In den letzten Wochen hat sich im Schatten der Paradelinie um Horansky, Schirjajew und Hohmann im Team des EHC Olten vor allem einer zu einem unverzichtbaren Wert gemausert: Diego Schwarzenbach.

31 Skorerpunkte (9 Tore, 22 Assists) in 33 Spielen hat der 31-Jährige soweit erspielt, das macht Platz 4 in der internen Skorerliste des EHC Olten. Damit befindet sich der Thaler auf Kurs, in seiner 12. EHCO-Saison seine beste Spielzeit zu egalisieren. Er würde damit seine Saison 2010/11 punktemässig übertrumpfen, in welcher er sich 43 Mal als Torschütze (11) oder Passgeber (32) eintragen liess (0,96 Punkte pro Spiel).

Diego Schwarzenbach engagiert sich sehr für die Hockeyschule.

Diego Schwarzenbach engagiert sich sehr für die Hockeyschule.

Spielt Diego Schwarzenbach nun im Herbst seiner Karriere, im Alter von 31 Jahren, tatsächlich seine beste Saison? Er muss schmunzeln und meint: «Die Beste? Es ist schwierig, alle Saisons miteinander zu vergleichen. Jede war für sich speziell», sagt er und bestätigt: «Aber ja, es läuft mir momentan sehr gut. Ich fühle mich wohl.»

Worauf seine Bestleistungen denn beruhen? «Ich weiss es nicht. Ich würde nicht behaupten, dass ich heute besser Schiessen oder Schlittschuhlaufen kann als in den Jahren zuvor. Es läuft einfach gut. Ich gebe jeden Tag mein Bestes», sagt er.

Aber dennoch, so glaube er, habe ihm die vergangene Saison, das Auszeitjahr in La Chaux-de-Fonds, viel gelehrt: Sich auf die wesentlichen, wichtigen Sachen zu fokussieren. «Ich lasse heute viel weniger an mich heran und konzentriere mich auf meine Leistungen. Das hilft», so Schwarzenbach, der in der letzten Saison beim HCC mit 29 Skorerpunkten seinen Aufwärtstrend belegte.

Stürmer Diego Schwarzenbach beweist plötzlich herausragende Skorerqualitäten, weshalb er auf viel Vertrauen zählen darf. Freshfocus

Stürmer Diego Schwarzenbach beweist plötzlich herausragende Skorerqualitäten, weshalb er auf viel Vertrauen zählen darf. Freshfocus

Defensive Sorgfalt als Basis

Dabei hatte Diego Schwarzenbach persönlich noch einen ungenügend bis mässigen Saisonstart zurück beim EHCO erlebt und war mehr Mitläufer als Teamstütze. Doch still und leise ist das Oltner Eigengewächs Sprosse für Sprosse die Leiter hochgeklettert. «Ich hatte die ersten zehn, zwölf Spiele nicht viel Eiszeit erhalten. Ich habe aber versucht, zumindest meinen Defensivjob gut zu machen», erinnert sich Schwarzenbach.

Es fruchtete. Heute zählt er eine Plus-Bilanz von 15 Zählern. Seine defensive Sorgfalt mochte denn auch Trainer Chris Bartolone besonders und sprach ihm immer mehr Vertrauen aus. Bis Diego Schwarzenbach als Flügelspieler neben Lukas Haas und Bryce Gervais eingesetzt wurde – und funktionierte. «Wir haben eine Super-Linie. Da ist alles dabei: Geschwindigkeit, Übersicht, Kaltblütigkeit. Es passt alles zusammen», schwärmt Oltens Nummer 72.

Dass er dabei auch noch kräftig Skorerpunkte sammle, sei ein nettes Detail. «Das ist schön. Es ist eine Bestätigung, dass man einige Sachen richtig macht. Aber ich habe andere Ziele, als möglichst viele Skorerpunkte zu sammeln. Ich will den Kübel», sagt Schwarzenbach, dem ganz offensichtlich bewusst ist, dass es für ihn nicht mehr allzu viele Chancen dazu gibt.

Wobei: Aufgrund seiner überzeugenden Leistungen in der laufenden Comeback-Saison deutet alles darauf hin, dass der EHCO mit Schwarzenbach um mindestens eine weitere Saison verlängert. Die Vertragsverlängerung dürfte nur noch Formsache sein. «Ein schönes Zeichen, wenn sie an mir festhalten wollen», sagt Schwarzenbach.

Das gebe denn auch einen freien Kopf auf dem Eis. Denn im Alter von 31 Jahren, so gesteht er, mache man sich schneller einmal Gedanken über die Zukunft. «Und ich habe noch überhaupt nicht das Gefühl, dass ich zurücktreten müsste. Ich habe noch immer viel Freude am Eishockey und fühle mich topfit.»

Diego Schwarzenbach

Diego Schwarzenbach

«Nicht zu gut machen wollen»

Auch heute Abend soll die Freude beim EHC Olten überwiegen. Es gastiert die EVZ Academy im Kleinholz (19.45 Uhr) – ein weiterer Stolperstein nach der 3:6-Packung in Winterthur.

Doch ein zweites Mal in Folge soll die Powermaus nicht auf die Nase fallen. «Wir müssen aufhören, es zu gut machen zu wollen und zu denken, wir müssten diese Teams wegfegen», meint Schwarzenbach, «es muss nicht immer ein 4:0-Startdrittel sein. Es darf auch mal 0:0 oder 1:0 stehen nach einem Drittel.»