«In der Leichtathletik sollte man so lange wie möglich alle Disziplinen machen», erklärt Remo Stöckli. Doch als der mittlerweile 16-jährige Lüterswiler im Winter vor einem Jahr an den Schweizer Nachwuchsmeisterschaften den Titel im Weitsprung holte, fasste er ernsthaft einen Wechsel nur zu dieser Disziplin in Auge.

«Anschliessend lief es mir allerdings nicht mehr ganz so gut, daher habe ich mich auch nicht für den Weitsprung entschieden», sagt Stöckli. Im Nachhinein eine gute Entscheidung, sonst hätte er vermutlich den Sieg am Eidgenössischen Turnfest nicht geholt.

Ganz zufrieden mit seiner Leistung in Biel war er aber nicht. Obwohl er gewonnen hat? «Sagen wir mal so: Es war nicht schlecht, aber auch keine Topleistung», sagt er. «Es sind fünf Disziplinen, da ist es immer schwierig, in allen eine Topleistung abzuliefern. Es müsste schon alles zusammenpassen. Ausserdem sollte man ja nie ganz zufrieden sein, oder?» fragt er und lacht.

Die Lehre hat begonnen

Für Remo Stöckli begann in diesem Sommer ein neuer Lebensabschnitt. Vor gut zwei Wochen hat er seine Sport-KV-Lehre in Bern angefangen. Dadurch hat nun auch mehr Zeit zum Trainieren. «Früher in der Schule war es manchmal schon sehr stressig, aber das sollte sich nun bessern, da ich meist nur bis 14 Uhr arbeite und anschliessend genügend Zeit fürs Training habe», fügt der 16-Jährige an.

Remo Stöckli

Remo Stöckli im Interview

Mit der Veränderung im Umfeld hat sich die sportliche Herausforderung verändert. Vom Fünfkampf hat der Lüterswiler auf den Zehnkampf gewechselt. Neu trainiert er neben den fünf altbewährten Disziplinen zusätzlich Diskus- und Speerwurf, Hürdenlauf, Stabhochsprung und 400-m-Lauf.

Noch Luft nach oben

An den diesjährigen Schweizer Meisterschaften - die steht weit oben auf seiner Prioritätenliste für den Rest der Saison - wird er jedoch noch nicht im Zehnkampf antreten. «Der Stabhochsprung und der Hürdenlauf sitzen noch nicht gut genug, daher werde ich einfach in den Einzeldisziplinen an den Start gehen», erläutert der 16-Jährige seine Ziele.

Ob er sich dereinst auf eine Disziplin spezialisieren will oder beim Zehnkampf bleibt, darauf will sich Stöckli noch nicht festlegen. Erst mal will er sich auf seine Ausbildung konzentrieren und weiter hart trainieren, um in ein paar Jahren an Wettkämpfe ins Ausland gehen zu können. «Eine EM oder WM wäre schön», schwärmt er.