nie haben mich so viele Leute mit ‹Hopp Marius›-Rufen angefeuert. Klar, dass damit auch der Druck grösser war als bei den ersten sechs Teilnahmen», sagte Füeg, der seine Bestzeit um 14 Sekunden steigern konnte.

Am Passwang-Berglauf war auch die Leichtathletik- und Waffenlauflegende Albrecht Moser in der Kategorie M65 am Start. Mit einer Zeit von 1:12:38 Stunden belegte er den siebten Platz. «Ich war seit langer Zeit wieder einmal hier. Vor allem die vielen Verpflegungsposten unterwegs waren super», konnten die Mümliswiler Turner aus dem Mund eines Experten hören, der in München Olympiateilnehmer über 10 000 Meter war und später eidgenössischer Waffenlaufkönig und Rekordmeister wurde.